Die drei Zeilen jeder Heimrechnung
Kurz: Eine Heimrechnung ist eine Monatsrechnung mit Tagessätzen. Sie zeigt die Anzahl Aufenthaltstage, die Taxe für Hotellerie, die Taxe für Betreuung und die Pflegekosten nach Stufe – letztere aufgeteilt in den Anteil der Krankenkasse, des Kantons und deinen Eigenanteil.
Die Hotellerie umfasst Zimmer, Vollpension, Reinigung und meist die Grundwäsche. Sie macht mit CHF 120 bis CHF 220 pro Tag den grössten privaten Posten aus. Die Betreuung deckt die Präsenz des Personals, Aktivierung und soziale Begleitung. Beide Taxen legt das Heim fest; öffentliche und subventionierte Heime liegen oft tiefer, Privatheime mit Einzelzimmer am oberen Rand.
Pflegestufen: 20 Minuten pro Stufe
Der Pflegebedarf wird mit einem Instrument wie BESA, RAI-RUG oder PLAISIR erfasst und in Minuten pro Tag ausgedrückt. Jede Stufe entspricht 20 Minuten: Stufe 1 bis 20 Minuten, Stufe 6 bis 120 Minuten, Stufe 12 mehr als 220 Minuten. Für jede Stufe zahlt die Krankenkasse einen festen Betrag (KLV Art. 7a).
| Pflegestufe | Pflegebedarf pro Tag | dein Eigenanteil |
|---|---|---|
| 1–3 | bis 60 Minuten | oft unter der Obergrenze (kantonal) |
| 4–8 | 61–160 Minuten | bis CHF 23.00 |
| 9–12 | über 160 Minuten | max. CHF 23.00 |
Der Eigenanteil ist auf 20 % des höchsten Kassenbeitrags begrenzt. Auch bei Stufe 12 zahlst du deshalb nicht mehr als diesen Betrag – die Differenz übernimmt der Kanton.
Häufige Zusatzposten
Neben den Taxen verrechnen viele Heime Leistungen separat. Typisch sind Wäsche mit Namensschildern, chemische Reinigung, Telefon, TV- und Internetanschluss, Coiffeur und Fusspflege, Begleitung zu Arztterminen, Ausflüge sowie Medikamente und Material, die nicht über die Krankenkasse laufen.
Ein Einzelzimmerzuschlag oder ein Zuschlag für ein grösseres Zimmer erhöht die Hotellerietaxe. Wer Ergänzungsleistungen bezieht, sollte prüfen, ob die EL diese Taxe voll anerkennen – sonst entsteht eine Lücke, die aus dem Taschengeld gedeckt werden muss.
- Wäsche, Namensschilder, Reinigung
- Telefon, TV, Internet
- Coiffeur, Fusspflege, Begleitungen
Taxen vergleichen, bevor du dich entscheidest
Heime veröffentlichen ihre Taxordnung meist auf der Website oder schicken sie auf Anfrage. Für einen fairen Vergleich rechnest du alle Posten auf einen Monat hoch: Hotellerie, Betreuung, Pflegeanteil und die üblichen Zusatzleistungen. Erst dann zeigt sich, ob ein vermeintlich günstiges Heim mit vielen Extras am Ende teurer ist als eines mit Pauschalen.
Frag ausserdem nach, wie die Taxen in den letzten Jahren gestiegen sind, ob ein Depot verlangt wird und wie der Übertritt von der Pflegeabteilung in eine Demenzabteilung geregelt ist. Für Personen mit Ergänzungsleistungen ist entscheidend, ob die Hotellerietaxe die vom Kanton anerkannte Höchsttaxe übersteigt – die Differenz müssten sie selbst bezahlen.
Wer früh plant, kann sich in mehreren Heimen auf die Warteliste setzen lassen. Bei einem Akuteintritt aus dem Spital bleibt diese Wahl oft nicht, dann ist ein späterer Wechsel möglich.
So prüfst du die Rechnung
Vergleiche die Tagesanzahl mit dem Kalender – Spitalaufenthalte und Ferienabwesenheiten werden oft mit einer reduzierten Taxe verrechnet, wenn das Zimmer reserviert bleibt. Prüfe, ob die Pflegestufe mit der letzten Einstufung übereinstimmt, und verlange die Bedarfsabklärung, wenn sie sich stark verändert hat.
Bei einem Heimwechsel oder Todesfall gelten Kündigungsfristen und Räumungsfristen. Sie stehen im Pensionsvertrag und sollten vor Eintritt gelesen werden – genauso wie die Regelung für Vorauszahlungen und Depots.
Wer die Finanzen eines Elternteils mitverwaltet, behält in BudgetHub Renten, Heimrechnung und Ergänzungsleistungen in einem eigenen Hub im Blick – getrennt vom eigenen Budget und für Geschwister teilbar.
