So rechnet die EO
Kurz: Taggeld = Monatslohn ÷ 30 × 80 %, höchstens CHF 220. Bei CHF 6’000 Lohn sind das CHF 160 pro Tag, über 98 Tage CHF 15’680. Gegenüber dem vollen Lohn fehlen damit rund CHF 3’920 – sofern der Arbeitgeber nicht aufstockt.
Wer mehr als CHF 8’250 verdient, erhält immer den Höchstbetrag. Bei CHF 9’000 Lohn sind es CHF 21’560, die Lücke zum Lohn wächst auf CHF 7’840.
- 80 % des durchschnittlichen Lohns vor der Geburt
- Höchstens CHF 220 pro Tag
- Mutterschaft: 98 Taggelder, Vaterschaft: 14 Taggelder
Tabelle: Entschädigung nach Lohn
| Monatslohn | Taggeld | Mutterschaft (98 T.) | Vaterschaft (14 T.) |
|---|---|---|---|
| CHF 4’000 | CHF 107 | CHF 10’454 | CHF 1’493 |
| CHF 6’000 | CHF 160 | CHF 15’680 | CHF 2’240 |
| CHF 8’250 | CHF 220 | CHF 21’560 | CHF 3’080 |
| CHF 10’000 | CHF 220 | CHF 21’560 | CHF 3’080 |
Ein Vater mit CHF 7’000 Lohn erhält CHF 2’613 für zwei Wochen. Die Vaterschaftsentschädigung kann innerhalb von sechs Monaten nach der Geburt am Stück oder tageweise bezogen werden.
Voraussetzungen
Anspruch hat, wer in den neun Monaten vor der Geburt AHV-versichert war, davon mindestens fünf Monate erwerbstätig, und bei der Geburt angestellt oder selbstständig ist. Auch Arbeitslose mit Taggeldanspruch sind berechtigt. Die Mutterschaftsentschädigung endet vorzeitig, wenn die Mutter die Erwerbstätigkeit wieder aufnimmt.
Den Antrag stellt in der Regel der Arbeitgeber bei der Ausgleichskasse. Selbstständige melden sich direkt bei ihrer Ausgleichskasse.
Was das fürs Familienbudget heisst
Die grösste Lücke entsteht oft nicht während des Mutterschaftsurlaubs, sondern danach – wenn ein Elternteil das Pensum reduziert und die Kita dazukommt. Wer das künftige Budget vor der Geburt mit dem neuen Einkommen rechnet, erlebt keine Überraschung.
Viele Arbeitgeber zahlen über die EO hinaus 100 % des Lohns oder verlängern den Urlaub. Ein Blick in den Arbeitsvertrag oder den GAV lohnt sich, bevor du mit der gesetzlichen Mindestleistung planst.
Rechne mit deinen eigenen Zahlen weiter: In BudgetHub trägst du Einkommen, Fixkosten und Konten einmal ein und siehst jeden Monat, was wirklich bleibt – kostenlos, ohne Bankverbindung.
Häufige Fragen aus der Praxis
Was gilt bei Teilzeit? Massgebend ist der tatsächliche Lohn vor der Geburt; wer 60 Prozent arbeitet, erhält 80 Prozent dieses Teilzeitlohns. Bei unregelmässigem Einkommen, etwa im Stundenlohn, wird der Durchschnitt der letzten Monate berechnet. Bonuszahlungen und der 13. Monatslohn fliessen anteilig ein, wenn sie AHV-pflichtig sind.
Was gilt bei zwei Arbeitgebern? Die Löhne werden zusammengezählt, der Höchstbetrag gilt für die Summe. Und wer während der Schwangerschaft arbeitslos wird, behält den Anspruch, sofern Arbeitslosentaggelder bezogen werden oder die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind.
Wann wird ausbezahlt? In der Regel über den Arbeitgeber mit der normalen Lohnzahlung, nachdem die Ausgleichskasse den Antrag geprüft hat. Bei Selbstständigen zahlt die Ausgleichskasse direkt – oft erst nach einigen Wochen. Ein Notgroschen überbrückt diese Zeit.
Vom Richtwert zur Budgetposition
Ein Richtwert wird erst nützlich, wenn er zu einer Zeile im Budget wird – mit einem Betrag, der monatlich reserviert ist. Alles andere bleibt eine Information ohne Folge.
Bei unregelmässig anfallenden Posten gehört der Jahresbetrag durch zwölf geteilt und als Rückstellung geführt. Sonst sprengt er den Monat, in dem er auftritt.
