Wie viel du einzahlen darfst
Kurz: Die maximale Einkaufssumme steht auf deinem Vorsorgeausweis. Sie entsteht, wenn dein tatsächliches Altersguthaben hinter dem zurückbleibt, was nach dem Reglement deiner Kasse bei deinem heutigen Lohn möglich wäre. Typische Ursachen: Lohnerhöhungen im Lauf der Karriere, Jahre im Ausland, Erwerbsunterbrüche, ein Wechsel in eine Kasse mit besserem Plan.
Der Betrag ist keine Empfehlung, sondern eine Obergrenze. Du kannst weniger einzahlen, in mehreren Schritten über mehrere Jahre, oder gar nicht. Eine Verpflichtung entsteht durch die Angabe auf dem Ausweis nicht.
- Maximalbetrag: Feld «mögliche Einkaufssumme» auf dem Vorsorgeausweis
- Entsteht durch Lohnerhöhungen, Auslandjahre, Erwerbsunterbrüche
- Teilbeträge und Staffelung über mehrere Jahre sind zulässig
- Die Kasse muss den Einkauf annehmen, wenn das Reglement ihn vorsieht
Die Dreijahressperre – der Punkt, der am häufigsten übersehen wird
Nach einem Einkauf dürfen die daraus stammenden Leistungen während drei Jahren nicht als Kapital bezogen werden. Wer innerhalb dieser Frist Kapital bezieht, riskiert, dass die Steuerbehörde den Abzug nachträglich verweigert und die Steuer aufrechnet. Die Frist läuft ab dem Einzahlungsdatum, nicht ab dem Jahresende.
Praktisch heisst das: Wer die Pensionierung mit Kapitalbezug plant, muss die letzten Einkäufe spätestens drei Jahre vorher tätigen. Und wer einen Vorbezug für Wohneigentum erwägt, prüft das vor dem Einkauf – nicht danach.
- Drei Jahre Sperrfrist für den Kapitalbezug nach jedem Einkauf
- Frist läuft ab Einzahlungsdatum, nicht ab Jahresende
- Verletzung: Steuerbehörde kann den Abzug nachträglich verweigern
- Bei geplantem Kapitalbezug: Einkäufe mindestens drei Jahre vorher abschliessen
Wohneigentum: die Reihenfolge entscheidet
Wer für Wohneigentum bereits Geld aus der Pensionskasse vorbezogen hat, muss diesen Vorbezug zuerst zurückzahlen, bevor ein steuerlich abziehbarer Einkauf möglich ist. Die Reihenfolge ist zwingend und wird regelmässig falsch herum geplant.
Umgekehrt gilt: Ein Einkauf und ein späterer Vorbezug für Wohneigentum vertragen sich schlecht, weil der Vorbezug einem Kapitalbezug gleichkommt und damit die Dreijahressperre berührt. Wenn beides ansteht, gehört die Reihenfolge vor der ersten Einzahlung geklärt – am besten schriftlich mit der Kasse.
- Offener WEF-Vorbezug: zuerst zurückzahlen, dann einkaufen
- Rückzahlung des Vorbezugs ist selbst nicht steuerlich abziehbar
- Einkauf und späterer Vorbezug berühren die Dreijahressperre
- Reihenfolge vorab schriftlich mit der Kasse klären
Was der Einkauf im Budget bedeutet
Ein Einkauf ist gebundenes Geld: Es steht bis zur Pensionierung nicht mehr zur Verfügung, weder für einen Notgroschen noch für eine Anschaffung. Deshalb gehört vor jeden Einkauf die Frage, ob die freie Reserve ohne dieses Geld noch ausreicht.
Die steuerliche Seite – wie viel der Abzug konkret spart und warum sich eine Staffelung über mehrere Jahre oft lohnt – ist ein eigenes Thema und auf der Steuerseite ausgeführt.
Trag deine drei Säulen einmal ins Vorsorge-Cockpit ein – dann siehst du die Lücke in Franken pro Monat statt als Gefühl, und jede Änderung wirkt sofort sichtbar. Kostenlos starten, ohne Bankverbindung.
- Eingezahltes Geld ist bis zur Pensionierung gebunden
- Notgroschen zuerst, Einkauf danach
- Staffelung über mehrere Jahre kann steuerlich günstiger sein als eine Einmalzahlung
- Vor dem Einkauf: Sperrfrist, WEF-Vorbezug und Reglement prüfen
Wo die Lücke entsteht
Zwischen den rund 60 Prozent des letzten Lohns aus AHV und Pensionskasse und dem gewohnten Lebensstandard. Verschärft wird sie bei Teilzeit, nach Erwerbspausen und bei Selbstständigen ohne Pensionskasse.
Prüfen lässt sie sich in zwanzig Minuten: Vorsorgeausweis der Pensionskasse und AHV-Kontoauszug, beide kostenlos erhältlich. Zusammen ergeben sie ein realistisches Bild.
Die Säule 3a im Jahresablauf
Die Einzahlung muss bis zum 31. Dezember gutgeschrieben sein – nicht überwiesen, gutgeschrieben. Eine Zahlung am 30. Dezember kann am 2. Januar ankommen, und der Abzug für das alte Jahr ist verloren.
Rechnerisch besser ist ohnehin der Januar: Das Geld ist elf Monate länger investiert, und bei einer Wertschriftenlösung kauft ein monatlicher Dauerauftrag über das Jahr verteilt ein.
Der Pensionskassen-Einkauf und seine Frist
Freiwillige Einkäufe sind vollständig vom steuerbaren Einkommen abziehbar. Das Potenzial steht auf dem Vorsorgeausweis und entsteht nach Lohnsprüngen, Erwerbspausen oder einem Zuzug aus dem Ausland.
Die Falle: Ein Kapitalbezug innert drei Jahren nach einem Einkauf macht dessen Steuerabzug rückwirkend zunichte.
