Alter und Pflege

Wie viel kostet ein Altersheim pro Monat?

Kurz beantwortet: Ein Platz im Alters- und Pflegeheim kostet die Bewohnenden in der Schweiz typischerweise CHF 5’016 bis CHF 9’059 pro Monat. Ohne Pflegebedarf zahlst du vor allem Hotellerie und etwas Betreuung, mit Pflegebedarf kommt ein Eigenanteil von höchstens CHF 23.00 pro Tag dazu. Die gesamten Kosten inklusive des von Krankenkasse und Kanton bezahlten Pflegeanteils liegen bei CHF 6'000 bis 12'000.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert Oktober 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Die Kosten nach Pflegebedarf

Kurz: Der Preis eines Heimplatzes hängt weniger vom Pflegebedarf ab, als viele denken. Den Hauptteil der privaten Kosten machen Zimmer, Essen und Betreuung aus. Die Pflege selbst bezahlen Krankenkasse und Kanton bis auf einen gedeckelten Eigenanteil.

Situationpro Tagpro MonatLücke bei CHF 3'800 Rente
Ohne Pflegebedarf (Hotellerie + wenig Betreuung)CHF 165.00CHF 5’016CHF 1’216
Mit Pflegebedarf, mittlerer TarifCHF 223.00CHF 6’779CHF 2’979
Stadt, Einzelzimmer, hoher BetreuungsbedarfCHF 298.00CHF 9’059CHF 5’259

Die Werte sind Richtwerte aus Taxordnungen verschiedener Regionen. Heime in Städten und Privatheime liegen am oberen Rand, subventionierte Heime auf dem Land am unteren.

Altersheim, Pflegeheim, Alterswohnung – der Unterschied

Ein klassisches Altersheim für selbständige Seniorinnen und Senioren gibt es kaum noch; die meisten Institutionen sind heute Alters- und Pflegeheime, in denen man auch bei steigendem Pflegebedarf bleiben kann. Wer noch weitgehend selbständig ist, wählt oft eine Alterswohnung mit Service oder betreutes Wohnen – das ist meist günstiger als ein Heimplatz.

Für die Kostenplanung ist der Unterschied wichtig: In der Alterswohnung zahlst du Miete und einzelne Dienstleistungen, im Heim eine Tagestaxe mit Vollpension. Wer nur wenig Unterstützung braucht, zahlt im Heim viele Leistungen mit, die er nicht nutzt.

Wer die Lücke bezahlt

Reicht die Rente nicht, wird zuerst das Vermögen eingesetzt. Liegt es unter CHF 100’000 (Ehepaare CHF 200’000), besteht in der Regel Anspruch auf Ergänzungsleistungen, die im Heim die anerkannte Tagestaxe und einen Betrag für persönliche Auslagen decken. Das selbstbewohnte Haus zählt für diese Schwelle nicht.

Bei regelmässigem Hilfebedarf kommt eine Hilflosenentschädigung der AHV dazu – unabhängig von Einkommen und Vermögen. Kinder müssen nicht für die Heimkosten ihrer Eltern aufkommen; eine Unterstützungspflicht besteht nur in Ausnahmefällen bei Sozialhilfe.

  • Renten (AHV, PK) und Vermögen zuerst
  • Ergänzungsleistungen als Rechtsanspruch
  • Hilflosenentschädigung bei Hilfebedarf

Was zusätzlich anfällt

Nicht in der Tagestaxe enthalten sind meist persönliche Auslagen: Coiffeur, Fusspflege, Kleidung, Telefon, Fernsehen, Medikamente ausserhalb der Grundversicherung, Ausflüge und Begleitung zu Terminen. Je nach Lebensstil sind das CHF 200 bis 600 pro Monat. Dazu kommen Krankenkassenprämie und Steuern, die auch im Heim weiterlaufen.

Wer ein Elternteil ins Heim begleitet, sollte früh eine Übersicht aller Einnahmen und Ausgaben machen. Sie zeigt, wie lange das Vermögen reicht und wann ein EL-Antrag nötig wird.

Kosten senken, ohne an Qualität zu sparen

Der grösste Hebel ist die Wahl des Heims: Zwischen Heimen derselben Region liegen oft CHF 30 bis 60 pro Tag Unterschied. Ein Doppelzimmer oder ein kleineres Zimmer senkt die Hotellerietaxe. Und wer den Heimeintritt mit Spitex und Tagesstruktur hinauszögert, spart – solange die Sicherheit zu Hause gewährleistet ist.

Wer die Finanzen eines Elternteils mitverwaltet, behält in BudgetHub Renten, Heimrechnung und Ergänzungsleistungen in einem eigenen Hub im Blick – getrennt vom eigenen Budget und für Geschwister teilbar.

Was den Wert nach oben treibt

Bei fast allen Haushaltsposten sind es dieselben drei Faktoren: Wohnregion, Haushaltsgrösse und ob externe Dienstleistungen genutzt werden. Städtische Zentren liegen bei praktisch jedem Posten über dem Landesdurchschnitt.

Der vierte Faktor ist die Lebensphase: Ein Haushalt mit Jugendlichen liegt bei Lebensmitteln, Mobilität und Freizeit deutlich über einem mit Kleinkindern.

Häufige Fragen

Was kostet ein Altersheim pro Monat in der Schweiz?+

Für die Bewohnenden meist CHF 5’016 bis CHF 9’059, je nach Region, Zimmer und Betreuungsbedarf.

Was kostet ein Altersheim ohne Pflegestufe?+

Rund CHF 5’016 pro Monat für Hotellerie und Grundbetreuung. Ohne Pflegebedarf ist eine Alterswohnung mit Service oft günstiger.

Zahlt die Krankenkasse das Altersheim?+

Nur die Pflege, abzüglich deines Eigenanteils. Zimmer, Essen und Betreuung zahlst du selbst.

Was passiert, wenn das Geld nicht reicht?+

Dann helfen Ergänzungsleistungen, sobald das Vermögen unter der Schwelle liegt. Der Antrag wirkt ab dem Monat der Einreichung.

Müssen Kinder das Altersheim der Eltern bezahlen?+

Nein. Eine Verwandtenunterstützungspflicht kann nur bei Sozialhilfe und guten Verhältnissen entstehen; bei EL gibt es sie nicht.

Ist ein Einzelzimmer teurer?+

Ja, meist CHF 10 bis 50 pro Tag mehr als ein Doppelzimmer, als Zuschlag zur Hotellerietaxe.

Sind Heimkosten steuerlich abziehbar?+

Der pflegebedingte Teil ja; bei Hilflosenentschädigung gelten die Heimkosten als behinderungsbedingt und sind weitgehend abziehbar.

Warum liegen meine Kosten über dem Richtwert?+

Meist wegen Wohnregion, Haushaltsgrösse oder externer Dienstleistungen. Städtische Zentren liegen bei fast jedem Posten über dem Durchschnitt.

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Zur Methodik: Die genannten Richtwerte basieren auf etablierten Schweizer Budgetregeln (Budgetberatung Schweiz, BFS-Niveau, gängige Faustregeln) und sind bewusst als Orientierung deklariert – keine individuelle Beratung. Deine konkreten Zahlen hängen von Region, Haushalt und Lebensstil ab.

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