Warum mehrere Konten Steuern sparen
Kurz: Ein 3a-Konto lässt sich nicht teilweise beziehen – du musst es auf einmal saldieren. Weil die Kapitalbezugssteuer progressiv ist, ist ein grosser Bezug in einem Jahr teurer als mehrere kleine Bezüge über mehrere Jahre. Wer das Guthaben früh auf mehrere Konten verteilt, kann die Bezüge zwischen 60 und 65 (bei Erwerbstätigkeit bis 70) staffeln.
Je nach Kanton und Höhe des Guthabens beträgt die Ersparnis einige tausend bis über zehntausend Franken. Achtung: Viele Kantone addieren Kapitalbezüge von Ehepartnern im selben Jahr sowie PK- und 3a-Kapital – die Staffelung muss deshalb mit allen Bezügen des Haushalts geplant werden.
Wie viele Konten sinnvoll sind
| Guthaben bei 60 | sinnvolle Anzahl | Bezugsplan |
|---|---|---|
| unter CHF 50'000 | 1–2 | ein bis zwei Bezugsjahre |
| CHF 50'000–150'000 | 3 | z. B. mit 61, 63, 65 |
| über CHF 150'000 | 4–5 | jährlich ab 60/61 |
Mehr als fünf Konten bringen meist kaum zusätzlichen Nutzen, weil die Bezugsjahre begrenzt sind. In der Praxis sind bis zu fünf Konten pro Person üblich.
- Nicht mehr als den Jahreshöchstbetrag total einzahlen
- Neues Konto eröffnen, statt ein grosses zu füllen
- Bezüge mit PK-Kapital und Partner abstimmen
So baust du die Konten auf
Ein bestehendes 3a-Konto lässt sich nicht aufteilen. Die Strategie ist deshalb, ab einem gewissen Guthaben – etwa CHF 30'000 bis 50'000 – ein neues Konto zu eröffnen und ab dann dort einzuzahlen. Mit 25 beginnend, entsteht so alle paar Jahre ein neues Konto.
Die Konten können bei verschiedenen Anbietern liegen und unterschiedlich angelegt sein, etwa ein Konto mit höherem Aktienanteil für den späten Bezug und ein vorsichtigeres für den frühen. Auch Wertschriftenlösungen lassen sich so staffeln.
Ein Bezugsplan in der Praxis
Ein Ehepaar hat mit 60 zusammen fünf 3a-Konten mit je rund CHF 40'000 sowie PK-Kapital, das mit 65 bezogen werden soll. Ein sinnvoller Plan: Er bezieht ein Konto mit 61, sie eines mit 62, er das zweite mit 63, sie das zweite mit 64, und das fünfte Konto wird mit dem PK-Kapital im Jahr 65 bezogen – oder ein Jahr später, wenn er bis 66 arbeitet. So fällt in jedem Jahr nur ein kleiner Bezug an.
Wichtig ist, die kantonale Regel zu kennen: Manche Kantone rechnen alle Kapitalbezüge innerhalb mehrerer Jahre zusammen, wenn sie offensichtlich nur zur Steuerersparnis gestaffelt wurden. Eine Anfrage beim Steueramt oder ein Steuerberater bringt Klarheit.
Weitere Bezugsgründe
Ausser im Alter kann die 3a für selbstgenutztes Wohneigentum, die Amortisation einer Hypothek, die Aufnahme einer Selbständigkeit, den definitiven Wegzug oder bei einer vollen IV-Rente bezogen werden. Für den Wohneigentumsvorbezug alle fünf Jahre ist ein separates Konto ebenfalls praktisch, weil es ganz bezogen werden kann, ohne die übrigen anzutasten.
In BudgetHub legst du 3a-Dauerauftrag, PK-Einkauf und Sparziele als Planposten an und siehst im Vermögensverlauf, wie deine Vorsorge Jahr für Jahr wächst.
Der Koordinationsabzug bei Teilzeit
Die Pensionskasse versichert nur den Lohnteil über dem Koordinationsabzug – und der ist ein fixer Betrag. Bei kleinem Pensum frisst er einen viel grösseren Anteil weg als bei einem vollen.
Prüfenswert ist, ob die eigene Kasse den Abzug anteilig zum Pensum kürzt. Immer mehr tun das, und der Unterschied ist über eine Erwerbsbiografie erheblich.
AHV-Lücken früh erkennen
Jedes fehlende Beitragsjahr kürzt die Rente um rund 2,3 Prozent, dauerhaft. Nachzahlen lässt sich nur fünf Jahre rückwirkend – wer eine ältere Lücke entdeckt, kann nichts mehr tun.
Der Kontoauszug ist bei der Ausgleichskasse kostenlos erhältlich. Ihn alle fünf Jahre zu prüfen ist kein willkürlicher Rhythmus, sondern genau die Frist, innerhalb derer eine Lücke noch schliessbar ist.
Die grosse Säule 3a für Selbstständige
Wer keiner Pensionskasse angehört, darf 20 Prozent des Erwerbseinkommens einzahlen – bis zu einer deutlich höheren Obergrenze als bei Angestellten.
Das ist bei Selbstständigen oft das wichtigste Vorsorgeinstrument überhaupt, weil die zweite Säule fehlt.
