Warum die Fixkosten zuerst kommen
Kurz: Fixkosten entscheiden, wie viel Spielraum überhaupt bleibt. Bei vielen Schweizer Haushalten machen sie mehr als die Hälfte des Nettoeinkommens aus. Wer sie einmal vollständig auflistet, sieht sofort, wo der grösste Hebel liegt – und dass er fast nie beim Kaffee unterwegs liegt.
Die Liste unterscheidet bewusst nicht nach «wichtig» und «unwichtig», sondern erfasst alles, was regelmässig und vertraglich abfliesst. Erst danach wird bewertet.
- Alles, was monatlich in gleicher Höhe abfliesst
- Jahresrechnungen durch zwölf geteilt
- Steuern als monatliche Rückstellung
- Säule 3a als fester Dauerauftrag
Die zehn Positionen der Liste
Miete inklusive Nebenkosten, Krankenkasse (Grund- und Zusatzversicherung getrennt), Hausrat und Haftpflicht, Steuerrückstellung, Mobilität, Handy und Internet, Serafe, Streaming und weitere Abos sowie die Säule 3a. Die Serafe-Abgabe beträgt CHF 335 pro Jahr und Haushalt – in der Liste steht sie als Monatsbetrag.
Zusammen ergeben die Richtwerte CHF 3’288. Daneben stehen in der Excel-Datei die Spalten «Dein Plan» und «Ist» sowie eine Zeile für das Nettoeinkommen: Die Datei rechnet aus, was nach den Fixkosten pro Monat bleibt.
Wo die grössten Hebel liegen
Drei Positionen bringen am meisten: Erstens die Krankenkasse – ein alternatives Versicherungsmodell und die richtige Franchise sparen oft mehrere hundert Franken im Jahr. Zweitens die Miete – sie lässt sich nicht monatlich anpassen, aber bei sinkendem Referenzzinssatz ist eine Senkung möglich. Drittens die Abos: Einzeln klein, zusammen oft ein dreistelliger Monatsbetrag.
Weniger bringt es, kleine Posten aufwendig zu optimieren. Eine Stunde mit der Fixkostenliste wirkt stärker als ein Monat Verzicht im Alltag.
So pflegst du die Liste
Einmal vollständig ausfüllen, danach zweimal im Jahr prüfen: im Herbst, wenn die neuen Krankenkassenprämien bekannt sind, und im Frühling nach der Steuerrechnung. Jede Vertragsänderung kommt sofort in die Liste.
Übernimm die Struktur direkt in BudgetHub – die Kategorien sind angelegt, und statt einer Tabelle, die man vergisst, siehst du jeden Monat, wie Plan und Ist auseinanderlaufen. Kostenlos, ohne Bankverbindung.
Fixkosten, variable Kosten und Rückstellungen
Die Liste unterscheidet drei Arten von Kosten. Fixkosten im engen Sinn sind vertraglich festgelegt und fallen jeden Monat gleich an: Miete, Krankenkasse, Versicherungen, Abos. Rückstellungen sind Beträge, die du jeden Monat beiseitelegst, obwohl die Rechnung nur einmal im Jahr kommt – Steuern, Franchise, Zahnarzt, Autoversicherung. Variable Kosten wie Lebensmittel, Freizeit und Kleidung gehören nicht in die Fixkostenliste, sondern ins Haushaltsbuch.
Die Rückstellungen sind der Teil, den die meisten vergessen. Wer die Steuern nicht monatlich zurücklegt, hat im Frühling eine Rechnung, die das Budget eines ganzen Monats verschlingt. In der Vorlage steht die Steuerrückstellung deshalb gleichberechtigt neben der Miete.
Ein praktischer Trick: Alle Fixkosten und Rückstellungen laufen über ein eigenes Konto, auf das am Zahltag per Dauerauftrag genau die Summe der Liste fliesst. Was auf dem Privatkonto bleibt, ist dann frei verfügbar – ohne Rechnen.
- Fixkosten: vertraglich, jeden Monat gleich
- Rückstellungen: jährliche Rechnungen ÷ 12
- Variable Kosten: ins Haushaltsbuch, nicht in diese Liste
- Eigenes Fixkostenkonto mit Dauerauftrag am Zahltag
