Haushaltsbuch oder Budget – was brauchst du?
Kurz: Das Budget ist der Plan, das Haushaltsbuch ist das Protokoll. Wer nicht weiss, wohin das Geld verschwindet, beginnt mit dem Haushaltsbuch: einen bis drei Monate alle variablen Ausgaben aufschreiben, ohne sie zu bewerten. Erst danach lohnt sich ein Budget, weil es dann auf echten Zahlen beruht statt auf Schätzungen.
Die Fixkosten – Miete, Krankenkasse, Versicherungen – gehören nicht ins Haushaltsbuch. Sie stehen auf dem Kontoauszug und ändern sich selten. Aufgezeichnet wird das, was im Alltag schwankt: Einkäufe, Essen auswärts, Mobilität, Freizeit.
- Haushaltsbuch = was ausgegeben wurde
- Budget = was ausgegeben werden soll
- Zuerst ein bis drei Monate aufzeichnen, dann planen
- Nur variable Ausgaben erfassen
Die neun Kategorien der Vorlage
Lebensmittel, Haushalt und Drogerie, Auswärts essen und Take-away, Mobilität, Freizeit und Hobbys, Kleidung, Gesundheit (Apotheke und Selbstbehalt), Geschenke und Diverses. Mehr Kategorien machen das Aufzeichnen mühsam, weniger verwischen die Erkenntnis. Neun hat sich als Kompromiss bewährt.
Die neun Richtwerte ergeben zusammen rund CHF 1’760 pro Monat an variablen Ausgaben für eine Einzelperson – Fixkosten nicht eingerechnet.
Jede Kategorie hat einen Richtwert für einen Einpersonenhaushalt, dazu eine Spalte für den Plan und eine für den Ist-Wert. Die Differenzspalte rechnet automatisch – negative Werte zeigen, wo die Aufmerksamkeit hingehört.
So bleibst du dran
Die meisten Haushaltsbücher scheitern nicht an der Vorlage, sondern an der zweiten Woche. Drei Regeln helfen: Belege sofort fotografieren oder am selben Abend eintragen, einmal pro Woche fünf Minuten fix im Kalender, und keine Kategorie-Diskussionen – im Zweifel «Diverses».
TWINT, Karte und Bargeld getrennt zu verfolgen, ist der häufigste Grund, warum Zahlen fehlen. Ein Haushaltsbuch funktioniert nur, wenn es alle Zahlungswege zusammenführt. Genau das nimmt dir eine App ab, die Buchungen importiert und automatisch kategorisiert.
- Belege am selben Tag erfassen
- Wöchentlich 5 Minuten fix einplanen
- Unklar? «Diverses» – weiter
- TWINT, Karte und Bargeld zusammenführen
Papier, Excel oder App?
Papier funktioniert, wenn es neben der Kasse liegt und jeden Abend benutzt wird – die PDF-Version der Vorlage ist genau dafür gedacht. Excel rechnet automatisch und zeigt Summen, verlangt aber, dass jemand die Zahlen abtippt. Eine App übernimmt das Erfassen, wenn sie Buchungen importiert und automatisch kategorisiert, und ist deshalb für die meisten die Variante, die auch im dritten Monat noch läuft.
Wichtiger als das Werkzeug ist die Regel dahinter: jede Ausgabe genau einmal, in genau einer Kategorie, und ein fixer Moment pro Woche für den Überblick. Wer diese Regel hält, bekommt mit jedem Werkzeug ein aussagekräftiges Haushaltsbuch.
Nach dem ersten Monat: die Auswertung
Nach vier Wochen zeigt das Haushaltsbuch drei Dinge: welche Kategorie am grössten ist (meist Lebensmittel), welche am meisten schwankt (oft Auswärts essen oder Freizeit) und wo die grösste Überraschung liegt. Die Überraschung ist der Ansatzpunkt – nicht die grösste Kategorie.
Aus den Ist-Werten wird dann das erste echte Budget: Ist-Wert minus zehn Prozent in den Kategorien, die sich ändern lassen, unverändert in denen, die sich nicht ändern lassen.
Übernimm die Struktur direkt in BudgetHub – die Kategorien sind schon angelegt, und statt einer Tabelle, die man vergisst, siehst du jeden Monat, wie Plan und Ist auseinanderlaufen. Kostenlos, ohne Bankverbindung.
