Woraus die Heimrechnung besteht
Kurz: Jede Heimrechnung hat drei Teile. Die Pflege bezahlen Krankenkasse und Kanton grösstenteils. Betreuung und Hotellerie bezahlst du selbst – und genau dort entsteht die Lücke zwischen Rente und Rechnung.
Die Hotellerie (auch Pensionstaxe) umfasst Zimmer, Essen, Reinigung und Wäsche; sie liegt je nach Heim und Region bei rund CHF 120 bis CHF 220 pro Tag. Die Betreuung deckt Alltagsbegleitung, Aktivierung und Präsenz ab, typischerweise CHF 20 bis CHF 60 pro Tag. Die Pflegekosten selbst sind nach Pflegestufe abgestuft; dein Anteil daran ist gesetzlich auf 20 % des höchsten Krankenkassenbeitrags begrenzt (Art. 25a KVG).
- Hotellerie: selbst bezahlt
- Betreuung: selbst bezahlt
- Pflege: Krankenkasse + Kanton, Eigenanteil max. CHF 23.00/Tag
Drei Beispielrechnungen
| Tarif | pro Tag | pro Monat | Lücke bei CHF 4'200 Rente |
|---|---|---|---|
| Günstig (ländlich, Mehrbettzimmer) | CHF 160.00 | CHF 4’864 | CHF 664 |
| Mittel | CHF 223.00 | CHF 6’779 | CHF 2’579 |
| Teuer (Stadt, Einzelzimmer) | CHF 303.00 | CHF 9’211 | CHF 5’011 |
Der Monat ist mit 30,4 Tagen gerechnet. Nicht enthalten sind persönliche Auslagen wie Coiffeur, Kleidung, Fusspflege oder Telefon – plane dafür zusätzlich einige hundert Franken pro Monat ein.
Wie die Lücke gedeckt wird
Reicht die Rente nicht, wird zuerst das Vermögen eingesetzt. Liegt es unter CHF 100’000 (Ehepaare CHF 200’000), besteht in der Regel Anspruch auf Ergänzungsleistungen. Sie decken im Heim die anerkannte Tagestaxe plus einen Betrag für persönliche Auslagen – das ist ein Rechtsanspruch, keine Sozialhilfe.
Wer im Alltag regelmässig Hilfe braucht, kann zusätzlich eine Hilflosenentschädigung der AHV erhalten; bei mittlerer Hilflosigkeit sind das CHF 630 pro Monat (2026). Trag sie im Rechner ein, denn sie verkleinert die Lücke direkt.
Pflegestufen und was sie für dich bedeuten
Bei Eintritt und danach regelmässig wird der Pflegebedarf mit einem Instrument wie BESA oder RAI erfasst und in eine von zwölf Stufen eingeteilt – jede Stufe entspricht 20 Minuten Pflege pro Tag. Je höher die Stufe, desto höher die Pflegekosten insgesamt. Für dein Budget ist das aber weniger dramatisch, als es klingt: Dein Pflegeanteil ist gedeckelt, den Rest tragen Krankenkasse und Kanton.
Was sich mit dem Pflegebedarf stärker verändert, ist oft die Betreuungstaxe, etwa auf einer Demenzabteilung. Frag beim Heim nach der vollständigen Taxordnung und lass dir zeigen, welche Leistungen in der Hotellerie enthalten sind und welche separat verrechnet werden. Wäsche mit Namensschildern, Telefon und Fernsehanschluss sind klassische Zusatzposten.
Was Angehörige wissen sollten
Kinder haften nicht für die Heimkosten ihrer Eltern. Eine Verwandtenunterstützungspflicht besteht nur bei Sozialhilfe und nur für Verwandte in auf- und absteigender Linie, die in günstigen Verhältnissen leben – sie greift in der Praxis selten. Was Angehörige oft unterschätzen, ist die Verwaltungsarbeit: Rechnungen, EL-Antrag, Steuererklärung, Krankenkasse.
Vor dem Heimeintritt lohnt sich deshalb eine Liste aller Einnahmen und festen Ausgaben der Eltern, ein Vorsorgeauftrag und eine Vollmacht für die Bank. Der Rechner hilft, die Grössenordnung zu klären, bevor die erste Rechnung kommt.
Wer die Finanzen eines Elternteils mitverwaltet, behält in BudgetHub Renten, Heimrechnung und Ergänzungsleistungen in einem eigenen Hub im Blick – getrennt vom eigenen Budget und für Geschwister teilbar.
Vom Richtwert zur Budgetposition
Ein Richtwert wird erst nützlich, wenn er zu einer Zeile im Budget wird – mit einem Betrag, der monatlich reserviert ist. Alles andere bleibt eine Information ohne Folge.
Bei unregelmässig anfallenden Posten gehört der Jahresbetrag durch zwölf geteilt und als Rückstellung geführt. Sonst sprengt er den Monat, in dem er auftritt.
