So rechnet der Rechner
Kurz: Der Rechner trennt drei Ebenen. Erstens das freie Vermögen – Konten, Bargeld, Wertschriften zum Kurswert, eine Immobilie zum Verkehrswert, Fahrzeuge zum heutigen Wert. Zweitens die gebundene Vorsorge, also Säule 3a und Pensionskassenguthaben. Drittens die Schulden: Hypothek, Privatkredite, Leasing-Restschuld und offene Rechnungen.
Daraus entstehen zwei Zahlen. Das Nettovermögen inklusive Vorsorge zeigt, was du insgesamt aufgebaut hast. Das Nettovermögen ohne Säule 2 und 3a zeigt, worüber du heute tatsächlich verfügen kannst – und es ist die Zahl, mit der die Steuerverwaltung rechnet.
- Aktiven zum heutigen Wert, nicht zum Kaufpreis
- Vorsorge separat: 3a und Pensionskasse sind gebunden
- Alle Schulden abziehen, auch Leasing und Kreditkarten-Saldo
- Zwei Ergebnisse: mit und ohne Vorsorge
Zwei Beispiele
Eine Einzelperson um die 35 ohne Wohneigentum: CHF 25’000 auf Konten, CHF 15’000 in einem ETF-Depot, ein Auto im Wert von CHF 8’000, CHF 20’000 in der Säule 3a und CHF 80’000 in der Pensionskasse. Ergebnis: CHF 148’000 Nettovermögen, davon CHF 100’000 gebunden – frei verfügbar sind CHF 48’000.
Ein Paar mit Eigenheim: Liegenschaft im Verkehrswert von CHF 900’000, Hypothek CHF 600’000, dazu Konten, Depot, Auto und CHF 310’000 Vorsorge. Ergebnis: CHF 695’000 Nettovermögen, ohne Vorsorge CHF 385’000. Der grösste Teil steckt im Haus – das Vermögen ist hoch, die Liquidität vergleichsweise gering.
| Single, Miete | Paar, Eigenheim | |
|---|---|---|
| Aktiven total | CHF 148’000 | CHF 1295’000 |
| Schulden | CHF 0 | CHF 600’000 |
| Nettovermögen inkl. Vorsorge | CHF 148’000 | CHF 695’000 |
| ohne Säule 2/3a | CHF 48’000 | CHF 385’000 |
Wo stehe ich damit? Die ESTV-Zahlen richtig lesen
Die Eidgenössische Steuerverwaltung weist für 2022 ein durchschnittliches Reinvermögen von CHF 441’000 je steuerpflichtige Person aus. Dieser Durchschnitt führt in die Irre: Das vermögendste Prozent hält 45.8 % des gesamten Vermögens, der Gini-Koeffizient liegt bei 0.823. Der typische Haushalt besitzt deutlich weniger.
Zwei Eigenheiten der Statistik sind wichtig für den Vergleich: Säule 2 und 3a sind nicht enthalten, und Ehepaare zählen als eine Steuereinheit. Vergleiche deshalb dein Nettovermögen ohne Vorsorge – und bei Verheirateten das gemeinsame. Eine amtliche Statistik nach Alter gibt es nicht; wer «Vermögen mit 40» vergleicht, vergleicht mit Schätzungen.
Warum die Zahl regelmässig zählt – nicht einmalig
Eine einzelne Momentaufnahme sagt wenig. Aussagekräftig wird das Nettovermögen erst im Verlauf: Steigt es, weil du sparst, oder nur, weil die Börse gut lief? Sinkt es wegen einer bewussten Anschaffung oder weil die Ausgaben schleichend wachsen?
Deshalb lohnt es sich, die Zahl einmal im Monat oder im Quartal festzuhalten. Wertveränderungen bei Depot, Säule 3a oder Immobilie gehören dabei mit Datum dazu – sonst verschiebt eine neue Bewertung die ganze Vergangenheit.
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Was den Wert nach oben treibt
Bei fast allen Haushaltsposten sind es dieselben drei Faktoren: Wohnregion, Haushaltsgrösse und ob externe Dienstleistungen genutzt werden. Städtische Zentren liegen bei praktisch jedem Posten über dem Landesdurchschnitt.
Der vierte Faktor ist die Lebensphase: Ein Haushalt mit Jugendlichen liegt bei Lebensmitteln, Mobilität und Freizeit deutlich über einem mit Kleinkindern.
