Die Kosten nach Pflegebedarf
Kurz: Der Preis eines Heimplatzes hängt weniger vom Pflegebedarf ab, als viele denken. Den Hauptteil der privaten Kosten machen Zimmer, Essen und Betreuung aus. Die Pflege selbst bezahlen Krankenkasse und Kanton bis auf einen gedeckelten Eigenanteil.
| Situation | pro Tag | pro Monat | Lücke bei CHF 3'800 Rente |
|---|---|---|---|
| Ohne Pflegebedarf (Hotellerie + wenig Betreuung) | CHF 165.00 | CHF 5’016 | CHF 1’216 |
| Mit Pflegebedarf, mittlerer Tarif | CHF 223.00 | CHF 6’779 | CHF 2’979 |
| Stadt, Einzelzimmer, hoher Betreuungsbedarf | CHF 298.00 | CHF 9’059 | CHF 5’259 |
Die Werte sind Richtwerte aus Taxordnungen verschiedener Regionen. Heime in Städten und Privatheime liegen am oberen Rand, subventionierte Heime auf dem Land am unteren.
Altersheim, Pflegeheim, Alterswohnung – der Unterschied
Ein klassisches Altersheim für selbständige Seniorinnen und Senioren gibt es kaum noch; die meisten Institutionen sind heute Alters- und Pflegeheime, in denen man auch bei steigendem Pflegebedarf bleiben kann. Wer noch weitgehend selbständig ist, wählt oft eine Alterswohnung mit Service oder betreutes Wohnen – das ist meist günstiger als ein Heimplatz.
Für die Kostenplanung ist der Unterschied wichtig: In der Alterswohnung zahlst du Miete und einzelne Dienstleistungen, im Heim eine Tagestaxe mit Vollpension. Wer nur wenig Unterstützung braucht, zahlt im Heim viele Leistungen mit, die er nicht nutzt.
Wer die Lücke bezahlt
Reicht die Rente nicht, wird zuerst das Vermögen eingesetzt. Liegt es unter CHF 100’000 (Ehepaare CHF 200’000), besteht in der Regel Anspruch auf Ergänzungsleistungen, die im Heim die anerkannte Tagestaxe und einen Betrag für persönliche Auslagen decken. Das selbstbewohnte Haus zählt für diese Schwelle nicht.
Bei regelmässigem Hilfebedarf kommt eine Hilflosenentschädigung der AHV dazu – unabhängig von Einkommen und Vermögen. Kinder müssen nicht für die Heimkosten ihrer Eltern aufkommen; eine Unterstützungspflicht besteht nur in Ausnahmefällen bei Sozialhilfe.
- Renten (AHV, PK) und Vermögen zuerst
- Ergänzungsleistungen als Rechtsanspruch
- Hilflosenentschädigung bei Hilfebedarf
Was zusätzlich anfällt
Nicht in der Tagestaxe enthalten sind meist persönliche Auslagen: Coiffeur, Fusspflege, Kleidung, Telefon, Fernsehen, Medikamente ausserhalb der Grundversicherung, Ausflüge und Begleitung zu Terminen. Je nach Lebensstil sind das CHF 200 bis 600 pro Monat. Dazu kommen Krankenkassenprämie und Steuern, die auch im Heim weiterlaufen.
Wer ein Elternteil ins Heim begleitet, sollte früh eine Übersicht aller Einnahmen und Ausgaben machen. Sie zeigt, wie lange das Vermögen reicht und wann ein EL-Antrag nötig wird.
Kosten senken, ohne an Qualität zu sparen
Der grösste Hebel ist die Wahl des Heims: Zwischen Heimen derselben Region liegen oft CHF 30 bis 60 pro Tag Unterschied. Ein Doppelzimmer oder ein kleineres Zimmer senkt die Hotellerietaxe. Und wer den Heimeintritt mit Spitex und Tagesstruktur hinauszögert, spart – solange die Sicherheit zu Hause gewährleistet ist.
Wer die Finanzen eines Elternteils mitverwaltet, behält in BudgetHub Renten, Heimrechnung und Ergänzungsleistungen in einem eigenen Hub im Blick – getrennt vom eigenen Budget und für Geschwister teilbar.
Was den Wert nach oben treibt
Bei fast allen Haushaltsposten sind es dieselben drei Faktoren: Wohnregion, Haushaltsgrösse und ob externe Dienstleistungen genutzt werden. Städtische Zentren liegen bei praktisch jedem Posten über dem Landesdurchschnitt.
Der vierte Faktor ist die Lebensphase: Ein Haushalt mit Jugendlichen liegt bei Lebensmitteln, Mobilität und Freizeit deutlich über einem mit Kleinkindern.
