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Vermögen

Wertschriftenverzeichnis ausfüllen: Steuerwerte, Erträge und der Weg zurück zur Verrechnungssteuer

Kurz beantwortet: Ins Wertschriftenverzeichnis gehören alle Konten, Aktien, Fonds und Kryptowährungen mit ihrem Wert per 31. Dezember sowie die Erträge des Jahres. Der Aufwand lohnt sich doppelt: Er ist Pflicht – und er ist die einzige Möglichkeit, die 35 % Verrechnungssteuer auf Zinsen und Dividenden zurückzubekommen.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert August 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Was hineingehört

Alle Bank- und Postkonten mit Saldo und Zinsertrag, alle Wertschriften mit Steuerwert und Ertrag, Kryptowährungen, Guthaben aus Darlehen. Die Säule 3a gehört ausdrücklich nicht dazu – sie ist während der Laufzeit von der Vermögenssteuer befreit.

Ein Beispiel zur Grössenordnung: Bei CHF 50'000 auf Konten und in Wertschriften mit CHF 800 Jahresertrag liegen CHF 280 Verrechnungssteuer beim Bund – Geld, das nur über die Deklaration zurückkommt.

Massgebend ist immer der 31. Dezember. Für kotierte Titel gibt es amtliche Kurslisten der Eidgenössischen Steuerverwaltung; für Kryptowährungen publiziert sie ebenfalls Jahresendkurse. Eigene Schätzungen sind unnötig und werden korrigiert.

Die Verrechnungssteuer ist kein Geschenk, sondern deine Rückforderung

Auf Zinsen und Dividenden aus Schweizer Quellen werden 35 % direkt abgezogen. Dieses Geld ist nicht verloren – es ist eine Sicherungssteuer, die genau dann zurückkommt, wenn du die Erträge korrekt deklarierst.

Wer die Erträge nicht deklariert, verzichtet auf die Rückerstattung und riskiert zusätzlich ein Nachsteuerverfahren. Die Verrechnungssteuer ist damit ein durchdachter Mechanismus: Sie macht das Verschweigen teurer als das Deklarieren.

Der Aufwand lässt sich drastisch senken

Die meisten Schweizer Banken liefern auf Anfrage ein Steuerverzeichnis, das alle nötigen Angaben bereits aufbereitet enthält – teils gegen Gebühr, teils kostenlos. Manche liefern es zusätzlich in einem maschinenlesbaren Format nach dem Standard eCH-0196, das Steuerprogramme direkt einlesen können.

Das ist die Abkürzung, die viele nicht kennen: Statt Position für Position abzutippen, genügt oft ein Dokument. Wer mehrere Banken hat, sammelt mehrere – und braucht dafür eine Ablage, die übers Jahr mitwächst statt im Januar zu entstehen.

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Wo die Lücke entsteht

Zwischen den rund 60 Prozent des letzten Lohns aus AHV und Pensionskasse und dem gewohnten Lebensstandard. Verschärft wird sie bei Teilzeit, nach Erwerbspausen und bei Selbstständigen ohne Pensionskasse.

Prüfen lässt sie sich in zwanzig Minuten: Vorsorgeausweis der Pensionskasse und AHV-Kontoauszug, beide kostenlos erhältlich. Zusammen ergeben sie ein realistisches Bild.

AHV-Lücken früh erkennen

Jedes fehlende Beitragsjahr kürzt die Rente um rund 2,3 Prozent, dauerhaft. Nachzahlen lässt sich nur fünf Jahre rückwirkend – wer eine ältere Lücke entdeckt, kann nichts mehr tun.

Der Kontoauszug ist bei der Ausgleichskasse kostenlos erhältlich. Ihn alle fünf Jahre zu prüfen ist kein willkürlicher Rhythmus, sondern genau die Frist, innerhalb derer eine Lücke noch schliessbar ist.

Die grosse Säule 3a für Selbstständige

Wer keiner Pensionskasse angehört, darf 20 Prozent des Erwerbseinkommens einzahlen – bis zu einer deutlich höheren Obergrenze als bei Angestellten.

Das ist bei Selbstständigen oft das wichtigste Vorsorgeinstrument überhaupt, weil die zweite Säule fehlt.

Häufige Fragen

Was gehört ins Wertschriftenverzeichnis?+

Alle Konten, Wertschriften, Fondsanteile, Kryptowährungen und Guthaben mit ihrem Wert per 31. Dezember sowie die im Jahr erzielten Erträge. Säule-3a-Guthaben gehören nicht dazu.

Wie bekomme ich die Verrechnungssteuer zurück?+

Durch korrekte Deklaration der Erträge im Wertschriftenverzeichnis. Die 35 % werden dann mit der Steuerrechnung verrechnet oder ausbezahlt – ohne Deklaration gibt es keine Rückerstattung.

Welchen Wert muss ich für Aktien angeben?+

Den Steuerwert per 31. Dezember. Für kotierte Titel publiziert die Eidgenössische Steuerverwaltung eine amtliche Kursliste, die massgebend ist – eigene Bewertungen sind nicht nötig.

Muss ich Kryptowährungen deklarieren?+

Ja, als Vermögen zum Jahresendkurs. Die Eidgenössische Steuerverwaltung publiziert für die verbreiteten Währungen Kurse; für andere ist der Kurs der genutzten Handelsplattform heranzuziehen.

Was ist ein Steuerverzeichnis der Bank?+

Eine Zusammenstellung aller steuerrelevanten Angaben deines Depots – Bestände, Werte, Erträge, Verrechnungssteuer. Viele Banken liefern es zusätzlich maschinenlesbar nach dem Standard eCH-0196.

Wie prüfe ich meine Vorsorgelücke?+

Über den Vorsorgeausweis der Pensionskasse und den kostenlosen AHV-Kontoauszug. Zusammen ergeben sie in zwanzig Minuten ein realistisches Bild.

Wie oft soll ich meinen AHV-Kontoauszug prüfen?+

Alle fünf Jahre – das ist genau die Frist, innerhalb derer sich eine entdeckte Beitragslücke noch schliessen lässt.

Wie viel dürfen Selbstständige in die 3a einzahlen?+

20 Prozent des Erwerbseinkommens bis zu einer höheren Obergrenze als bei Angestellten mit Pensionskasse.

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