So rechnest du
Netto-Einkommen − Fixkosten (Miete, Krankenkasse, Versicherungen) − variable Kosten (Lebensmittel, Freizeit) = verfügbarer Betrag bzw. Sparpotenzial.
Richtwerte
Fixkosten 50–60%, Lebenshaltung 25–35%, Sparen 10–20% des Netto-Einkommens.
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Ein durchgerechnetes Beispiel
Ein Einpersonenhaushalt mit CHF 6'000 netto: Miete CHF 1'600, Krankenkasse CHF 400, Versicherungen und Abos CHF 250, ÖV CHF 80 – zusammen CHF 2'330 Fixkosten. Bleiben CHF 3'670 für Lebenshaltung und Sparen.
Realistisch gehen davon CHF 800 für Lebensmittel, CHF 400 für Freizeit und Kleider sowie CHF 300 für Steuerrückstellung weg. Der Sparbetrag liegt damit bei rund CHF 2'170 – deutlich über der 20-Prozent-Regel, was zeigt: Die Faustregeln sind ein Startpunkt, nicht das Ziel.
Der Posten, der fast immer fehlt
Rückstellungen. Steuern, Zahnarzt, Selbstbehalt und Reparaturen kommen jährlich oder unregelmässig und sprengen sonst jeden Monat, in dem sie auftauchen. Wer sie durch zwölf teilt und als Fixposten führt, hat ein Budget, das auch im März hält.
Was das Ergebnis nicht zeigt
Ein Budgetrechner arbeitet mit Durchschnittswerten über zwölf Monate. Er zeigt deshalb nicht, dass der Januar mit Steuerraten und Versicherungsprämien deutlich teurer ist als der Juli – und genau diese Schwankung bringt Budgets zum Kippen.
Die Gegenmassnahme ist die Rückstellung: Alles, was jährlich kommt, wird durch zwölf geteilt und als Fixposten geführt. Danach stimmt der Durchschnitt auch im Januar.
Der nächste Schritt nach der Berechnung
Die berechnete Sparrate am Tag des Lohneingangs per Dauerauftrag abbuchen lassen, nicht am Monatsende hoffen. Das ist die einzige Massnahme, die ohne laufende Willenskraft funktioniert.
Und nach drei Monaten nachrechnen: Fast immer weichen zwei bis drei Kategorien deutlich ab. Sie realistisch nach oben zu korrigieren macht das Budget tragfähig – ein dauerhaft zu optimistisches wird ignoriert.
Warum ein Rechner nur ein Ausgangspunkt ist
Jede Berechnung arbeitet mit Annahmen: konstante Beträge, konstante Sätze, ein durchschnittlicher Monat. Die Realität liefert schwankende Einkommen, Sonderausgaben und Jahre, die aus der Reihe fallen.
Das Ergebnis ist deshalb eine Grössenordnung, keine Prognose. Brauchbar wird es, wenn du es mit deinen tatsächlichen Zahlen der letzten zwölf Monate vergleichst – erst dieser Abgleich zeigt, ob die Annahmen zu dir passen.
Richtwert und eigene Lage
Ein Richtwert beschreibt den Durchschnitt, nicht deine Situation. Er ist brauchbar als Ausgangspunkt und wird erst durch den Abgleich mit deinen tatsächlichen Zahlen der letzten zwölf Monate aussagekräftig.
Wo dein Wert um mehr als zwanzig Prozent abweicht, gibt es dafür meist einen konkreten Grund – Wohnregion, Haushaltsgrösse oder eine Besonderheit deiner Lebenssituation. Diesen Grund zu kennen ist wertvoller als der Durchschnitt selbst.
Was der Budgetrechner rechnet – und was nicht
Der Rechner nimmt dein Nettoeinkommen und verteilt es auf die Schweizer Standardposten: Wohnen, Krankenkasse, Steuern, Versicherungen, Lebensmittel, Mobilität, Kommunikation, Freizeit, Sparen. Für jeden Posten hinterlegt er einen Richtwert als Anteil am Einkommen oder als Betrag – die Bandbreiten stammen aus dem Haushaltsbudget des Bundesamts für Statistik und den Richtlinien der Budgetberatung Schweiz. Deine Aufgabe ist, jeden Richtwert durch die eigene Zahl zu ersetzen: Die Miete steht im Vertrag, die Prämie auf der Police, die Steuern auf der letzten Rechnung.
Was der Rechner bewusst nicht tut: Er sagt dir nicht, wo du sparen sollst. Er zeigt, ob die Summe aufgeht – und wie gross der Abstand zwischen deinem Plan und dem Richtwert ist. Ein Posten, der deutlich über dem Richtwert liegt, ist kein Fehler; er ist eine Frage, die du dir bewusst beantworten solltest. Wer in Zürich wohnt, liegt beim Wohnen fast immer darüber – die Frage ist dann, welcher andere Posten das ausgleicht.
- Wohnen inklusive Nebenkosten: bis zu einem Drittel des Nettoeinkommens gilt als tragbar
- Krankenkasse: der volle Prämienbetrag nach Abzug einer allfälligen Prämienverbilligung
- Steuern: die letzte Steuerrechnung durch zwölf – der am häufigsten vergessene Posten
- Kommunikation: Handy, Internet und die Serafe-Abgabe (CHF 335 pro Jahr und Haushalt)
- Sparen: als Zielgrösse 10–20 % des Nettoeinkommens, inklusive Säule 3a (Maximum CHF 7’258)
Drei Rechenbeispiele aus dem Schweizer Alltag
Single, CHF 5'500 netto, Stadt: Wohnen 1'700, Krankenkasse 380, Steuern 550, Versicherungen und Serafe 130, Lebensmittel 500, Mobilität 200, Kommunikation 90, Freizeit 400, Sparen 800 – Summe 4'750, Reserve 750. Das Budget geht auf, aber die Reserve schmilzt, sobald die Miete auf 2'000 steigt.
Paar, gemeinsam CHF 8'500 netto: Wohnen 2'200, zwei Prämien 780, Steuern 900, Versicherungen 200, Lebensmittel 900, Mobilität 400, Kommunikation 150, Freizeit 700, Sparen 1'500 – Summe 7'730. Der Sparanteil von rund 18 % ist realistisch, weil die grossen Fixposten geteilt werden.
Familie mit zwei Kindern, CHF 10'500 netto: Wohnen 2'600, vier Prämien 1'000, Steuern 800, Kinderbetreuung 1'400, Versicherungen 250, Lebensmittel 1'300, Mobilität 450, Kommunikation 150, Freizeit 500, Sparen 800 – Summe 9'250. Hier entscheidet die Betreuung: Ohne externe Kita sinkt die Summe um 1'400, dafür fällt oft ein Einkommen weg.
