Der Bedarf nach Familiengrösse
Kurz: Der nötige Familienlohn hängt vor allem von Wohnkosten, Kinderbetreuung und Krankenkasse ab. Die Tabelle zeigt den Nettobedarf für ein solides Budget im Mittelland – mit Rückstellungen und einer kleinen Sparquote, ohne teure Vollzeit-Kita.
| Familie | Wohnen | Krankenkasse 2027 | Netto-Bedarf pro Monat |
|---|---|---|---|
| 2 Erwachsene, 1 Kind | CHF 2’100 | CHF 1’103 | CHF 6’938 |
| 2 Erwachsene, 2 Kinder | CHF 2’500 | CHF 1’231 | CHF 7’901 |
| 2 Erwachsene, 3 Kinder | CHF 2’900 | CHF 1’360 | CHF 8’865 |
Enthalten sind Steuern, Lebensmittel, Mobilität, Versicherungen, Kinderkosten, Freizeit, Rückstellungen und Sparen. Die Kinderzulagen (gesetzliches Minimum CHF 215 pro Kind) sind bereits abgezogen.
Vom Netto zum Brutto
Für CHF 7’901 netto braucht ein Haushalt je nach Pensionskasse und Alter rund CHF 9’100 brutto pro Monat (12 Monatslöhne), also etwa CHF 109’000 im Jahr. Mit 13. Monatslohn verteilt sich das auf 13 Zahlungen. Ob das ein Einkommen oder zwei sind, ist für das Budget egal – für die Steuern nicht: Zwei Einkommen führen bei Verheirateten zu höherer Progression.
Zum Vergleich: Der Medianlohn in der Schweiz liegt bei rund CHF 7'000 brutto für eine Vollzeitstelle. Eine Familie mit zwei Kindern braucht also meist mehr als einen Medianlohn – oder günstigen Wohnraum.
Was den Bedarf am stärksten verändert
Kinderbetreuung: Eine Kita kostet ohne Subvention CHF 100 bis 150 pro Tag. Mit zwei Kindern an drei Tagen kann das CHF 2'500 bis 3'500 pro Monat ausmachen. Viele Gemeinden subventionieren nach Einkommen – der Unterschied zwischen Gemeinden ist enorm.
Wohnen: In Zürich, Genf, Zug oder Basel kostet eine Familienwohnung leicht CHF 1'000 mehr als im Mittelland. Mobilität: Auf dem Land ist oft ein Auto nötig, in der Stadt reicht der ÖV. Und die Steuern: Der Wohnort entscheidet über mehrere tausend Franken pro Jahr.
- Kita: grösste Variable
- Wohnort: Miete und Steuern
- Auto ja oder nein
Teilzeit und Vorsorge mitdenken
Viele Familien lösen die Betreuungsfrage mit Teilzeit. Das senkt die Kita-Kosten, aber auch Einkommen und Vorsorge des Teilzeit-Partners. Ein fairer Ausgleich ist eine Säule 3a auf dessen Namen, finanziert aus dem gemeinsamen Budget, und eine Absprache, wie Vermögen und Vorsorge im Fall einer Trennung geteilt werden.
Beim Familienlohn zählt deshalb nicht nur der Monatsbetrag, sondern die langfristige Wirkung: Wer zehn Jahre mit 40 % arbeitet, hat später eine deutlich tiefere Pensionskassenrente. Diese Lücke lässt sich mit kleinen, regelmässigen Beträgen früh schliessen.
Mit weniger Einkommen gut leben
Liegt das Einkommen unter dem Bedarf, helfen Prämienverbilligung, Kita-Subventionen, Familienergänzungsleistungen (in einigen Kantonen), Stipendien für ältere Kinder und günstiger Wohnraum über Genossenschaften. Eine Budgetberatung zeigt, welche Ansprüche bestehen.
Und: Ein genaues Budget ist mehr wert als ein höherer Lohn ohne Plan. Wer die Rückstellungen für Zahnarzt, Lager und Steuern im Griff hat, kommt auch mit knapperem Einkommen ruhig durchs Jahr.
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Was den Wert nach oben treibt
Bei fast allen Haushaltsposten sind es dieselben drei Faktoren: Wohnregion, Haushaltsgrösse und ob externe Dienstleistungen genutzt werden. Städtische Zentren liegen bei praktisch jedem Posten über dem Landesdurchschnitt.
Der vierte Faktor ist die Lebensphase: Ein Haushalt mit Jugendlichen liegt bei Lebensmitteln, Mobilität und Freizeit deutlich über einem mit Kleinkindern.
