Sparen

Geld anlegen für Anfänger (Schweiz)

Kurz beantwortet: Vor der ersten Anlage stehen zwei Bedingungen – ein Notgroschen von drei bis sechs Monatsausgaben und keine teuren Schulden. Danach gilt: breit gestreut, kostengünstig, langfristig. Bei Gebühren macht ein halber Prozentpunkt über zwanzig Jahre einen erheblichen Unterschied.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert Januar 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Erst die Basis, dann anlegen

Vor dem Anlegen stehen Notgroschen und das Tilgen teurer Schulden. Anlegen ist für langfristiges Geld gedacht, das du 10+ Jahre nicht brauchst.

Kosten und Streuung

Tiefe Gebühren und breite Streuung (z. B. über Indexfonds) sind für Einsteiger entscheidender als das Timing.

Ruhe bewahren

Schwankungen gehören dazu. Ein klares Budget mit Notgroschen verhindert, dass du in einer Krise zum falschen Zeitpunkt verkaufen musst.

Leg das in BudgetHub als Sparziel mit Zieldatum an – der Monatsbetrag ergibt sich dann von selbst, statt vom Restbudget abzuhängen.

Was Anfängerinnen am meisten kostet

Nicht die Wahl des falschen Produkts, sondern zu hohe Gebühren und zu häufiges Handeln. Bei CHF 50'000 über zwanzig Jahre kostet ein Prozentpunkt Gebührendifferenz einen fünfstelligen Betrag an entgangenem Ertrag.

Der zweite Kostenfaktor ist das Verkaufen im falschen Moment. Wer nach einem Kursrückgang aussteigt, realisiert den Verlust – deshalb ist der Anlagehorizont wichtiger als der Einstiegszeitpunkt.

Der Hebel, der nichts kostet

Die nächste Lohnerhöhung. Wer den Zuwachs vollständig in die Sparrate umleitet, bevor er sich daran gewöhnt hat, hebt die Sparquote ohne spürbare Einschränkung – der einzige Moment, in dem Sparen schmerzfrei funktioniert.

Der zweite kostenlose Hebel sind die grossen Fixkosten. Ein Krankenkassenwechsel oder eine Mietzinssenkung wirkt jeden Monat weiter und kostet einmalig eine Stunde.

Wann Sparen warten sollte

Solange teure Schulden laufen. Ein Konsumkredit oder eine Kreditkarten-Teilzahlung kostet im zweistelligen Prozentbereich – kein Sparkonto und keine Anlage bringt annähernd so viel.

Die Ausnahme ist ein kleiner Puffer von ein bis zwei Monatsausgaben. Ohne ihn führt die nächste unerwartete Ausgabe direkt in neue Schulden, und der Abbau beginnt von vorn.

Wohin das Geld je nach Horizont gehört

Unter drei Jahren aufs Sparkonto – dort zählt Verfügbarkeit. Ab fünf bis zehn Jahren wird die Teuerung relevant: Bei 1,5 Prozent verliert Geld in zehn Jahren rund 14 Prozent an Kaufkraft.

Die Säule 3a nimmt eine Sonderstellung ein: Steuerabzug heute, aber gebunden bis fünf Jahre vor dem Referenzalter. Sie ist Vorsorge, kein flexibles Sparen.

Die Steuerseite in der Schweiz

Kursgewinne sind bei privater Vermögensverwaltung in der Regel steuerfrei – das ist ein wesentlicher Unterschied zu vielen anderen Ländern. Dividenden und Zinsen sind dagegen als Einkommen steuerbar.

Wertschriften gehören mit dem Steuerwert per 31. Dezember ins Wertschriftenverzeichnis. Nur so bekommst du die Verrechnungssteuer von 35 Prozent auf Schweizer Erträge zurück.

Häufige Fragen

Wann sollte ich mit dem Anlegen beginnen?+

Sobald Notgroschen steht und teure Schulden getilgt sind – und nur mit Geld, das du langfristig nicht brauchst.

Wie fange ich mit Anlegen an?+

Erst wenn Notgroschen steht und teure Schulden getilgt sind. Danach breit gestreut und kostengünstig, mit einem Horizont von mindestens zehn Jahren.

Wie viel soll ich anlegen?+

Nur Geld, das du zehn Jahre lang nicht brauchst. Kurzfristig verplantes Geld und der Notgroschen gehören aufs Konto.

Worauf muss ich bei Gebühren achten?+

Auf die Gesamtkostenquote plus Depot- und Transaktionsgebühren. Über zwanzig Jahre macht ein Prozentpunkt Differenz einen fünfstelligen Betrag aus.

Wie oft soll ich mein Depot anschauen?+

Selten – ein- bis zweimal jährlich genügt. Häufiges Hinschauen erhöht die Wahrscheinlichkeit, in einer schlechten Phase zu verkaufen.

Wie erhöhe ich meine Sparquote ohne Verzicht?+

Über die nächste Lohnerhöhung und über die grossen Fixkosten. Beides wirkt dauerhaft und kostet keine tägliche Willenskraft.

Zuerst sparen oder Schulden abbauen?+

Erst ein Puffer von ein bis zwei Monatsausgaben, dann teure Schulden, danach der volle Notgroschen. Ohne Puffer entstehen sofort neue Schulden.

Sparkonto oder Anlage?+

Unter drei Jahren Sparkonto, ab fünf bis zehn Jahren lohnt die Frage nach einer Anlage – dann wird die Teuerung zum Hauptfaktor.

Sind Kursgewinne in der Schweiz steuerfrei?+

Bei privater Vermögensverwaltung in der Regel ja. Dividenden und Zinsen sind dagegen als Einkommen steuerbar.

Mach aus dem Ziel einen Betrag pro Monat

Ein Sparziel ohne Monatsbetrag bleibt ein Vorsatz. Mit Zieldatum und automatischer Verfolgung wird daraus eine Zahl, die du entweder triffst oder nicht.