Was eine Gutschrift überhaupt ist
Kein Geld. Es ist ein fiktives Einkommen, das bei der Berechnung deiner AHV-Rente zu deinem tatsächlichen Einkommen addiert wird. Der Betrag entspricht dem Dreifachen der jährlichen Mindestrente – aktuell CHF 45’360 pro Jahr.
Der Effekt zeigt sich also erst bei der Pensionierung, in Form einer höheren Rente. Genau deshalb wird die Sache im Alltag übersehen: Es fehlt das unmittelbare Signal.
Erziehungsgutschrift: automatisch, aber teilbar
Anspruch besteht für jedes Jahr, in dem du die elterliche Sorge für ein Kind unter 16 hattest. Ein Antrag ist nicht nötig – die Anrechnung erfolgt bei der Rentenberechnung.
Bei Verheirateten wird die Gutschrift für die Ehejahre hälftig geteilt. Bei alleiniger elterlicher Sorge wird sie ganz angerechnet. Unverheiratete Eltern mit gemeinsamer Sorge können schriftlich vereinbaren, wie geteilt wird – und genau diese Vereinbarung ist der Punkt, an dem etwas schiefgehen kann. Bewahre sie auf; bei der Rentenanmeldung wird sie verlangt.
Betreuungsgutschrift: gleich hoch, aber sie verfällt
Sie gilt für die Betreuung pflegebedürftiger Verwandter und wird laufend im individuellen Konto verbucht. Voraussetzungen sind kumulativ zu erfüllen:
- Die betreute Person bezieht eine Hilflosenentschädigung von AHV, IV, Unfall- oder Militärversicherung.
- Ihr wohnt weniger als 30 km auseinander oder die Wegzeit beträgt unter einer Stunde.
- Es besteht ein enges Verwandtschaftsverhältnis – auch Lebenspartner nach mindestens fünf Jahren gemeinsamen Haushalts zählen.
- Die Betreuung dauert mindestens 180 Tage im Jahr.
- Für Kinder unter 16 besteht kein Anspruch, weil dort bereits die Erziehungsgutschrift greift.
Der teuerste Irrtum
Die Betreuungsgutschrift muss jedes Jahr bei der Ausgleichskasse geltend gemacht werden. Wer sie für automatisch hält wie die Erziehungsgutschrift, verliert sie Jahr für Jahr – und rückwirkend ist nur beschränkt etwas zu holen.
Bei fünf Jahren Angehörigenpflege geht es um CHF 226’800 an angerechnetem Einkommen. Für ein Formular pro Jahr.
In BudgetHub kannst du Fixkosten, Rückstellungen und Vorsorge getrennt führen – so bleibt sichtbar, was langfristig läuft und nicht nur, was diesen Monat übrig ist.
Wo die Lücke entsteht
Zwischen den rund 60 Prozent des letzten Lohns aus AHV und Pensionskasse und dem gewohnten Lebensstandard. Verschärft wird sie bei Teilzeit, nach Erwerbspausen und bei Selbstständigen ohne Pensionskasse.
Prüfen lässt sie sich in zwanzig Minuten: Vorsorgeausweis der Pensionskasse und AHV-Kontoauszug, beide kostenlos erhältlich. Zusammen ergeben sie ein realistisches Bild.
Die Säule 3a im Jahresablauf
Die Einzahlung muss bis zum 31. Dezember gutgeschrieben sein – nicht überwiesen, gutgeschrieben. Eine Zahlung am 30. Dezember kann am 2. Januar ankommen, und der Abzug für das alte Jahr ist verloren.
Rechnerisch besser ist ohnehin der Januar: Das Geld ist elf Monate länger investiert, und bei einer Wertschriftenlösung kauft ein monatlicher Dauerauftrag über das Jahr verteilt ein.
Der Pensionskassen-Einkauf und seine Frist
Freiwillige Einkäufe sind vollständig vom steuerbaren Einkommen abziehbar. Das Potenzial steht auf dem Vorsorgeausweis und entsteht nach Lohnsprüngen, Erwerbspausen oder einem Zuzug aus dem Ausland.
Die Falle: Ein Kapitalbezug innert drei Jahren nach einem Einkauf macht dessen Steuerabzug rückwirkend zunichte.
