Woraus sich die Kilometerkosten zusammensetzen
Die Vollkosten eines Autos bestehen aus zwei Blöcken. Fixkosten, die unabhängig von der Fahrleistung anfallen: Wertverlust (der grösste Posten, im ersten Jahr am höchsten), Kapitalkosten oder Leasingrate, Versicherung, Verkehrssteuer, Parkplatz, Vignette und Nebenkosten. Variable Kosten, die mit jedem Kilometer wachsen: Treibstoff oder Strom, Service und Reparaturen, Reifen, ein Anteil zusätzlicher Wertverlust durch Laufleistung.
Beim Musterauto des TCS (Mittelklasse, Neupreis um CHF 35'000, 15'000 km pro Jahr) machen die Fixkosten rund zwei Drittel der Vollkosten aus. Deshalb ist die Frage «Was kostet ein Kilometer?» ohne Angabe der Jahresfahrleistung nicht zu beantworten – und deshalb sinkt der Kilometersatz, je mehr man fährt.
- Wertverlust und Kapital: rund 40–50 % der Vollkosten
- Versicherung, Steuer, Parkplatz, Vignette: rund 15–20 %
- Treibstoff: rund 15–25 % (je nach Preis und Verbrauch)
- Service, Reparaturen, Reifen: rund 10–15 %
Die Tabelle: Kilometerkosten nach Fahrleistung
Richtwerte für einen Mittelklassewagen mit Verbrenner, Neupreis um CHF 35'000, gehalten über acht Jahre. Kleinwagen liegen rund 20–30 % darunter, SUV und Oberklasse deutlich darüber. Elektroautos haben höhere Fixkosten (Anschaffung) und tiefere variable Kosten (Strom, Service) – bei hoher Fahrleistung kippt die Rechnung zu ihren Gunsten.
| Fahrleistung pro Jahr | Vollkosten pro Jahr | Pro Kilometer | Pro Monat |
|---|---|---|---|
| 10'000 km | CHF 8'500–10'000 | CHF 0.85–1.00 | CHF 700–830 |
| 15'000 km | CHF 9'500–12'000 | CHF 0.65–0.80 | CHF 800–1'000 |
| 20'000 km | CHF 10'500–13'500 | CHF 0.55–0.70 | CHF 880–1'120 |
| 25'000 km | CHF 11'500–15'000 | CHF 0.45–0.60 | CHF 960–1'250 |
Die Monatsspalte ist die Zahl fürs Budget: Wer nur Benzin und Versicherung einträgt, unterschätzt das Auto um die Hälfte. Wertverlust und Service fallen nicht monatlich an – sie gehören trotzdem als Rückstellung ins Monatsbudget, sonst kommt der Ersatzwagen aus dem Notgroschen.
Service, Reparaturen, Reifen: was pro Jahr zurückgelegt werden sollte
Für einen Mittelklassewagen ab dem dritten Jahr sind CHF 1'000–2'000 pro Jahr für Service, Reparaturen und Reifen ein realistischer Richtwert – in Jahren mit grossem Service oder neuen Reifen mehr, dazwischen weniger. Die Garantiezeit täuscht: In den ersten zwei Jahren sind die Kosten tief, danach steigen sie; wer den Durchschnitt über acht Jahre nimmt, liegt richtig.
Praktisch: Pro Jahr den Richtwert durch zwölf teilen und als Rückstellung «Auto Unterhalt» führen. Der Betrag bleibt auf dem Konto liegen, bis die Rechnung kommt – dann ist sie bezahlt, ohne dass der Monat kippt. Dasselbe gilt für die Verkehrssteuer und die Versicherungsprämie, die einmal jährlich fällig sind.
Auto, Auto-Abo, ÖV – die Vergleichsrechnung
Ob sich das Auto lohnt, zeigt der Vergleich mit den Alternativen für dieselbe Mobilität: Ein GA 2. Klasse kostet weniger als die Vollkosten eines Autos bei 10'000 km; ein Auto-Abo bündelt Fixkosten und Unterhalt in einer Monatsrate, meist über den Vollkosten eines Kaufs bei langer Haltedauer, aber ohne Kapitalbindung. Mobility und Mietwagen für gelegentliche Fahrten liegen bei niedriger Fahrleistung deutlich unter allen drei.
Die Rechnung für deine Situation: Auto-vs-GA-Rechner und Auto-Abo vs. Kauf. Die einzelnen Posten mit Bandbreiten stehen unter Was kostet ein Auto in der Schweiz?; die Vollkosten eines Elektroautos unter E-Auto-Vollkosten.
Wie belastbar diese Zahl ist
Es handelt sich um eine Bandbreite, nicht um einen Zielwert. Wer darüber oder darunter liegt, macht nichts falsch – entscheidend ist, ob das eigene Budget insgesamt aufgeht und ob der Posten bewusst gewählt ist.
Die grössten Abweichungen entstehen durch Wohnregion, Haushaltsgrösse und persönliche Prioritäten. Wer in Zürich wohnt, liegt bei den meisten Posten am oberen Rand; in ländlichen Regionen ist der untere realistisch – bei der Miete können das für dieselbe Wohnungsgrösse CHF 800 im Monat Unterschied sein.
Vom Richtwert zur Budgetposition
Ein Richtwert wird erst nützlich, wenn er zu einer Zeile im Budget wird – mit einem Betrag, der monatlich reserviert ist. Alles andere bleibt eine Information ohne Folge.
Bei unregelmässig anfallenden Posten gehört der Jahresbetrag durch zwölf geteilt und als Rückstellung geführt. Sonst sprengt er den Monat, in dem er auftritt.
