Vorsorge

Säule 3a oder PK-Einkauf: was zuerst?

Kurz beantwortet: Für die meisten lohnt sich zuerst die Säule 3a – sie ist flexibler, gehört nur dir und lässt sich gestaffelt beziehen. Ab CHF 7’373 pro Jahr (2027) ist die 3a aber voll; dann kommt der Pensionskasseneinkauf ins Spiel. Er ist ab rund 50 besonders attraktiv, wenn Steuerprogression und Einkaufspotenzial hoch sind und das Geld bis zur Pensionierung nicht gebraucht wird.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert Oktober 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Beide sparen Steuern – aber anders

Kurz: Einzahlungen in die Säule 3a und Einkäufe in die Pensionskasse sind beide vollständig vom steuerbaren Einkommen abziehbar. Der Unterschied liegt in Flexibilität, Anlage und Bezug. Die 3a ist auf CHF 7’258 (2026) bzw. CHF 7’373 (2027) pro Jahr begrenzt, der Einkauf nur durch das persönliche Einkaufspotenzial – oft mehrere zehntausend Franken.

Das macht den Einkauf interessant für Personen mit hohem Einkommen und Lücken, etwa nach Lohnerhöhungen, Teilzeitjahren oder einem späten Einstieg in die Schweiz.

Der direkte Vergleich

KriteriumSäule 3aPK-Einkauf
HöchstbetragCHF 7’373 pro Jahr (2027)persönliches Einkaufspotenzial
Anlagefrei wählbar, auch Wertschriftendurch die Kasse, Verzinsung nach Reglement
Bezugab 60, gestaffelt über mehrere Kontenmit der Pensionierung, Rente oder Kapital
Sperrfristkeine3 Jahre kein Kapitalbezug
Im Todesfallan Begünstigte gemäss Gesetznach Reglement, teils verfällt Kapital
RisikoAnlagerisiko trägst duUmwandlungssatz, Unterdeckung der Kasse

Die sinnvolle Reihenfolge

Erstens Notgroschen und Liquidität sichern. Zweitens jedes Jahr die Säule 3a voll einzahlen – seit 2026 lassen sich verpasste Jahre ab 2025 zudem nachholen. Drittens, wenn noch Geld übrig ist und das Einkommen hoch ist: PK-Einkauf prüfen, idealerweise gestaffelt über mehrere Jahre vor der Pensionierung.

Ein Einkauf lohnt sich besonders, wenn die Kasse ihr Guthaben gut verzinst, finanziell gesund ist und der Einkauf ins Überobligatorium mit fairem Umwandlungssatz fliesst. Er lohnt sich weniger, wenn du Wohneigentum planst, in den nächsten Jahren auswandern willst oder die Kasse in Unterdeckung ist.

  • 1. Notgroschen
  • 2. Säule 3a jedes Jahr voll
  • 3. PK-Einkauf, gestaffelt, ab ca. 50

Rechenbeispiel Steuerersparnis

Bei einem Grenzsteuersatz von 30 % spart eine 3a-Einzahlung von CHF 7’373 rund CHF 2’212 Steuern. Ein Einkauf von CHF 30'000 spart beim selben Satz rund CHF 9'000 – teilt man ihn auf drei Jahre zu je CHF 10'000 auf, kann die Ersparnis höher sein, weil jedes Jahr die höchsten Progressionsstufen entlastet werden.

Beim Bezug wird das Kapital getrennt vom übrigen Einkommen zu einem reduzierten Satz besteuert. Wer 3a und PK-Kapital im selben Jahr bezieht, riskiert eine höhere Progression – Staffelung hilft auch hier.

Rendite: was nach der Steuer übrig bleibt

Die Steuerersparnis wirkt wie eine Sofortrendite. Bei 30 % Grenzsteuersatz investierst du netto nur CHF 7'000 für CHF 10'000 Vorsorgeguthaben. Dazu kommt die Verzinsung der Kasse oder die Rendite der 3a-Anlage, abzüglich der späteren Kapitalbezugssteuer von je nach Kanton und Betrag etwa 5 bis 10 %. Unter dem Strich schlagen beide Wege freies Sparen fast immer deutlich.

Der Unterschied liegt im Detail: In der 3a mit Wertschriften kann die langfristige Rendite höher sein, in der Pensionskasse ist sie stabiler, aber vom Stiftungsrat abhängig. Wer kurz vor der Pensionierung steht, schätzt die Stabilität der PK; wer jung ist, die Freiheit der 3a.

