Vollkosten vergleichen
Auto-Vollkosten (TCS): CHF 700–1'100/Monat. GA 2. Klasse: rund CHF 333.–/Monat. Rechne deine reale Nutzung.
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Die Vollkosten, die im Vergleich fehlen
Wer nur Benzin gegen ÖV-Abo rechnet, vergleicht falsch. Zum Auto gehören Wertverlust, Versicherung, Steuern, Service, Reifen, Motorfahrzeugkontrolle und Parkplatz – der Wertverlust ist dabei meist der grösste Einzelposten und der am wenigsten sichtbare.
Ein Rechenbeispiel: Occasion für CHF 15'000, über fünf Jahre auf CHF 5'000 abgeschrieben, ergibt CHF 167 Wertverlust im Monat – bevor das Auto einen Meter gefahren ist.
Die ehrliche dritte Option
Für viele ist weder das eine noch das andere optimal, sondern die Kombination: Halbtax oder Streckenabo plus Carsharing oder Mietwagen für die Fälle, in denen ein Auto nötig ist. Das deckt den realen Bedarf oft für die Hälfte der Autokosten ab.
Der Steueraspekt beim Arbeitsweg
Die Kosten des Arbeitswegs sind als Berufsauslage abziehbar – beim Bund bis zu einer Obergrenze, kantonal unterschiedlich. Das ÖV-Abo wird zum effektiven Preis anerkannt, Autokosten dagegen nur, wenn der öffentliche Verkehr nicht zumutbar ist.
Für die Vergleichsrechnung heisst das: Beim ÖV senkt der Abzug die tatsächlichen Nettokosten spürbar, beim Auto in vielen Fällen gar nicht. Dieser Effekt fehlt in den meisten Vergleichen und verschiebt das Ergebnis weiter zugunsten des ÖV.
Was beim Auto oft fehlt
Der Wertverlust. Bei einer Occasion für CHF 20'000, die nach vier Jahren CHF 9'000 wert ist, sind das CHF 229 im Monat – mehr als Treibstoff und Versicherung zusammen, und er erscheint nie als Rechnung.
Ebenfalls häufig vergessen: Parkplatz am Wohnort, Motorfahrzeugkontrolle und die Reparaturen, die sie auslöst. In der Stadt kommen beim Parkplatz CHF 100 bis 250 monatlich dazu.
Die Kombination als dritte Option
Halbtax oder Streckenabo plus Carsharing für die Fälle, in denen ein Auto nötig ist. Für viele mit städtischem Wohnort deckt das den realen Bedarf zur Hälfte der Autokosten ab.
Rechne dafür deine tatsächlichen Autofahrten der letzten drei Monate durch – nicht die gefühlten. Die meisten überschätzen die Zahl der Fahrten, bei denen ein Auto wirklich nötig war.
Der Abgleich mit der Realität
Vergleiche das Ergebnis mit deiner letzten Abrechnung, nicht mit deiner Erinnerung. Tarife und Prämien ändern jährlich, und die Zahl im Kopf stammt fast immer aus dem Jahr, in dem man zuletzt genauer hingeschaut hat.
Zweitens gilt: Ein Vergleich rechnet mit Listenpreisen. Rabatte, Kombinationsangebote und Treueboni sind darin nicht abgebildet – sie verschieben das Ergebnis, ändern aber selten die Rangfolge.
Was den Wert nach oben treibt
Bei fast allen Haushaltsposten sind es dieselben drei Faktoren: Wohnregion, Haushaltsgrösse und ob externe Dienstleistungen genutzt werden. Städtische Zentren liegen bei praktisch jedem Posten über dem Landesdurchschnitt.
Der vierte Faktor ist die Lebensphase: Ein Haushalt mit Jugendlichen liegt bei Lebensmitteln, Mobilität und Freizeit deutlich über einem mit Kleinkindern.
