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Jugendlohn: Das Schweizer Modell einfach erklärt

Die kurze Antwort: Der Jugendlohn ist ein Schweizer Erziehungsmodell, bei dem Jugendliche ab etwa zwölf Jahren einen grösseren Betrag erhalten und davon selbst festgelegte Ausgaben decken – Kleider, Freizeit, Handy. Das Ziel ist nicht das Geld, sondern das Lernen: eigenständig mit einem Budget umzugehen, solange Fehler noch günstig sind.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Was der Jugendlohn ist

Beim Jugendlohn übernimmt das Kind ab rund zwölf Jahren die Verantwortung für bestimmte Ausgabenbereiche – typischerweise Kleider, Schuhe, Freizeit, Handy und Körperpflege. Statt für jede Anschaffung zu fragen, erhält es einen monatlichen Betrag und teilt ihn selbst ein.

Das Modell wurde in der Schweiz bekannt gemacht und richtet sich bewusst an das Alter, in dem Kinder abstrakt planen lernen. Die Eltern definieren gemeinsam mit dem Kind, welche Bereiche der Jugendlohn abdeckt.

Warum es funktioniert: Fehler sind hier noch günstig

Der pädagogische Kern: Ein Zwölf- oder Vierzehnjähriger, der sein Kleiderbudget im ersten Monat aufbraucht, lernt aus einer Erfahrung, die ihn nichts kostet ausser Geduld. Dieselbe Lektion mit dreissig, beim ersten Kredit, ist teuer. Der Jugendlohn verlegt das Lernen bewusst in eine Phase, in der Fehler folgenlos bleiben.

Genau das ist auch der Kern finanzieller Mündigkeit: nicht Verzicht, sondern die Erfahrung, ein Budget selbst zu steuern.

Wie Eltern den Jugendlohn begleiten

Der Jugendlohn ersetzt nicht die Begleitung – er rahmt sie. Ein gemeinsamer monatlicher Blick, was gut lief und was nicht, macht aus dem Geld ein Lernwerkzeug. Wichtig ist, nicht einzuspringen, wenn das Budget vorzeitig leer ist: Das Aushalten ist die Lektion.

Ein einfaches Budget hilft dem Kind, den Überblick zu behalten – Papier reicht am Anfang, digital wird es interessant, wenn mehrere Bereiche dazukommen. Für den Einstieg ins Thema mit jüngeren Kindern hilft ein Gespräch über Geld ganz ohne Tabu.

Der Übergang zum eigenen Lohn

Wer als Jugendlicher gelernt hat, ein Budget zu führen, kommt beim ersten Lehrlings- oder Ferienlohn nicht ins Straucheln. Der Jugendlohn ist die Vorstufe – der erste Lohn die nächste. Mehr dazu: Erstes Budget in der Lehre.

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Häufige Fragen

Was ist der Jugendlohn?+

Ein Schweizer Erziehungsmodell, bei dem Jugendliche ab etwa zwölf Jahren einen monatlichen Betrag erhalten und davon selbst festgelegte Ausgaben decken – Kleider, Freizeit, Handy. Ziel ist, den eigenständigen Umgang mit einem Budget zu lernen.

Ab welchem Alter eignet sich der Jugendlohn?+

Meist ab etwa zwölf Jahren, weil Kinder in diesem Alter beginnen, abstrakt zu planen. Der genaue Zeitpunkt hängt vom Kind ab – entscheidend ist, dass es die Verantwortung für die vereinbarten Ausgabenbereiche übernehmen kann.

Wie hoch sollte der Jugendlohn sein?+

Das hängt davon ab, welche Ausgabenbereiche er abdeckt – je mehr das Kind selbst verantwortet (Kleider, Freizeit, Handy), desto höher. Die Eltern rechnen zusammen, was diese Bereiche bisher gekostet haben, und legen den Betrag entsprechend fest.

Was tun, wenn der Jugendlohn zu früh aufgebraucht ist?+

Nicht einspringen – das Aushalten ist die eigentliche Lektion. Ein leeres Budget Mitte Monat ist eine wertvolle Erfahrung, solange sie folgenlos bleibt. Ein gemeinsames Gespräch danach hilft mehr als zusätzliches Geld.

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