Was Zinseszins bedeutet
Kurz: Beim Zinseszins werden die Erträge nicht ausbezahlt, sondern bleiben angelegt und bringen selbst wieder Ertrag. In den ersten Jahren ist der Effekt klein, danach wächst er immer schneller. Nach 20 Jahren macht er im Beispiel fast zwei Fünftel des Endkapitals aus.
Ohne Rendite wären es nach 20 Jahren genau die CHF 82’000, die eingezahlt wurden. Der Unterschied von CHF 50’258 entsteht allein durch Zeit und Ertrag – ohne einen zusätzlichen Franken Einzahlung.
- Erträge bleiben angelegt und verzinsen sich mit
- Der Effekt wächst mit jeder zusätzlichen Dekade
- Früh anfangen schlägt hohe Beträge spät
Tabelle: Endkapital nach Rendite und Dauer
Startkapital CHF 10’000, monatliche Einzahlung CHF 300, monatliche Verzinsung, vor Steuern und Gebühren:
| Rendite p. a. | nach 10 Jahren | nach 20 Jahren | nach 30 Jahren |
|---|---|---|---|
| 2 % | CHF 52’028 | CHF 103’352 | CHF 166’030 |
| 4 % | CHF 59’083 | CHF 132’258 | CHF 241’350 |
| 6 % | CHF 67’358 | CHF 171’714 | CHF 361’580 |
Zwei Prozentpunkte Unterschied wirken über 30 Jahre wie eine Verdoppelung der Einzahlung. Genau deshalb sind Gebühren so wichtig: Ein Fonds mit 1.5 % Kosten frisst einen Grossteil des Zinseszinseffekts, ein breiter Indexfonds mit tiefen Kosten kaum.
Welche Rendite ist realistisch?
Auf einem Sparkonto liegt der Zins in der Schweiz derzeit nahe bei null – der Zinseszins spielt dort praktisch keine Rolle. Breit gestreute Aktienanlagen haben historisch über lange Zeiträume deutlich mehr gebracht, mit grossen Schwankungen und ohne Garantie. Obligationen liegen dazwischen.
Für die Säule 3a mit Wertschriften gilt dasselbe Prinzip: Wer 30 Jahre lang den Maximalbetrag von CHF 7’258 pro Jahr einzahlt und 4 % erzielt, kommt im Modell auf rund CHF 419’900 – zusätzlich zur Steuerersparnis bei jeder Einzahlung.
Was der Rechner nicht berücksichtigt
Teuerung, Steuern und Schwankungen. Eine Rendite von 4 % bei 1.5 % Teuerung entspricht real 2.5 %. Erträge auf freien Anlagen sind teilweise einkommenssteuerpflichtig, das Vermögen unterliegt der Vermögenssteuer. Und die Börse verläuft nicht als gerade Linie: Wer in einem Einbruch verkaufen muss, realisiert Verluste.
Die praktische Konsequenz: Zuerst einen Notgroschen aufbauen, erst danach langfristig anlegen. So musst du nie zur falschen Zeit verkaufen.
Rechne mit deinen eigenen Zahlen weiter: In BudgetHub trägst du Einkommen, Fixkosten und Konten einmal ein und siehst jeden Monat, was wirklich bleibt – kostenlos, ohne Bankverbindung.
Sparplan statt Einmalbetrag
Die wenigsten haben einen grossen Betrag auf einmal. Der Rechner ist deshalb auf den typischen Fall ausgelegt: ein kleiner Start und eine regelmässige Monatseinzahlung, die per Dauerauftrag am Zahltag läuft. Gerade bei schwankenden Anlagen hat das einen Vorteil – in schwachen Börsenphasen kauft die gleiche Einzahlung mehr Anteile. Und der Dauerauftrag nimmt die Entscheidung ab: Was am Zahltag automatisch weggeht, wird nicht ausgegeben.
Vom Richtwert zur Budgetposition
Ein Richtwert wird erst nützlich, wenn er zu einer Zeile im Budget wird – mit einem Betrag, der monatlich reserviert ist. Alles andere bleibt eine Information ohne Folge.
Bei unregelmässig anfallenden Posten gehört der Jahresbetrag durch zwölf geteilt und als Rückstellung geführt. Sonst sprengt er den Monat, in dem er auftritt.
