Schritt 1: Der Notgroschen kommt vor jeder Anlage
Kurz: Ohne Reserve wird jede unerwartete Rechnung zum Verkaufszwang – und wer Anlagen in einem Börsentief verkaufen muss, macht aus Schwankungen echte Verluste. Deshalb steht am Anfang ein Notgroschen von drei bis sechs Monatsausgaben auf einem separaten Sparkonto.
Wer ein unsicheres Einkommen hat, selbstständig ist oder allein für eine Familie verdient, plant eher sechs Monate. Mit zwei stabilen Einkommen genügen oft drei. Der Notgroschen ist kein Vermögen, das wachsen soll, sondern eine Versicherung.
- Drei bis sechs Monatsausgaben
- Separates Konto, jederzeit verfügbar
- Kein Anlagekonto, keine Säule 3a
Schritt 2: Die Säule 3a nutzen
Mit Pensionskasse lassen sich jährlich bis CHF 7’258 in die Säule 3a einzahlen und vollständig vom steuerbaren Einkommen abziehen. Je nach Einkommen und Wohnort spart das mehrere hundert bis über zweitausend Franken Steuern pro Jahr. Seit kurzem lassen sich zudem verpasste Einzahlungen nachholen.
Wer ohnehin langfristig spart, sollte die 3a nicht als Konto, sondern mit Wertschriften führen – bei Anlagehorizonten über zehn Jahren sind die Ertragsunterschiede erheblich. Mehrere 3a-Konten erlauben später einen gestaffelten Bezug, was die Kapitalbezugssteuer senkt.
Schritt 3: Breit gestreut und günstig anlegen
Was über Notgroschen und 3a hinaus gespart wird, gehört langfristig in breit gestreute Anlagen – zum Beispiel in Indexfonds oder ETFs auf viele Unternehmen und Länder. Zwei Regeln sind wichtiger als jede Produktwahl: tiefe Kosten und Zeit. Ein Prozentpunkt Gebühren kostet über Jahrzehnte einen grossen Teil des Ertrags.
| Monatlich angelegt | eingezahlt in 25 Jahren | Modellwert bei 4 % |
|---|---|---|
| CHF 300 | CHF 90’000 | CHF 154’239 |
| CHF 500 | CHF 150’000 | CHF 257’065 |
Die Werte sind ein Modell mit konstanter Rendite, vor Steuern und Teuerung. Anlagen schwanken; wer das Geld in fünf Jahren braucht, legt es nicht in Aktien an.
Schritt 4: Automatisieren und regelmässig prüfen
Der wirksamste Hebel ist nicht die Rendite, sondern die Regelmässigkeit. Ein Dauerauftrag am Zahltag – zuerst an dich selbst, dann an alle anderen – nimmt die Entscheidung ab. Bei jeder Lohnerhöhung fliesst die Hälfte zusätzlich in den Sparplan.
Einmal im Quartal lohnt sich der Blick aufs Nettovermögen: Steigt es, weil gespart wird, oder nur, weil die Börse gut lief? Wertveränderungen von Depot und 3a mit Datum festhalten, damit der Verlauf ehrlich bleibt.
- Dauerauftrag am Zahltag
- Lohnerhöhungen zur Hälfte sparen
- Quartalsweise Nettovermögen prüfen
Wo du im Vergleich stehst – und warum das wenig zählt
Das durchschnittliche Reinvermögen je steuerpflichtige Person lag 2022 laut ESTV bei CHF 441’000 – ohne Säule 2 und 3a. Weil das oberste Prozent 45.8 % des Vermögens hält, liegt das typische Vermögen weit darunter. Aussagekräftiger als jeder Vergleich ist die eigene Kurve über die Jahre.
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Wo die Lücke entsteht
Zwischen den rund 60 Prozent des letzten Lohns aus AHV und Pensionskasse und dem gewohnten Lebensstandard. Verschärft wird sie bei Teilzeit, nach Erwerbspausen und bei Selbstständigen ohne Pensionskasse.
Prüfen lässt sie sich in zwanzig Minuten: Vorsorgeausweis der Pensionskasse und AHV-Kontoauszug, beide kostenlos erhältlich. Zusammen ergeben sie ein realistisches Bild.
Die Säule 3a im Jahresablauf
Die Einzahlung muss bis zum 31. Dezember gutgeschrieben sein – nicht überwiesen, gutgeschrieben. Eine Zahlung am 30. Dezember kann am 2. Januar ankommen, und der Abzug für das alte Jahr ist verloren.
Rechnerisch besser ist ohnehin der Januar: Das Geld ist elf Monate länger investiert, und bei einer Wertschriftenlösung kauft ein monatlicher Dauerauftrag über das Jahr verteilt ein.
Der Pensionskassen-Einkauf und seine Frist
Freiwillige Einkäufe sind vollständig vom steuerbaren Einkommen abziehbar. Das Potenzial steht auf dem Vorsorgeausweis und entsteht nach Lohnsprüngen, Erwerbspausen oder einem Zuzug aus dem Ausland.
Die Falle: Ein Kapitalbezug innert drei Jahren nach einem Einkauf macht dessen Steuerabzug rückwirkend zunichte.
