Warum Jahresrechnungen Budgets sprengen
Kurz: Ein Monatsbudget zeigt die Fixkosten, die monatlich abgehen. Jahresrechnungen tauchen darin nicht auf – bis sie kommen. Dann fehlt plötzlich ein Betrag in der Grössenordnung eines halben Monatslohns, und die Rechnung landet auf der Kreditkarte oder wird in Raten bezahlt.
In der Schweiz ist das besonders ausgeprägt, weil die Steuern nicht vom Lohn abgezogen werden. Dazu kommen die Serafe-Abgabe, Versicherungen mit Jahresprämie und unregelmässige Kosten wie Franchise und Selbstbehalt.
Das Beispiel: sechs Posten, eine Monatsrate
| Posten | pro Jahr | pro Monat | Rhythmus |
|---|---|---|---|
| Kantons-, Gemeinde- und Bundessteuern | CHF 9’600 | CHF 800 | Raten oder Schlussrechnung |
| Radio-TV-Abgabe (Serafe) | CHF 312 | CHF 26 | jährlich |
| Autoversicherung | CHF 1’140 | CHF 95 | jährlich |
| Strassenverkehrssteuer | CHF 480 | CHF 40 | jährlich |
| Hausrat und Privathaftpflicht | CHF 360 | CHF 30 | jährlich |
| Franchise und Selbstbehalt (Reserve) | CHF 1’500 | CHF 125 | unregelmässig |
| Total | CHF 13’392 | CHF 1’116 |
Die Monatsrate von CHF 1’116 ist auf den nächsten Franken aufgerundet. Die Serafe-Abgabe beträgt ab 2027 CHF 312 pro Haushalt und Jahr; die übrigen Werte sind Beispiele für einen Haushalt mit Auto – setze deine eigenen Rechnungen des Vorjahres ein.
Wo das Geld liegt: Sparkonto statt Lohnkonto
Eine Rückstellung funktioniert nur, wenn das Geld nicht im Alltag verschwindet. Bewährt hat sich ein eigenes Konto oder Unterkonto, auf das ein Dauerauftrag am Zahltag die Monatsrate überweist. Die Jahresrechnungen bezahlst du dann von dort.
Der Kontostand sagt dir jederzeit, ob die Rückstellung reicht. Startest du im Januar und zahlst im April die Serafe-Rechnung, sollten Ende April noch rund CHF 4’152 auf dem Konto sein. Liegt der Stand deutlich tiefer, ist eine Rechnung höher ausgefallen oder die Rate zu tief angesetzt.
Steuern: Raten, Vorauszahlung oder Schlussrechnung
Der grösste Posten ist fast immer die Steuer. Viele Kantone schicken provisorische Raten, andere eine Schlussrechnung nach der Veranlagung; manche vergüten Vorauszahlungen mit einem Zins. Die Rückstellung funktioniert in allen Fällen gleich: Monatlich einen Zwölftel der erwarteten Jahressteuer zurücklegen und die Rechnung vom Rückstellungskonto bezahlen.
Als Schätzung taugt die letzte definitive Steuerrechnung. Hat sich das Einkommen deutlich verändert, etwa durch eine neue Stelle oder Teilzeit, rechnest du besser neu – sonst stimmt die Rate, aber die Rechnung nicht. Den Hintergrund erklärt der Ratgeber zum Zurücklegen der Steuern.
Drei Fehler, die Rückstellungen leeren
Allen drei gemeinsam ist, dass die Rückstellung als frei verfügbares Geld wahrgenommen wird. Ein eigenes Konto mit klarem Namen, etwa «Jahresrechnungen», hilft mehr als jede Formel.
- Rückstellung auf dem Lohnkonto lassen – sie wird im Alltag unbemerkt ausgegeben
- Ferien oder Geschenke aus dem Rückstellungskonto bezahlen – dann fehlt das Geld bei der Steuerrechnung
- Rate nach einer Lohnerhöhung nicht anpassen – höheres Einkommen bedeutet meist höhere Steuern
Die Formel in Excel: Rate und laufender Stand
Pro Posten genügen zwei Spalten: Jahresbetrag und Fälligkeitsmonat. Die Monatsrate ist =AUFRUNDEN(Jahresbetrag/12;0). Den laufenden Stand pro Monat berechnest du als Summe der bisherigen Raten minus Summe der bereits fälligen Rechnungen: =Monat*Rate−SUMMEWENNS(Jahresbetrag;Fällig;"<="&Monat).
Wird der Stand in einem Monat negativ, reicht die Rückstellung nicht: Entweder erhöhst du die Rate, oder du verschiebst die Zahlung einer Rechnung – viele Versicherer und Steuerämter bieten Raten an, oft gegen einen kleinen Zuschlag.
Automatisch: Fixkosten mit Rückstellung im Haushaltsbuch
Im Haushaltsbuch für Excel erfasst du jede Fixkosten-Position mit Betrag, Rhythmus (monatlich, vierteljährlich, halbjährlich, jährlich) und Fälligkeit. Das Blatt rechnet die Monatsrate und zeigt den Stand der Rückstellung Monat für Monat; eine der 13 eingebauten Prüfungen meldet, wenn sie nicht reicht. Einmalig CHF 49.
In der BudgetHub-App legst du Jahresrechnungen als Daueraufträge mit Rhythmus an und siehst im Kalender, wann welche Rechnung kommt.
