Die Tabelle: Ämtli nach Alter
Die Angaben sind Bandbreiten – Kinder entwickeln sich unterschiedlich, und ein Ämtli, das dem einen mit sechs leichtfällt, ist für ein anderes mit acht noch schwer. Die Reihenfolge ist wichtiger als das genaue Alter: erst mithelfen, dann selbst machen, dann verantworten.
| Alter | Typische Ämtli | Was das Kind dabei lernt |
|---|---|---|
| 3–5 Jahre | Spielsachen versorgen, Tisch mitdecken, Wäsche in den Korb, Pflanzen giessen (mit Hilfe) | Ich gehöre dazu, ich kann etwas beitragen |
| 6–8 Jahre | Tisch abräumen, Zimmer aufräumen, Znüni einpacken, Haustier füttern, Abfall rausbringen | Ein festes Ämtli hat einen festen Zeitpunkt |
| 9–12 Jahre | Geschirrspüler ein- und ausräumen, Staubsaugen, einfache Mahlzeit zubereiten, Einkauf mit Liste, Velo pflegen | Verantwortung für einen ganzen Ablauf, nicht nur einen Handgriff |
| 13–16 Jahre | Eigene Wäsche waschen, wöchentlich kochen, Bad putzen, Einkauf planen und budgetieren, jüngere Geschwister hüten | Selbstständigkeit – die Grundlage für die erste eigene Wohnung |
Warum Ämtli und Taschengeld getrennt bleiben
Ämtli sind der Beitrag an die Gemeinschaft, in der man lebt – so wie Eltern auch nicht bezahlt werden, wenn sie kochen. Wird das Ämtli bezahlt, wird es zur Arbeit: Das Kind kann sie ablehnen, wenn es das Geld gerade nicht braucht, und die Eltern haben kein Argument mehr. Taschengeld hat einen anderen Zweck: Es ist der Übungsbetrag, mit dem das Kind Einteilen, Warten und Entscheiden lernt – regelmässig, bedingungslos und in einer Höhe, die zum Alter passt. Wer Taschengeld als Belohnung oder Strafe einsetzt, macht daraus ein Druckmittel, und das Kind lernt Verhandeln statt Budgetieren.
Die Ausnahme sind klar abgegrenzte Extra-Jobs, die über das Ämtli hinausgehen: das Auto waschen, den Keller ausräumen, im Garten helfen bei grossen Arbeiten. Dafür kann es einen vereinbarten Betrag geben – ausgehandelt vorher, bezahlt danach, wie bei jedem Auftrag. Das ist die erste Erfahrung mit Lohn, und sie funktioniert, weil sie freiwillig ist.
So führst du Ämtli ein, ohne täglichen Streit
Ein Ämtli pro Alter, nicht fünf. Ein fester Zeitpunkt statt «irgendwann heute». Eine sichtbare Liste – am Kühlschrank oder digital –, auf der das Kind selbst abhakt. Und ein Wechsel alle paar Monate, damit niemand auf das ungeliebte Ämtli abonniert ist. Was nicht funktioniert: nachbessern. Ein ungleichmässig gedeckter Tisch ist ein gedeckter Tisch; wer nachdeckt, signalisiert, dass es ohnehin nicht zählt.
Ab dem Jugendalter lässt sich die Haushaltslogik auf das Geld übertragen: Wer einmal pro Woche kocht, plant auch den Einkauf und bekommt dafür einen Betrag, den er einteilen muss. Das ist die Vorstufe zum Jugendlohn – dem Modell, bei dem Jugendliche ab etwa zwölf Jahren einen monatlichen Betrag für Kleidung, Handy und Freizeit selbst verwalten. Die Höhe rechnest du mit dem Taschengeld-Rechner und dem Jugendlohn-Rechner; die Hintergründe stehen unter Jugendlohn Schweiz und Kindern Sparen beibringen.
Was Ämtli im Familienbudget sichtbar machen
Kinder, die einkaufen, kochen und Wäsche waschen, verstehen, was ein Haushalt kostet – lange bevor sie einen eigenen führen. Familien, die ihr Budget gemeinsam führen, können ab dem Jugendalter einen Teil davon zeigen: Was kostet der Wocheneinkauf, was das Handy-Abo, was die Ferien. Das ist keine Belastung, sondern die beste Finanzbildung, die es gibt – und der Grund, warum die Ämtli-Frage in einen Budget-Ratgeber gehört.
In BudgetHub lässt sich das abbilden: Ein Familien-Hub mit eigenen Kategorien für Kinderkosten, Taschengeld und Jugendlohn, in dem Jugendliche mit eigenem Login ihren Teil sehen und führen – ohne Zugriff auf das Gesamtbudget der Eltern. Kostenlos im Free-Plan.
Die Familienposten, die untergehen
Mittagstisch, Hort, Musikunterricht, Vereinsbeiträge, Klassenlager und Kleidung im Wachstum – zusammen CHF 300 bis 600 im Monat. Ohne eigene Kategorien landen sie in «Diverses» und werden unsichtbar.
Auf der Einnahmenseite gehören Familienzulagen, Prämienverbilligung und Betreuungssubventionen als eigene Zeilen hinein. Bei zwei Kindern summieren sie sich auf CHF 500 bis 800 monatlich.
Familienzulagen richtig beziehen
Pro Kind wird nur einmal bezahlt. Vorrang hat der erwerbstätige Elternteil mit elterlicher Sorge; bei gemeinsamer Sorge jener im Kanton mit dem höheren Ansatz. Massgebend ist in der Regel der Arbeits-, nicht der Wohnkanton.
Arbeiten beide Eltern in Kantonen mit unterschiedlichen Ansätzen, besteht Anspruch auf eine Differenzzahlung. Sie muss beantragt werden und wird nicht von Amtes wegen geprüft.
Betreuungskosten und Steuern
Kinderbetreuungskosten sind im Rahmen kantonaler und eidgenössischer Obergrenzen abziehbar – aber nur die durch Erwerbstätigkeit verursachte Betreuung, nicht jene während der Freizeit.
Mehrere Kantone haben die Obergrenzen in den letzten Jahren erhöht. Wer die Quittungen sammelt, holt hier oft einen vierstelligen Abzug.
