Beispiel 1: Bern, ein Vollzeit- und ein 40-%-Pensum, ohne Kita
Zwei Erwachsene, Kinder 4 und 7, 4-Zimmer-Wohnung in der Stadt Bern, ein Elternteil zu Hause an den Betreuungstagen, ein Auto. Nettoeinkommen zusammen CHF 9'500.
| Posten | CHF / Monat | Anteil |
|---|---|---|
| Wohnen inkl. Nebenkosten | 2'250 | 24 % |
| Krankenkasse (2 Erw., 2 Kinder, nach IPV) | 950 | 10 % |
| Steuern (Rückstellung) | 750 | 8 % |
| Versicherungen, Serafe | 230 | 2 % |
| Lebensmittel & Haushalt | 1'300 | 14 % |
| Kinder: Kleidung, Schule, Freizeit, Rückstellung | 500 | 5 % |
| Mobilität (Auto, ÖV) | 650 | 7 % |
| Kommunikation & Abos | 150 | 2 % |
| Freizeit, Ferien (Rückstellung) | 700 | 7 % |
| Sparen inkl. Säule 3a | 1'200 | 13 % |
| Reserve / Unvorhergesehenes | 300 | 3 % |
| Total | 8'980 | 95 % |
| Verbleibend | 520 | 5 % |
Das Budget geht auf, aber die Spar- und Ferienposten sind der Puffer: Steigt die Miete oder fällt der Teilzeitlohn weg, verschwinden sie als Erstes. Die Kinderzulagen sind im Nettoeinkommen enthalten – sie sind Einkommen, kein Extra.
Beispiel 2: Zürich, zwei Pensen von 100 % und 60 %, Kita an drei Tagen
Zwei Erwachsene, Kinder 2 und 5, 4-Zimmer-Wohnung in der Stadt Zürich, subventionierter Kita-Platz an drei Tagen für beide Kinder, kein Auto, zwei ÖV-Abos. Nettoeinkommen zusammen CHF 12'000.
| Posten | CHF / Monat | Anteil |
|---|---|---|
| Wohnen inkl. Nebenkosten | 3'000 | 25 % |
| Kinderbetreuung (2 Kinder, 3 Tage, subventioniert) | 1'800 | 15 % |
| Krankenkasse (2 Erw., 2 Kinder) | 1'100 | 9 % |
| Steuern (Rückstellung) | 1'000 | 8 % |
| Versicherungen, Serafe | 250 | 2 % |
| Lebensmittel & Haushalt | 1'300 | 11 % |
| Kinder: Kleidung, Spielgruppe, Rückstellung | 400 | 3 % |
| Mobilität (ÖV-Abos) | 400 | 3 % |
| Kommunikation & Abos | 150 | 1 % |
| Freizeit, Auswärts, Ferien | 900 | 8 % |
| Sparen inkl. Säule 3a | 1'200 | 10 % |
| Reserve / Unvorhergesehenes | 300 | 3 % |
| Total | 11'800 | 98 % |
| Verbleibend | 200 | 2 % |
Hier zeigt sich die Zürcher Rechnung: Fast ein Viertel mehr Einkommen als in Bern, aber nach Miete und Kita bleibt weniger Spielraum. Ob das 60-%-Pensum sich lohnt, entscheidet die Differenz zwischen dem zweiten Nettolohn und den Kita-Kosten inklusive der höheren Steuern – hier rund CHF 1'500 im Monat. Das ist positiv, aber knapper, als viele Familien vermuten.
Wie du die Tabelle auf deine Familie umrechnest
Ersetze die drei grossen Posten durch deine echten Zahlen: Miete aus dem Vertrag, Krankenkasse aus den Policen abzüglich der Prämienverbilligung, Kita aus der Tariftabelle deiner Gemeinde. Diese drei bestimmen, ob das Budget in deiner Stadt aufgeht. Steuern: letzte Rechnung durch zwölf. Alles andere – Lebensmittel, Kinderposten, Freizeit – sind Bandbreiten, die du über drei Monate mit dem Kontoauszug abgleichst.
Zwei Posten fehlen in fast jedem Familienbudget und stehen deshalb in beiden Tabellen: die Rückstellung für Kinderkosten, die nicht monatlich anfallen (Lager, Zahnspange, Velo, Musikunterricht), und die Reserve für Unvorhergesehenes. Familien ohne diese zwei Zeilen haben ein Budget, das im Januar aufgeht und im Juni nicht mehr.
- Wohnen: Miete inkl. Nebenkosten – höchstens ein Drittel des Nettoeinkommens
- Kinderbetreuung: Tariftabelle der Gemeinde, subventionsabhängig vom Einkommen
- Krankenkasse: alle vier Prämien netto nach Prämienverbilligung
- Kinder-Rückstellung: CHF 200–300 pro Kind und Monat für unregelmässige Posten
- Sparen: 10–15 % als Ziel; in teuren Städten oft erst nach dem Kita-Alter erreichbar
Wie belastbar diese Zahl ist
Es handelt sich um eine Bandbreite, nicht um einen Zielwert. Wer darüber oder darunter liegt, macht nichts falsch – entscheidend ist, ob das eigene Budget insgesamt aufgeht und ob der Posten bewusst gewählt ist.
Die grössten Abweichungen entstehen durch Wohnregion, Haushaltsgrösse und persönliche Prioritäten. Wer in Zürich wohnt, liegt bei den meisten Posten am oberen Rand; in ländlichen Regionen ist der untere realistisch – bei der Miete können das für dieselbe Wohnungsgrösse CHF 800 im Monat Unterschied sein.
Richtwert und eigene Lage
Ein Richtwert beschreibt den Durchschnitt, nicht deine Situation. Er ist brauchbar als Ausgangspunkt und wird erst durch den Abgleich mit deinen tatsächlichen Zahlen der letzten zwölf Monate aussagekräftig.
Wo dein Wert um mehr als zwanzig Prozent abweicht, gibt es dafür meist einen konkreten Grund – Wohnregion, Haushaltsgrösse oder eine Besonderheit deiner Lebenssituation. Diesen Grund zu kennen ist wertvoller als der Durchschnitt selbst.