Entscheidungshilfe

Stelle dir drei Fragen: Brauche ich das Geld vor der Pensionierung (Eigenheim, Selbständigkeit, Auswanderung)? Wie gesund ist meine Pensionskasse? Will ich später Rente oder Kapital? Wer zweimal Unsicherheit verspürt, bleibt bei der 3a und spart den Rest frei.

In BudgetHub legst du 3a-Dauerauftrag, PK-Einkauf und Sparziele als Planposten an und siehst im Vermögensverlauf, wie deine Vorsorge Jahr für Jahr wächst.

Wo die Lücke entsteht

Zwischen den rund 60 Prozent des letzten Lohns aus AHV und Pensionskasse und dem gewohnten Lebensstandard. Verschärft wird sie bei Teilzeit, nach Erwerbspausen und bei Selbstständigen ohne Pensionskasse.

Prüfen lässt sie sich in zwanzig Minuten: Vorsorgeausweis der Pensionskasse und AHV-Kontoauszug, beide kostenlos erhältlich. Zusammen ergeben sie ein realistisches Bild.

Die Säule 3a im Jahresablauf

Die Einzahlung muss bis zum 31. Dezember gutgeschrieben sein – nicht überwiesen, gutgeschrieben. Eine Zahlung am 30. Dezember kann am 2. Januar ankommen, und der Abzug für das alte Jahr ist verloren.

Rechnerisch besser ist ohnehin der Januar: Das Geld ist elf Monate länger investiert, und bei einer Wertschriftenlösung kauft ein monatlicher Dauerauftrag über das Jahr verteilt ein.

Der Pensionskassen-Einkauf und seine Frist

Freiwillige Einkäufe sind vollständig vom steuerbaren Einkommen abziehbar. Das Potenzial steht auf dem Vorsorgeausweis und entsteht nach Lohnsprüngen, Erwerbspausen oder einem Zuzug aus dem Ausland.

Die Falle: Ein Kapitalbezug innert drei Jahren nach einem Einkauf macht dessen Steuerabzug rückwirkend zunichte.

Häufige Fragen

Was ist besser: Säule 3a oder PK-Einkauf?+

Für die meisten zuerst die Säule 3a, weil sie flexibler ist. Der PK-Einkauf ergänzt sie, wenn die 3a voll ist und das Einkommen hoch ist.

Kann ich beides gleichzeitig machen?+

Ja. Beides ist im selben Jahr vollständig abziehbar, solange du das Einkaufspotenzial nicht überschreitest.

Ab welchem Alter lohnt sich ein PK-Einkauf?+

Oft ab etwa 50, wenn die Pensionierung absehbar ist, die Progression hoch ist und das Geld nicht mehr anderweitig gebraucht wird.

Ist das Geld im PK-Einkauf sicher?+

Es ist Teil des Vorsorgevermögens der Kasse. Bei Unterdeckung können Sanierungsbeiträge oder tiefere Verzinsung folgen; der Sicherheitsfonds schützt nur die gesetzlichen Leistungen.

Was passiert mit dem Einkauf beim Tod vor der Pensionierung?+

Das regelt das Reglement. Manche Kassen zahlen Einkäufe als Todesfallkapital aus, andere nicht. Prüfe die Bestimmungen vor dem Einkauf.

Kann ich verpasste 3a-Jahre nachholen?+

Seit 2026 ja, für Lücken ab 2025, wenn im Lückenjahr und im Nachzahlungsjahr AHV-pflichtiges Einkommen bestand und der laufende Höchstbetrag eingezahlt ist.

Wie hoch ist die 3a 2027?+

CHF 7’373 mit Pensionskasse, bis CHF 36’864 ohne Pensionskasse (20 % des Erwerbseinkommens).

Wie prüfe ich meine Vorsorgelücke?+

Über den Vorsorgeausweis der Pensionskasse und den kostenlosen AHV-Kontoauszug. Zusammen ergeben sie in zwanzig Minuten ein realistisches Bild.

Bis wann muss die 3a-Einzahlung erfolgen?+

Bis zum 31. Dezember gutgeschrieben. Der Zeitpunkt der Überweisung genügt nicht – zwischen den Feiertagen ist das ein reales Risiko.

Was ist die Dreijahresfrist beim PK-Einkauf?+

Ein Kapitalbezug innert drei Jahren nach einem Einkauf lässt dessen Steuerabzug rückwirkend entfallen.

Rechne deine Steuerersparnis aus

Wie viel dir ein Einzahlungsbetrag tatsächlich spart, hängt an deinem Grenzsteuersatz. Der Rechner macht daraus eine konkrete Zahl.