Familie

Budget für eine Familie mit zwei Kindern in der Schweiz: die Tabelle mit echten Posten (2026)

Kurz beantwortet: Eine Familie mit zwei Kindern braucht in der Schweiz rund CHF 8'500–10'000 netto pro Monat ohne externe Betreuung und CHF 10'500–13'000 mit Kita – je nach Stadt. Die Tabelle unten zeigt zwei komplette Beispielbudgets: Bern ohne Kita mit CHF 9'500 netto und Zürich mit Kita an drei Tagen mit CHF 12'000 netto. Die drei grössten Posten – Wohnen, Kinderbetreuung und Krankenkasse – machen zusammen die Hälfte des Budgets aus; alles andere ist Anpassung.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert Januar 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Beispiel 1: Bern, ein Vollzeit- und ein 40-%-Pensum, ohne Kita

Zwei Erwachsene, Kinder 4 und 7, 4-Zimmer-Wohnung in der Stadt Bern, ein Elternteil zu Hause an den Betreuungstagen, ein Auto. Nettoeinkommen zusammen CHF 9'500.

PostenCHF / MonatAnteil
Wohnen inkl. Nebenkosten2'25024 %
Krankenkasse (2 Erw., 2 Kinder, nach IPV)95010 %
Steuern (Rückstellung)7508 %
Versicherungen, Serafe2302 %
Lebensmittel & Haushalt1'30014 %
Kinder: Kleidung, Schule, Freizeit, Rückstellung5005 %
Mobilität (Auto, ÖV)6507 %
Kommunikation & Abos1502 %
Freizeit, Ferien (Rückstellung)7007 %
Sparen inkl. Säule 3a1'20013 %
Reserve / Unvorhergesehenes3003 %
Total8'98095 %
Verbleibend5205 %

Das Budget geht auf, aber die Spar- und Ferienposten sind der Puffer: Steigt die Miete oder fällt der Teilzeitlohn weg, verschwinden sie als Erstes. Die Kinderzulagen sind im Nettoeinkommen enthalten – sie sind Einkommen, kein Extra.

Beispiel 2: Zürich, zwei Pensen von 100 % und 60 %, Kita an drei Tagen

Zwei Erwachsene, Kinder 2 und 5, 4-Zimmer-Wohnung in der Stadt Zürich, subventionierter Kita-Platz an drei Tagen für beide Kinder, kein Auto, zwei ÖV-Abos. Nettoeinkommen zusammen CHF 12'000.

PostenCHF / MonatAnteil
Wohnen inkl. Nebenkosten3'00025 %
Kinderbetreuung (2 Kinder, 3 Tage, subventioniert)1'80015 %
Krankenkasse (2 Erw., 2 Kinder)1'1009 %
Steuern (Rückstellung)1'0008 %
Versicherungen, Serafe2502 %
Lebensmittel & Haushalt1'30011 %
Kinder: Kleidung, Spielgruppe, Rückstellung4003 %
Mobilität (ÖV-Abos)4003 %
Kommunikation & Abos1501 %
Freizeit, Auswärts, Ferien9008 %
Sparen inkl. Säule 3a1'20010 %
Reserve / Unvorhergesehenes3003 %
Total11'80098 %
Verbleibend2002 %

Hier zeigt sich die Zürcher Rechnung: Fast ein Viertel mehr Einkommen als in Bern, aber nach Miete und Kita bleibt weniger Spielraum. Ob das 60-%-Pensum sich lohnt, entscheidet die Differenz zwischen dem zweiten Nettolohn und den Kita-Kosten inklusive der höheren Steuern – hier rund CHF 1'500 im Monat. Das ist positiv, aber knapper, als viele Familien vermuten.

Wie du die Tabelle auf deine Familie umrechnest

Ersetze die drei grossen Posten durch deine echten Zahlen: Miete aus dem Vertrag, Krankenkasse aus den Policen abzüglich der Prämienverbilligung, Kita aus der Tariftabelle deiner Gemeinde. Diese drei bestimmen, ob das Budget in deiner Stadt aufgeht. Steuern: letzte Rechnung durch zwölf. Alles andere – Lebensmittel, Kinderposten, Freizeit – sind Bandbreiten, die du über drei Monate mit dem Kontoauszug abgleichst.

