Familie

Sparen mit Kindern: Realistisch und ohne Verzicht

Kurz beantwortet: Mit Kindern sinkt die Sparquote fast zwangsläufig – realistisch sind 5 bis 10 % statt 15 bis 20 %. Wichtiger als die Höhe ist, dass überhaupt weiter gespart wird: Eine Unterbrechung von zehn Jahren kostet über den Zinseszins mehr als eine halbierte Rate.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert Dezember 2025Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Kinderzulagen einplanen

Familienzulagen (mind. CHF 200.– pro Kind und Monat, kantonal unterschiedlich) gehören klar budgetiert – idealerweise teilweise gespart.

Second-Hand und Tauschen

Kinderkleidung und -ausrüstung gebraucht zu kaufen spart enorm, ohne Komfortverlust.

Leg das in BudgetHub als Sparziel mit Zieldatum an – der Monatsbetrag ergibt sich dann von selbst, statt vom Restbudget abzuhängen.

Früh fürs Kind sparen

Ein Jugendsparkonto, das Anlegen der Kinderzulagen und später die Säule 3a ab dem ersten Lohn: Schon kleine Beträge wachsen über die lange Zeit deutlich.

Was in dieser Phase Vorrang hat

Der Notgroschen, und zwar eher sechs als drei Monatsausgaben. Mit Kindern ist die Zahl möglicher unerwarteter Ausgaben grösser, und ein Einkommensausfall trifft mehr Personen.

Danach die eigene Vorsorge vor dem Sparen für die Kinder. Das klingt hart und ist es nicht: Für die Ausbildung der Kinder gibt es Stipendien und Darlehen, für die eigene Altersvorsorge nicht.

Die Familienposten, die untergehen

Mittagstisch, Hort, Musikunterricht, Vereinsbeiträge, Klassenlager und Kleidung im Wachstum – zusammen CHF 300 bis 600 im Monat. Ohne eigene Kategorien landen sie in «Diverses» und werden unsichtbar.

Auf der Einnahmenseite gehören Familienzulagen, Prämienverbilligung und Betreuungssubventionen als eigene Zeilen hinein. Bei zwei Kindern summieren sie sich auf CHF 500 bis 800 monatlich.

Familienzulagen richtig beziehen

Pro Kind wird nur einmal bezahlt. Vorrang hat der erwerbstätige Elternteil mit elterlicher Sorge; bei gemeinsamer Sorge jener im Kanton mit dem höheren Ansatz. Massgebend ist in der Regel der Arbeits-, nicht der Wohnkanton.

Arbeiten beide Eltern in Kantonen mit unterschiedlichen Ansätzen, besteht Anspruch auf eine Differenzzahlung. Sie muss beantragt werden und wird nicht von Amtes wegen geprüft.

Betreuungskosten und Steuern

Kinderbetreuungskosten sind im Rahmen kantonaler und eidgenössischer Obergrenzen abziehbar – aber nur die durch Erwerbstätigkeit verursachte Betreuung, nicht jene während der Freizeit.

Mehrere Kantone haben die Obergrenzen in den letzten Jahren erhöht. Wer die Quittungen sammelt, holt hier oft einen vierstelligen Abzug.

Wem das Geld auf dem Kinderkonto gehört

Rechtlich dem Kind. Eltern verwalten es bis zur Volljährigkeit, dürfen es aber nur im Interesse des Kindes verwenden – nicht für Haushaltsausgaben oder eigene Zwecke.

Ab 18 verfügt das Kind frei darüber. Wer das vermeiden will, spart auf einem eigenen Konto und übergibt später bewusst – das ist zulässig und vermeidet Enttäuschungen auf beiden Seiten.

Häufige Fragen

Was kostet ein Kind in der Schweiz?+

Grob CHF 800 bis 1’500 pro Monat an direkten Kosten, ohne Fremdbetreuung.

Wie viel können Familien realistisch sparen?+

5 bis 10 % des Nettoeinkommens sind mit Kindern realistisch. Entscheidend ist die Stetigkeit, nicht die Höhe.

Soll ich für die Kinder oder für mich sparen?+

Zuerst Notgroschen und eigene Vorsorge. Für die Ausbildung der Kinder gibt es Stipendien und Darlehen, für die eigene Altersvorsorge nicht.

Wie spare ich für die Kinder?+

Ein Jugendsparkonto für kleine Beträge, für längere Horizonte kommen auch Wertschriftenlösungen infrage. Wichtig ist der frühe Start – die Laufzeit wirkt stärker als der Betrag.

Ab wann sollen Kinder eigenes Geld verwalten?+

Ab dem Schulalter mit Taschengeld, ab etwa zwölf mit einem Jugendkonto. Der Lerneffekt entsteht durch eigene Fehlentscheidungen bei kleinen Beträgen.

Welche Familienposten werden am häufigsten vergessen?+

Mittagstisch, Vereinsbeiträge, Klassenlager und Kleidung im Wachstum – zusammen CHF 300 bis 600 im Monat.

Was ist eine Differenzzahlung bei Familienzulagen?+

Der Ausgleich auf den höheren kantonalen Ansatz, wenn die Eltern in verschiedenen Kantonen arbeiten. Sie muss beantragt werden.

Sind Kita-Kosten abziehbar?+

Ja, im Rahmen der Obergrenzen von Bund und Kanton – aber nur die durch Erwerbstätigkeit verursachte Betreuung.

Wem gehört das Geld auf dem Jugendkonto?+

Dem Kind. Eltern verwalten es bis zur Volljährigkeit, ab 18 verfügt das Kind frei darüber.

Ein Budget, das die ganze Familie abbildet

Familienausgaben verteilen sich auf mehrere Personen und mehrere Konten. Genau dort entsteht der Überblick, den einzelne Kontoauszüge nicht geben.