Beide sparen Steuern – aber anders
Kurz: Einzahlungen in die Säule 3a und Einkäufe in die Pensionskasse sind beide vollständig vom steuerbaren Einkommen abziehbar. Der Unterschied liegt in Flexibilität, Anlage und Bezug. Die 3a ist auf CHF 7’258 (2026) bzw. CHF 7’373 (2027) pro Jahr begrenzt, der Einkauf nur durch das persönliche Einkaufspotenzial – oft mehrere zehntausend Franken.
Das macht den Einkauf interessant für Personen mit hohem Einkommen und Lücken, etwa nach Lohnerhöhungen, Teilzeitjahren oder einem späten Einstieg in die Schweiz.
Der direkte Vergleich
| Kriterium | Säule 3a | PK-Einkauf |
|---|---|---|
| Höchstbetrag | CHF 7’373 pro Jahr (2027) | persönliches Einkaufspotenzial |
| Anlage | frei wählbar, auch Wertschriften | durch die Kasse, Verzinsung nach Reglement |
| Bezug | ab 60, gestaffelt über mehrere Konten | mit der Pensionierung, Rente oder Kapital |
| Sperrfrist | keine | 3 Jahre kein Kapitalbezug |
| Im Todesfall | an Begünstigte gemäss Gesetz | nach Reglement, teils verfällt Kapital |
| Risiko | Anlagerisiko trägst du | Umwandlungssatz, Unterdeckung der Kasse |
Die sinnvolle Reihenfolge
Erstens Notgroschen und Liquidität sichern. Zweitens jedes Jahr die Säule 3a voll einzahlen – seit 2026 lassen sich verpasste Jahre ab 2025 zudem nachholen. Drittens, wenn noch Geld übrig ist und das Einkommen hoch ist: PK-Einkauf prüfen, idealerweise gestaffelt über mehrere Jahre vor der Pensionierung.
Ein Einkauf lohnt sich besonders, wenn die Kasse ihr Guthaben gut verzinst, finanziell gesund ist und der Einkauf ins Überobligatorium mit fairem Umwandlungssatz fliesst. Er lohnt sich weniger, wenn du Wohneigentum planst, in den nächsten Jahren auswandern willst oder die Kasse in Unterdeckung ist.
- 1. Notgroschen
- 2. Säule 3a jedes Jahr voll
- 3. PK-Einkauf, gestaffelt, ab ca. 50
Rechenbeispiel Steuerersparnis
Bei einem Grenzsteuersatz von 30 % spart eine 3a-Einzahlung von CHF 7’373 rund CHF 2’212 Steuern. Ein Einkauf von CHF 30'000 spart beim selben Satz rund CHF 9'000 – teilt man ihn auf drei Jahre zu je CHF 10'000 auf, kann die Ersparnis höher sein, weil jedes Jahr die höchsten Progressionsstufen entlastet werden.
Beim Bezug wird das Kapital getrennt vom übrigen Einkommen zu einem reduzierten Satz besteuert. Wer 3a und PK-Kapital im selben Jahr bezieht, riskiert eine höhere Progression – Staffelung hilft auch hier.
Rendite: was nach der Steuer übrig bleibt
Die Steuerersparnis wirkt wie eine Sofortrendite. Bei 30 % Grenzsteuersatz investierst du netto nur CHF 7'000 für CHF 10'000 Vorsorgeguthaben. Dazu kommt die Verzinsung der Kasse oder die Rendite der 3a-Anlage, abzüglich der späteren Kapitalbezugssteuer von je nach Kanton und Betrag etwa 5 bis 10 %. Unter dem Strich schlagen beide Wege freies Sparen fast immer deutlich.
Der Unterschied liegt im Detail: In der 3a mit Wertschriften kann die langfristige Rendite höher sein, in der Pensionskasse ist sie stabiler, aber vom Stiftungsrat abhängig. Wer kurz vor der Pensionierung steht, schätzt die Stabilität der PK; wer jung ist, die Freiheit der 3a.
Entscheidungshilfe
Stelle dir drei Fragen: Brauche ich das Geld vor der Pensionierung (Eigenheim, Selbständigkeit, Auswanderung)? Wie gesund ist meine Pensionskasse? Will ich später Rente oder Kapital? Wer zweimal Unsicherheit verspürt, bleibt bei der 3a und spart den Rest frei.
In BudgetHub legst du 3a-Dauerauftrag, PK-Einkauf und Sparziele als Planposten an und siehst im Vermögensverlauf, wie deine Vorsorge Jahr für Jahr wächst.
Wo die Lücke entsteht
Zwischen den rund 60 Prozent des letzten Lohns aus AHV und Pensionskasse und dem gewohnten Lebensstandard. Verschärft wird sie bei Teilzeit, nach Erwerbspausen und bei Selbstständigen ohne Pensionskasse.
Prüfen lässt sie sich in zwanzig Minuten: Vorsorgeausweis der Pensionskasse und AHV-Kontoauszug, beide kostenlos erhältlich. Zusammen ergeben sie ein realistisches Bild.
Die Säule 3a im Jahresablauf
Die Einzahlung muss bis zum 31. Dezember gutgeschrieben sein – nicht überwiesen, gutgeschrieben. Eine Zahlung am 30. Dezember kann am 2. Januar ankommen, und der Abzug für das alte Jahr ist verloren.
Rechnerisch besser ist ohnehin der Januar: Das Geld ist elf Monate länger investiert, und bei einer Wertschriftenlösung kauft ein monatlicher Dauerauftrag über das Jahr verteilt ein.
Der Pensionskassen-Einkauf und seine Frist
Freiwillige Einkäufe sind vollständig vom steuerbaren Einkommen abziehbar. Das Potenzial steht auf dem Vorsorgeausweis und entsteht nach Lohnsprüngen, Erwerbspausen oder einem Zuzug aus dem Ausland.
Die Falle: Ein Kapitalbezug innert drei Jahren nach einem Einkauf macht dessen Steuerabzug rückwirkend zunichte.