Zwei Posten fehlen in fast jedem Familienbudget und stehen deshalb in beiden Tabellen: die Rückstellung für Kinderkosten, die nicht monatlich anfallen (Lager, Zahnspange, Velo, Musikunterricht), und die Reserve für Unvorhergesehenes. Familien ohne diese zwei Zeilen haben ein Budget, das im Januar aufgeht und im Juni nicht mehr.

  • Wohnen: Miete inkl. Nebenkosten – höchstens ein Drittel des Nettoeinkommens
  • Kinderbetreuung: Tariftabelle der Gemeinde, subventionsabhängig vom Einkommen
  • Krankenkasse: alle vier Prämien netto nach Prämienverbilligung
  • Kinder-Rückstellung: CHF 200–300 pro Kind und Monat für unregelmässige Posten
  • Sparen: 10–15 % als Ziel; in teuren Städten oft erst nach dem Kita-Alter erreichbar

Wie belastbar diese Zahl ist

Es handelt sich um eine Bandbreite, nicht um einen Zielwert. Wer darüber oder darunter liegt, macht nichts falsch – entscheidend ist, ob das eigene Budget insgesamt aufgeht und ob der Posten bewusst gewählt ist.

Die grössten Abweichungen entstehen durch Wohnregion, Haushaltsgrösse und persönliche Prioritäten. Wer in Zürich wohnt, liegt bei den meisten Posten am oberen Rand; in ländlichen Regionen ist der untere realistisch – bei der Miete können das für dieselbe Wohnungsgrösse CHF 800 im Monat Unterschied sein.

Richtwert und eigene Lage

Ein Richtwert beschreibt den Durchschnitt, nicht deine Situation. Er ist brauchbar als Ausgangspunkt und wird erst durch den Abgleich mit deinen tatsächlichen Zahlen der letzten zwölf Monate aussagekräftig.

Wo dein Wert um mehr als zwanzig Prozent abweicht, gibt es dafür meist einen konkreten Grund – Wohnregion, Haushaltsgrösse oder eine Besonderheit deiner Lebenssituation. Diesen Grund zu kennen ist wertvoller als der Durchschnitt selbst.

Häufige Fragen

Wie viel Geld braucht eine Familie mit zwei Kindern in der Schweiz pro Monat?+

Rund CHF 8'500–10'000 netto ohne externe Betreuung und CHF 10'500–13'000 mit Kita, je nach Stadt. Bern und Basel liegen am unteren, Zürich und Genf am oberen Rand – der Unterschied entsteht vor allem bei Miete und Betreuung.

Was kostet die Kita für zwei Kinder?+

Je nach Gemeinde, Subvention und Pensum zwischen einigen hundert und über zweitausend Franken pro Monat für beide Kinder. Der Vollpreis liegt meist bei CHF 110–150 pro Kind und Tag; Subventionen richten sich nach dem Einkommen und können bei einer Lohnerhöhung sinken.

Lohnt sich das zweite Pensum, wenn die Kita so viel kostet?+

Rechne den zweiten Nettolohn minus Kita-Kosten minus zusätzliche Steuern. In den Beispielen bleibt ein positiver Betrag, aber deutlich kleiner als der Bruttolohn vermuten lässt. Nicht vergessen: Das Pensum sichert auch Pensionskasse und AHV – das zählt langfristig.

Wie hoch sollen Kinderkosten pro Monat budgetiert werden?+

Für Kleidung, Schule, Freizeit und eine Rückstellung für unregelmässige Posten rund CHF 200–300 pro Kind und Monat – ohne Betreuung und ohne den Anteil an Wohnen, Lebensmitteln und Krankenkasse, die separat budgetiert werden.

Gibt es die Tabelle als Vorlage?+

Ja – die Familienbudget-Vorlage als Excel und PDF hat dieselben Posten mit Richtwerten; die Beträge lassen sich direkt überschreiben.

Wie verlässlich sind Richtwerte?+

Als Ausgangspunkt brauchbar, als Massstab nicht. Erst der Abgleich mit deinen tatsächlichen Zahlen der letzten zwölf Monate macht sie aussagekräftig.

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