Median oder Durchschnitt – welche Zahl zählt?
Kurz: Der Median ist der Lohn genau in der Mitte, wenn man alle Löhne der Grösse nach ordnet. Der arithmetische Durchschnitt liegt höher, weil wenige sehr hohe Löhne ihn nach oben ziehen. Für die Frage «verdiene ich normal?» ist deshalb der Median die aussagekräftigere Zahl.
Das BFS standardisiert alle Löhne auf eine Vollzeitstelle mit 40 Wochenstunden. Wer Teilzeit arbeitet, rechnet seinen Lohn für den Vergleich auf 100 % hoch. Der 13. Monatslohn und Boni sind anteilig enthalten.
- Median 2024: CHF 7’024 brutto/Monat
- Unterstes Zehntel: unter CHF 4’635
- Oberstes Zehntel: über CHF 12’526
- Vorerhebung 2022: CHF 6’788
Grosse Unterschiede nach Region und Branche
Die Region Zürich liegt mit CHF 7’502 am höchsten, gefolgt von der Nordwestschweiz (CHF 7’156) und der Zentralschweiz (CHF 7’092). Nach Branche ist die Spannweite noch grösser: Banken CHF 10’723, Baugewerbe CHF 6’616, Detailhandel CHF 5’214, Gastronomie CHF 4’744.
Höhere Löhne in einer Region bedeuten nicht automatisch mehr Spielraum. In Zürich oder Genf frisst die Miete einen Teil des Vorsprungs wieder auf, in Kantonen mit tieferem Lohnniveau bleibt nach Miete und Steuern oft ähnlich viel übrig.
13. Monatslohn und Boni
75.9 % der Arbeitnehmenden erhalten einen 13. Monatslohn, 32.6 % Boni. Wer den 13. Monatslohn im Budget auf zwölf Monate verteilt, rechnet mit einem realistischeren Monatsbetrag – und hat im Dezember keine Überraschung, sondern eine Reserve für Steuern und Prämien.
So vergleichst du deinen eigenen Lohn richtig
Erstens auf Vollzeit hochrechnen: Wer 80 % arbeitet, teilt den Lohn durch 0,8. Zweitens den 13. Monatslohn einrechnen – das BFS verteilt ihn auf die Monatslöhne, der Arbeitsvertrag nennt ihn oft separat. Drittens mit der passenden Gruppe vergleichen: Region und Branche erklären mehr vom Unterschied als jede Einzelzahl.
Und viertens: Für das Budget zählt nicht der Brutto-, sondern der Nettolohn nach Steuern. Zwei Personen mit identischem Bruttolohn können je nach Wohnkanton mehrere hundert Franken pro Monat Unterschied haben – bei den Steuern und bei der Miete zugleich.
- Teilzeit: Lohn durch Pensum teilen (80 % → ÷ 0,8)
- 13. Monatslohn: Jahreslohn ÷ 12 statt Monatslohn
- Vergleichsgruppe: gleiche Region und Branche
- Für das Budget zählt der Nettolohn nach Steuern
Was vom Medianlohn netto bleibt
Nach Sozialabzügen bleiben vom Medianlohn rund CHF 6’110 netto. Die Faustregel für die Miete – höchstens ein Drittel des Nettolohns – ergibt rund CHF 2’020. Die Musterbudgets für CHF 5’000, CHF 6’500 und CHF 8’000 zeigen, wie sich der Rest typischerweise verteilt.
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Vom Richtwert zur Budgetposition
Ein Richtwert wird erst nützlich, wenn er zu einer Zeile im Budget wird – mit einem Betrag, der monatlich reserviert ist. Alles andere bleibt eine Information ohne Folge.
Bei unregelmässig anfallenden Posten gehört der Jahresbetrag durch zwölf geteilt und als Rückstellung geführt. Sonst sprengt er den Monat, in dem er auftritt.
