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Jugendlohn-Rechner: Betrag berechnen

Kurz beantwortet: Ein Jugendlohn liegt üblicherweise zwischen CHF 200 und 400 pro Monat – der richtige Betrag ergibt sich aber nicht aus einer Tabelle, sondern daraus, welche Ausgabenbereiche die oder der Jugendliche selbst übernimmt.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert August 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen
Jugendlohn-Rechner: Betrag aus den Bereichen
Welche Bereiche übernimmt die oder der Jugendliche selbst?
Übergebene Bereiche4 von 8
Summe der RichtwerteCHF 245 / Monat
Jugendlohn inkl. 10 % PufferCHF 270 / Monat
Pro JahrCHF 3'234
Einordnungim verbreiteten Rahmen

Der Betrag liegt in der verbreiteten Bandbreite von CHF 200 bis 400 pro Monat.

Drei Regeln, an denen das Modell steht oder fällt: Der Betrag kommt zum festen Termin, auch wenn er schon aufgebraucht ist. Es wird nicht nachgeschossen – sonst lernt niemand etwas. Und was mit dem Geld gekauft wird, entscheiden die Jugendlichen, nicht die Eltern. Ohne diese drei Punkte ist es kein Jugendlohn, sondern ein Vorschuss.

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Die falsche und die richtige Frage

Die verbreitete Frage lautet: «Wie viel Jugendlohn ist angemessen?» Sie führt in die Irre und ist der häufigste Grund, warum das Modell scheitert. Der Jugendlohn ist kein grösseres Taschengeld, sondern eine Übergabe von Zuständigkeit: Ab jetzt bezahlen die Jugendlichen bestimmte Bereiche selbst.

Die richtige Frage lautet deshalb: «Welche Bereiche übergeben wir?» Der Betrag folgt daraus. Wer zuerst die Zahl festlegt und dann schaut, was davon bezahlt werden soll, hat die Reihenfolge umgedreht – und landet regelmässig bei Streit über Nachschüsse.

Welche Bereiche sich eignen

Verbreitet sind Kleider und Schuhe (rund CHF 90 im Monat), Freizeit und Ausgang (CHF 60), das Handy-Abo (CHF 25), Körperpflege und Coiffeur (CHF 30), ÖV und Mobilität (CHF 35) sowie auswärts essen (CHF 45). Nicht alle müssen auf einmal übergeben werden – schrittweise erweitern ist der Normalfall und meist der bessere Weg.

Ungeeignet sind Bereiche, bei denen ein Fehlentscheid ernsthafte Folgen hätte: Krankenkasse, Zahnarzt, Schulmaterial für den Pflichtunterricht. Der Jugendlohn soll Fehler erlauben, aber keine, die man nicht rückgängig machen kann.

Die drei Regeln, an denen das Modell steht oder fällt

Erstens: Der Betrag kommt zum festen Termin, auch wenn er längst aufgebraucht ist. Zweitens: Es wird nicht nachgeschossen – sonst lernt niemand etwas, und der Jugendlohn wird zum Vorschusssystem. Drittens: Was gekauft wird, entscheiden die Jugendlichen. Eltern dürfen ihre Meinung sagen, aber nicht bestimmen.

Die dritte Regel ist die schwierigste und die wichtigste. Ein Jugendlohn mit elterlichem Vetorecht ist kein Jugendlohn, sondern ein Budget mit zusätzlichen Schritten. Die Erfahrung, eine Fehlentscheidung selbst zu tragen, ist der ganze Punkt des Modells – und sie ist mit 14 deutlich billiger als mit 24.

Wann der Zeitpunkt stimmt

Üblich ist der Einstieg ab etwa zwölf Jahren, oft beim Übertritt in die Oberstufe. Entscheidender als das Alter ist aber, ob das Kind bereits Erfahrung mit Taschengeld hat und ein paar Wochen im Voraus planen kann. Wer direkt vom Nichts zum Jugendlohn springt, überfordert.

Ein guter Übergang: erst das Taschengeld auf monatliche Auszahlung umstellen, ein halbes Jahr laufen lassen, dann den ersten Bereich übergeben. Der Taschengeld-Rechner zeigt die Ausgangslage.

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Richtwert und eigene Lage

Ein Richtwert beschreibt den Durchschnitt, nicht deine Situation. Er ist brauchbar als Ausgangspunkt und wird erst durch den Abgleich mit deinen tatsächlichen Zahlen der letzten zwölf Monate aussagekräftig.

Wo dein Wert um mehr als zwanzig Prozent abweicht, gibt es dafür meist einen konkreten Grund – Wohnregion, Haushaltsgrösse oder eine Besonderheit deiner Lebenssituation. Diesen Grund zu kennen ist wertvoller als der Durchschnitt selbst.

Häufige Fragen

Wie hoch ist ein üblicher Jugendlohn?+

Verbreitet sind CHF 200 bis 400 pro Monat. Die grosse Spanne ist kein Zeichen von Unsicherheit, sondern die Folge davon, wie viele Bereiche übergeben werden. Wer nur Kleider und Freizeit übergibt, landet am unteren Rand; wer zusätzlich Handy, ÖV und Verpflegung übergibt, am oberen.

Was, wenn das Geld für die Winterjacke ausgegeben ist?+

Dann fehlt die Jacke, und das ist unangenehm – aber nicht gefährlich. Genau hier liegt der Lerneffekt. Sinnvoll ist, gemeinsam eine Lösung zu suchen, die nichts kostet: eine ältere Jacke weitertragen, gebraucht kaufen, den nächsten Monatsbetrag vorstrecken und tatsächlich zurückzahlen. Was nicht funktioniert, ist ein Geschenk – damit ist das Modell beendet.

Braucht es dafür ein eigenes Konto?+

Ja, spätestens jetzt. Jugendkonten sind bei Schweizer Banken kostenlos und meist ab zwölf Jahren möglich. Wichtig ist, dass die Jugendlichen selbst Zugriff haben und den Kontostand sehen – ein Konto, das die Eltern verwalten, erfüllt den Zweck nicht.

Wie oft soll der Betrag angepasst werden?+

Einmal jährlich, zu einem festen Zeitpunkt, und gemeinsam. Das nimmt die Anpassung aus dem Konfliktfeld heraus: Sie ist dann ein Termin und keine Reaktion auf einen Engpass. Gute Gelegenheiten sind der Geburtstag oder der Schuljahresbeginn.

Funktioniert das Modell auch bei knappem Familienbudget?+

Ja, und zwar besonders gut – der Jugendlohn kostet nichts zusätzlich. Es wird dasselbe Geld ausgegeben wie vorher, nur von einer anderen Person. Wichtig ist, ehrlich zu sein: Wenn der Betrag am unteren Rand liegt, weil das Budget nicht mehr hergibt, sollte das ausgesprochen werden. Jugendliche gehen damit meist besser um als erwartet.

Wie verlässlich sind Richtwerte?+

Als Ausgangspunkt brauchbar, als Massstab nicht. Erst der Abgleich mit deinen tatsächlichen Zahlen der letzten zwölf Monate macht sie aussagekräftig.

Übt es gemeinsam

Ein eigenes Budget zu führen lernt man nicht durch Erklären, sondern durch Machen – am besten mit dem ersten eigenen Geld und jemandem, der mitschaut.