Wie viel du überhaupt einkaufen darfst
Das Einkaufspotenzial steht auf deinem Vorsorgeausweis. Es entsteht, wenn die bisherigen Beiträge hinter dem zurückbleiben, was bei durchgehender Versicherung mit dem heutigen Lohn möglich gewesen wäre – typisch nach einem Lohnsprung, einer Erwerbspause oder einem Zuzug aus dem Ausland.
Die Beträge sind oft erheblich: Fünf- und sechsstellige Einkaufspotenziale sind keine Seltenheit, und der Abzug wirkt in voller Höhe.
Die Dreijahresfrist
Das ist die entscheidende Regel. Wer innerhalb von drei Jahren nach einem Einkauf Kapital aus der Vorsorge bezieht, verliert den Steuerabzug für diesen Einkauf rückwirkend. Die Steuerbehörde wertet die Kombination als Steuerumgehung.
Praktisch heisst das: Wer mit 63 einen Kapitalbezug plant, darf mit 61 keinen Einkauf mehr tätigen. Die Frist gilt auch für den Vorbezug für Wohneigentum – ein Zusammenhang, den viele übersehen, wenn Eigenheimkauf und Vorsorgeoptimierung zeitlich zusammenfallen.
Staffeln statt alles auf einmal
Weil der Abzug die Progression bricht, wirkt ein grosser Einkauf in einem Jahr weniger als dieselbe Summe über mehrere Jahre verteilt. Verteilt man auf drei bis fünf Jahre, bleibt man in jedem Jahr in der obersten Progressionsstufe – dort, wo der Abzug am meisten bringt.
Ein zweiter Punkt gehört ehrlich dazu: Einkaufsgeld ist gebunden und verzinst sich zum Satz der Pensionskasse. Wer eine deutlich höhere Rendite erwartet oder Liquidität braucht, hat mit dem Einkauf möglicherweise das falsche Instrument gewählt – auch wenn die Steuerersparnis verlockt.
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Der Koordinationsabzug bei Teilzeit
Die Pensionskasse versichert nur den Lohnteil über dem Koordinationsabzug – und der ist ein fixer Betrag. Bei kleinem Pensum frisst er einen viel grösseren Anteil weg als bei einem vollen.
Prüfenswert ist, ob die eigene Kasse den Abzug anteilig zum Pensum kürzt. Immer mehr tun das, und der Unterschied ist über eine Erwerbsbiografie erheblich.
AHV-Lücken früh erkennen
Jedes fehlende Beitragsjahr kürzt die Rente um rund 2,3 Prozent, dauerhaft. Nachzahlen lässt sich nur fünf Jahre rückwirkend – wer eine ältere Lücke entdeckt, kann nichts mehr tun.
Der Kontoauszug ist bei der Ausgleichskasse kostenlos erhältlich. Ihn alle fünf Jahre zu prüfen ist kein willkürlicher Rhythmus, sondern genau die Frist, innerhalb derer eine Lücke noch schliessbar ist.
Die grosse Säule 3a für Selbstständige
Wer keiner Pensionskasse angehört, darf 20 Prozent des Erwerbseinkommens einzahlen – bis zu einer deutlich höheren Obergrenze als bei Angestellten.
Das ist bei Selbstständigen oft das wichtigste Vorsorgeinstrument überhaupt, weil die zweite Säule fehlt.
