Einmalige Erstausstattung
Kinderwagen, Bett, Autositz und Kleidung – vieles lässt sich gebraucht oder geliehen günstiger beschaffen.
Laufende Kosten
Windeln, Nahrung, später Kita oder Krippe (ein grosser Posten in der Schweiz) sowie die mitversicherte Krankenkasse fürs Kind.
Einkommen mitdenken
Plane mögliche Pensumsreduktionen ein – nutze dazu den Lohn-nach-Pensum-Rechner.
In BudgetHub passt du dein Budget an die neue Situation an, statt es neu zu bauen – die bisherigen Zahlen bleiben als Vergleichsmassstab erhalten.
Was sofort erledigt werden muss
Diese Punkte haben Fristen und werden im ersten Monat leicht übersehen:
- Das Kind innert drei Monaten bei einer Krankenkasse anmelden – die Prämie läuft ab Geburt.
- Familienzulagen über den Arbeitgeber beantragen; sie kommen nicht automatisch.
- Prämienverbilligung neu prüfen – die Haushaltsgrösse ändert die Bemessungsgrundlage.
- Kita-Anmeldung, in vielen Gemeinden mit langen Wartelisten.
- Steuerlich: Kinderabzug und Kinderbetreuungsabzug ab dem Geburtsjahr.
Der Posten, der als Erstes geopfert wird
Die Vorsorge. Säule 3a und Pensionskassenanbindung verschwinden bei knappem Budget zuerst, weil sie keine Mahnung schicken. Die Folgen zeigen sich erst Jahrzehnte später.
Ein kleiner regelmässiger Betrag ist besser als eine vollständige Unterbrechung. Und bei Kinderbetreuung lohnt die Prüfung der Erziehungsgutschriften – sie werden bei der Rentenberechnung angerechnet.
Rückstellungen tragen durch Übergänge
In Übergangsphasen fallen Kosten geballt an: Kaution, Umzug, Neuanschaffungen, doppelte Mietzinsen. Wer sie aus dem laufenden Monat deckt, greift zur Kreditkarte – und zahlt Zinsen für einen vorhersehbaren Vorgang.
Als Orientierung: Jede grössere Lebensveränderung kostet einmalig CHF 3'000 bis 9'000. Diese Grössenordnung als eigenes Sparziel zu führen ist die günstigste Absicherung.
Die einmaligen Kosten realistisch ansetzen
Kaution, Umzug, Neuanschaffungen und die Überschneidung bei Mietzins und Kaution ergeben je nach Situation CHF 3'000 bis 9'000. Sie fallen geballt an, meist in einem Monat.
Als eigenes Sparziel geführt sind sie unauffällig finanzierbar. Aus dem laufenden Monat gedeckt landen sie auf der Kreditkarte.
Was im ersten Jahr wirklich gebraucht wird
Ein grosser Teil der Erstausstattung lässt sich gebraucht oder geliehen beschaffen – Kinderwagen, Wippe, Babybett und Kleider werden nur wenige Monate genutzt. Neu gekauft werden sollten Matratze und Autositz.
Beim Autositz gilt zusätzlich: Gebrauchtkauf nur aus bekannter Quelle. Nach einem Unfall ist ein Sitz auch ohne sichtbare Schäden zu ersetzen, und das sieht man ihm nicht an.
Drei Anmeldungen, die niemand automatisch für dich macht
Erstens die Krankenkasse: innert 3 Monaten nach der Geburt, rückwirkend ab Geburtsdatum. Für die Grundversicherung besteht Aufnahmepflicht; eine allfällige Zusatzversicherung gehört bereits während der Schwangerschaft abgeschlossen, weil danach eine Gesundheitsprüfung möglich ist.
Zweitens die Familienzulage: beim Arbeitgeber zu beantragen. Mindestens CHF 215 pro Monat, kantonal oft mehr, rückwirkend bis fünf Jahre. Arbeiten beide Elternteile, entscheidet eine gesetzliche Rangordnung, wer sie bezieht – in Kantonen mit unterschiedlichen Ansätzen macht das mehrere hundert Franken pro Jahr aus.
Drittens die Mutterschaftsentschädigung: über den Arbeitgeber bei der Ausgleichskasse. 80 Prozent des Lohns, höchstens CHF 220 pro Tag, während 14 Wochen.
Der Posten, der alles andere überwiegt
Erstausstattung, Windeln und Kleider sind sichtbar und überschaubar – zusammen meist unter CHF 3'000 im ersten Jahr, und ein erheblicher Teil davon lässt sich gebraucht beschaffen. Der grosse Posten ist ein anderer: die externe Betreuung und der Lohn, der wegen Pensumsreduktion nicht verdient wird.
Ein Kita-Platz kostet je nach Kanton und Subventionierung CHF 80 bis 150 pro Tag. Bei drei Tagen pro Woche sind das CHF 1'000 bis 1'900 im Monat. Subventionen sind kommunal geregelt und einkommensabhängig – der Antrag lohnt sich fast immer und wird oft zu spät gestellt, weil die Warteliste ohnehin lang scheint.
Die Rechnung, die vor die Pensumsentscheidung gehört: Was bleibt vom zusätzlichen Pensum nach Betreuungskosten, höherer Steuerprogression und Fahrkosten? In manchen Konstellationen sind es unter CHF 300 im Monat – dann ist es eine bewusste Entscheidung für Karriere und Vorsorge, nicht fürs laufende Budget.
