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Haushaltsbuch & Excel

Jahresrechnungen auf Monate verteilen: Rückstellung

Kurz beantwortet: Rechnungen, die einmal im Jahr kommen – Steuern, Serafe, Auto- und Hausratversicherung –, verteilst du mit einer Rückstellung auf zwölf Monate. Im Beispiel unten summieren sich sechs solche Posten auf CHF 13’392 pro Jahr; wer jeden Monat CHF 1’116 zur Seite legt, kann jede Rechnung bei Fälligkeit bezahlen.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert Oktober 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Warum Jahresrechnungen Budgets sprengen

Kurz: Ein Monatsbudget zeigt die Fixkosten, die monatlich abgehen. Jahresrechnungen tauchen darin nicht auf – bis sie kommen. Dann fehlt plötzlich ein Betrag in der Grössenordnung eines halben Monatslohns, und die Rechnung landet auf der Kreditkarte oder wird in Raten bezahlt.

In der Schweiz ist das besonders ausgeprägt, weil die Steuern nicht vom Lohn abgezogen werden. Dazu kommen die Serafe-Abgabe, Versicherungen mit Jahresprämie und unregelmässige Kosten wie Franchise und Selbstbehalt.

Das Beispiel: sechs Posten, eine Monatsrate

Postenpro Jahrpro MonatRhythmus
Kantons-, Gemeinde- und BundessteuernCHF 9’600CHF 800Raten oder Schlussrechnung
Radio-TV-Abgabe (Serafe)CHF 312CHF 26jährlich
AutoversicherungCHF 1’140CHF 95jährlich
StrassenverkehrssteuerCHF 480CHF 40jährlich
Hausrat und PrivathaftpflichtCHF 360CHF 30jährlich
Franchise und Selbstbehalt (Reserve)CHF 1’500CHF 125unregelmässig
TotalCHF 13’392CHF 1’116

Die Monatsrate von CHF 1’116 ist auf den nächsten Franken aufgerundet. Die Serafe-Abgabe beträgt ab 2027 CHF 312 pro Haushalt und Jahr; die übrigen Werte sind Beispiele für einen Haushalt mit Auto – setze deine eigenen Rechnungen des Vorjahres ein.

Wo das Geld liegt: Sparkonto statt Lohnkonto

Eine Rückstellung funktioniert nur, wenn das Geld nicht im Alltag verschwindet. Bewährt hat sich ein eigenes Konto oder Unterkonto, auf das ein Dauerauftrag am Zahltag die Monatsrate überweist. Die Jahresrechnungen bezahlst du dann von dort.

Der Kontostand sagt dir jederzeit, ob die Rückstellung reicht. Startest du im Januar und zahlst im April die Serafe-Rechnung, sollten Ende April noch rund CHF 4’152 auf dem Konto sein. Liegt der Stand deutlich tiefer, ist eine Rechnung höher ausgefallen oder die Rate zu tief angesetzt.

Steuern: Raten, Vorauszahlung oder Schlussrechnung

Der grösste Posten ist fast immer die Steuer. Viele Kantone schicken provisorische Raten, andere eine Schlussrechnung nach der Veranlagung; manche vergüten Vorauszahlungen mit einem Zins. Die Rückstellung funktioniert in allen Fällen gleich: Monatlich einen Zwölftel der erwarteten Jahressteuer zurücklegen und die Rechnung vom Rückstellungskonto bezahlen.

Als Schätzung taugt die letzte definitive Steuerrechnung. Hat sich das Einkommen deutlich verändert, etwa durch eine neue Stelle oder Teilzeit, rechnest du besser neu – sonst stimmt die Rate, aber die Rechnung nicht. Den Hintergrund erklärt der Ratgeber zum Zurücklegen der Steuern.

Drei Fehler, die Rückstellungen leeren

Allen drei gemeinsam ist, dass die Rückstellung als frei verfügbares Geld wahrgenommen wird. Ein eigenes Konto mit klarem Namen, etwa «Jahresrechnungen», hilft mehr als jede Formel.

  • Rückstellung auf dem Lohnkonto lassen – sie wird im Alltag unbemerkt ausgegeben
  • Ferien oder Geschenke aus dem Rückstellungskonto bezahlen – dann fehlt das Geld bei der Steuerrechnung
  • Rate nach einer Lohnerhöhung nicht anpassen – höheres Einkommen bedeutet meist höhere Steuern

Die Formel in Excel: Rate und laufender Stand

Pro Posten genügen zwei Spalten: Jahresbetrag und Fälligkeitsmonat. Die Monatsrate ist =AUFRUNDEN(Jahresbetrag/12;0). Den laufenden Stand pro Monat berechnest du als Summe der bisherigen Raten minus Summe der bereits fälligen Rechnungen: =Monat*Rate−SUMMEWENNS(Jahresbetrag;Fällig;"<="&Monat).

Wird der Stand in einem Monat negativ, reicht die Rückstellung nicht: Entweder erhöhst du die Rate, oder du verschiebst die Zahlung einer Rechnung – viele Versicherer und Steuerämter bieten Raten an, oft gegen einen kleinen Zuschlag.

Automatisch: Fixkosten mit Rückstellung im Haushaltsbuch

Im Haushaltsbuch für Excel erfasst du jede Fixkosten-Position mit Betrag, Rhythmus (monatlich, vierteljährlich, halbjährlich, jährlich) und Fälligkeit. Das Blatt rechnet die Monatsrate und zeigt den Stand der Rückstellung Monat für Monat; eine der 13 eingebauten Prüfungen meldet, wenn sie nicht reicht. Einmalig CHF 49.

In der BudgetHub-App legst du Jahresrechnungen als Daueraufträge mit Rhythmus an und siehst im Kalender, wann welche Rechnung kommt.

Häufige Fragen

Wie viel sollte ich monatlich für Jahresrechnungen zurücklegen?+

Summe aller Jahresrechnungen geteilt durch zwölf, aufgerundet. Im Beispiel sind es bei sechs Posten und Steuern von CHF 9’600 insgesamt CHF 1’116 pro Monat.

Welche Rechnungen kommen typischerweise einmal im Jahr?+

Steuern (oder deren Schlussrechnung), Serafe, Auto- und Hausratversicherung, Strassenverkehrssteuer, Vignette, Vereinsbeiträge sowie unregelmässig Franchise und Selbstbehalt.

Wo bewahre ich die Rückstellung am besten auf?+

Auf einem separaten Konto oder Unterkonto mit Dauerauftrag am Zahltag. So verschwindet das Geld nicht im Alltag, und der Kontostand zeigt, ob die Rückstellung reicht.

Was kostet die Serafe ab 2027?+

Die Radio- und Fernsehabgabe beträgt ab 2027 CHF 312 pro Haushalt und Jahr, unabhängig von den Geräten. Monatlich sind das CHF 26.

Was tun, wenn die Rückstellung nicht reicht?+

Rate erhöhen oder die Zahlung einer Rechnung in Raten aufteilen – viele Steuerämter und Versicherer bieten das an, teils gegen Zuschlag. Ein Kleinkredit dafür ist die teuerste Lösung.

Gehört die Franchise in die Rückstellung?+

Als Reserve ja. Wer eine hohe Franchise wählt, sollte den Betrag bis zur Franchise plus Selbstbehalt bereithalten, damit eine Arztrechnung kein Loch reisst.

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