Sparen

Pensionskasse (2. Säule) verstehen

Kurz beantwortet: Die Pensionskasse ist die zweite Säule und soll zusammen mit der AHV rund 60 Prozent des letzten Lohns erreichen. Versichert wird aber nicht der ganze Lohn, sondern nur der Teil über dem Koordinationsabzug – bei kleinen Pensen ein erheblicher Unterschied.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert Januar 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Hauptseite zum Thema: Pensionierung vorbereiten: die Fünfjahres-Checkliste – dort findest du den vollständigen Überblick.

Was die 2. Säule leistet

Die Pensionskasse ergänzt die AHV (1. Säule) und sichert den gewohnten Lebensstandard im Alter. Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen gemeinsam ein.

Koordinationsabzug & Teilzeit

Wegen des Koordinationsabzugs sinken die PK-Beiträge bei tiefem oder Teilzeit-Lohn überproportional – wichtig bei Pensumsentscheiden (Rechner).

Einkauf als Steuerhebel

Freiwillige Einkäufe in die PK sind vom steuerbaren Einkommen abziehbar – ein Hebel für höhere Einkommen.

Leg das in BudgetHub als Sparziel mit Zieldatum an – der Monatsbetrag ergibt sich dann von selbst, statt vom Restbudget abzuhängen.

Was auf dem Vorsorgeausweis steht

Das Altersguthaben, der versicherte Lohn, die voraussichtliche Rente und – oft übersehen – das Einkaufspotenzial. Letzteres zeigt, wie viel du freiwillig einzahlen und dabei vom steuerbaren Einkommen abziehen könntest.

Ebenfalls dort: die Leistungen bei Invalidität und Tod. Sie sind für junge Familien oft wichtiger als die Altersrente und werden fast nie angeschaut, bis sie gebraucht werden.

Der Zeitpunkt schlägt die Höhe

Ein Dauerauftrag am Tag des Lohneingangs bringt im Schnitt deutlich mehr als ein höherer Betrag, der am Monatsende übrig bleiben soll. Der Konsum passt sich an das an, was sichtbar verfügbar ist.

Und ein tieferer Betrag, der jeden Monat kommt, schlägt einen hohen mit Unterbrüchen – der Zinseszins wirkt über die Ununterbrochenheit, nicht über einzelne grosse Einzahlungen.

Was Sparen bei knappem Budget bringt

Auch CHF 50 im Monat sind sinnvoll – nicht wegen des Betrags, sondern wegen der Gewohnheit. Wer sie etabliert, erhöht sie später bei jeder Lohnerhöhung; wer wartet, bis genug übrig bleibt, fängt selten an.

Der Zinseszins wirkt zudem über die Zeit, nicht über die Höhe. Wer mit 25 beginnt und CHF 200 monatlich anlegt, steht mit 65 besser da als jemand, der mit 40 beginnt und CHF 400 einzahlt.

Was Sparen bremst, ohne dass es auffällt

Lifestyle-Inflation: Jede Lohnerhöhung wird zum neuen Normal, bevor sie ins Sparen fliesst. Nach fünf Jahren ist das Einkommen deutlich höher und der gesparte Betrag derselbe.

Der Gegenzug ist mechanisch: Bei jeder Erhöhung zuerst den Dauerauftrag anpassen, dann den Rest verplanen. Umgekehrt funktioniert es fast nie.

Was auf dem Ausweis wirklich zählt

Erstens der versicherte Lohn – Jahreslohn minus Koordinationsabzug von rund 26’460. Er ist die Basis für alles Weitere und bei Teilzeit oft überraschend tief. Zweitens das aktuelle Altersguthaben. Drittens die voraussichtliche Altersrente, meist mit dem gesetzlichen Umwandlungssatz gerechnet.

Viertens das Einkaufspotenzial: der Betrag, den du freiwillig einzahlen könntest, steuerlich abziehbar. Fünftens die Risikoleistungen für Invalidität und Tod – sie sind für junge Familien oft wichtiger als die Altersrente und werden fast nie angeschaut.

Die Frage, die der Ausweis nicht beantwortet

Der ausgewiesene Umwandlungssatz gilt für den obligatorischen Teil. Bei überobligatorischen Guthaben – also allem oberhalb der gesetzlichen Mindestleistung – dürfen Kassen tiefere Sätze anwenden. Wer einen hohen überobligatorischen Anteil hat, erhält deshalb weniger Rente pro angespartem Franken, als der Hauptsatz vermuten lässt.

Frag deine Kasse nach dem umhüllenden Umwandlungssatz für deinen konkreten Fall. Das ist die einzige Zahl, mit der sich die spätere Rente realistisch schätzen lässt – und sie steht auf kaum einem Ausweis.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen 2. und 3. Säule?+

Die 2. Säule (PK) ist die berufliche Vorsorge über den Arbeitgeber, die 3. Säule (3a/3b) ist die freiwillige private Vorsorge.

Was ist der Koordinationsabzug?+

Der Lohnteil, der bei der Pensionskasse nicht versichert wird, weil er als von der AHV abgedeckt gilt. Weil er ein fixer Betrag ist, wirkt er bei kleinen Pensen überproportional.

Was ist ein Einkauf in die Pensionskasse?+

Eine freiwillige Einzahlung zur Schliessung von Beitragslücken, vollständig vom steuerbaren Einkommen abziehbar. Das Potenzial steht auf dem Vorsorgeausweis.

Was passiert mit dem Guthaben bei einem Stellenwechsel?+

Es wird an die neue Pensionskasse überwiesen. Ohne neue Anstellung geht es auf ein Freizügigkeitskonto – dort darf es nicht vergessen werden.

Wie hoch ist die Pensionskassenrente?+

Sie ergibt sich aus dem Altersguthaben mal dem Umwandlungssatz. Bei CHF 500'000 Guthaben und 6 Prozent sind das CHF 30'000 pro Jahr – zusammen mit der AHV rund 60 Prozent des letzten Lohns.

Wann soll der Sparbetrag abgebucht werden?+

Am Tag des Lohneingangs. Was am Monatsende übrig bleiben soll, bleibt in der Praxis selten übrig.

Lohnt sich Sparen mit kleinen Beträgen?+

Ja, wegen der Gewohnheit und der Zeit. Wer mit 25 CHF 200 monatlich anlegt, steht mit 65 besser da als jemand, der mit 40 CHF 400 einzahlt.

Was ist Lifestyle-Inflation?+

Wenn jede Lohnerhöhung zum neuen Normal wird, bevor sie ins Sparen fliesst. Der Gegenzug: bei jeder Erhöhung zuerst den Dauerauftrag anpassen.

Welche Zahlen im Pensionskassenausweis sind wichtig?+

Fünf: versicherter Lohn, Altersguthaben, voraussichtliche Altersrente, Einkaufspotenzial und die Risikoleistungen bei Invalidität und Tod. Frag zusätzlich nach dem umhüllenden Umwandlungssatz – bei hohem überobligatorischem Anteil liegt er unter dem gesetzlichen Satz.

Plan dein Budget für die Zeit danach

AHV und Pensionskasse zusammen ersetzen selten den vollen Lohn. Wer die Lücke früh kennt, hat noch Handlungsspielraum – wer sie spät entdeckt, nicht mehr.