Budgetieren

Abos & Verträge: unnötige Kosten finden und kündigen

Kurz beantwortet: Fünf laufende Abos zu je CHF 15 sind CHF 900 im Jahr – oft für Dienste, von denen zwei regelmässig genutzt werden. Der zuverlässigste Weg, sie zu finden: Kontoauszüge der letzten zwölf Monate nach wiederkehrenden Belastungen durchsehen.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert Januar 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Alle Abos sichtbar machen

Geh deine letzten drei Kontoauszüge durch und liste jedes wiederkehrende Abo auf. Erst die vollständige Übersicht zeigt, wie viel monatlich abfliesst.

Die Stop-or-Keep-Frage

Frag bei jedem Abo: «Habe ich es im letzten Monat genutzt?» Was du nicht nutzt, kündigst du sofort. Achte auf Kündigungsfristen.

Wiederkehrende Buchungen im Blick

Erfasse Abos als wiederkehrende Buchungen, damit neue Schleicher sofort auffallen.

In BudgetHub erfasst du diesen Posten als wiederkehrende Buchung – dann taucht er in der Monatsvorschau auf, statt jedes Mal zu überraschen.

Warum zwölf Monate nötig sind

Jährlich abgebuchte Abos fallen bei einer Dreimonatssicht durch – und gerade sie sind oft die teuersten, weil der Jahresbetrag einmal abgeht und danach ein Jahr lang unsichtbar bleibt.

Der brauchbarste Test für jedes gefundene Abo ist nicht «brauche ich das?», sondern «würde ich es heute zum vollen Preis neu abschliessen?». Bei den meisten lautet die Antwort nein.

Die Zahl, die den Unterschied macht

Nicht der Kontostand, sondern der frei verfügbare Betrag nach Fixkosten und Rückstellungen. Er ist die einzige Grösse, über die du im Monat tatsächlich entscheidest – alles andere ist bereits vergeben.

Bei CHF 6'000 netto, CHF 2'400 Fixkosten und CHF 600 Rückstellungen sind das CHF 3'000. Wer stattdessen mit CHF 6'000 plant, plant mit Geld, das schon weg ist.

Der Unterschied zwischen Erfassen und Steuern

Eine rückblickende Auswertung erklärt den letzten Monat. Ein Budget entscheidet über den nächsten – der Unterschied liegt darin, ob ein Betrag pro Kategorie vor der Ausgabe sichtbar ist.

Praktisch heisst das: Der Blick ins Budget gehört vor den Einkauf, nicht danach. Alles andere ist Buchhaltung – nützlich für die Analyse, wirkungslos für die Steuerung.

Der 13. Monatslohn im Jahresbudget

Wer mit zwölf gleichen Monatslöhnen rechnet, hat elf zu knappe Monate und einen scheinbar üppigen November. Sauber ist die Jahressicht: Jahreseinkommen durch zwölf.

Der 13. ist kein Bonus, sondern aufgeschobener Lohn – und er wird voll besteuert. Von CHF 6'000 brutto bleiben je nach Situation CHF 3'500 bis 4'500.

Kündigen mit Nachweis

Schriftlich und fristgerecht, idealerweise mit Zustellnachweis. Bei Onlineformularen die Bestätigungsseite abspeichern – bei einem Streit über den Kündigungszeitpunkt ist sie der einzige Beleg.

Achte auf automatische Verlängerungen: Viele Verträge verlängern sich um ein weiteres Jahr, wenn nicht rechtzeitig gekündigt wird. Ein Kalendereintrag zwei Monate vor Ablauf verhindert das zuverlässig.

Häufige Fragen

Wie viel geben Haushalte für Abos aus?+

Oft mehr als gedacht – die Summe aus Streaming, Fitness, Software und Lieferdiensten erreicht schnell dreistellige Monatsbeträge.

Wie finde ich alle meine Abos?+

Kontoauszüge und Kreditkartenabrechnungen der letzten zwölf Monate nach wiederkehrenden Belastungen durchsehen. Kürzere Zeiträume übersehen Jahresabos.

Was kosten laufende Abos typischerweise?+

Fünf Dienste zu je CHF 15 monatlich ergeben CHF 900 im Jahr – häufig der grösste Posten, den niemand bewusst entschieden hat.

Wann sollte ich kündigen?+

Sobald die Antwort auf «würde ich das heute neu abschliessen?» nein lautet. Wiederabschliessen dauert dreissig Sekunden – das ist gerade der Punkt.

Wie kündige ich richtig?+

Schriftlich und fristgerecht, idealerweise mit Nachweis. Viele Anbieter verlangen die Kündigung über ein Onlineformular – eine Bestätigung immer abspeichern.

Welche Zahl ist im Budget entscheidend?+

Der frei verfügbare Betrag nach Fixkosten und Rückstellungen – nicht der Kontostand. Nur über ihn entscheidest du im Monat tatsächlich.

Was unterscheidet Budgetieren vom Ausgaben-Tracking?+

Tracking erklärt den letzten Monat, ein Budget entscheidet über den nächsten. Entscheidend ist, dass ein Betrag pro Kategorie vor der Ausgabe sichtbar ist.

Wie plane ich den 13. Monatslohn ein?+

Jahreseinkommen durch zwölf teilen. Er ist aufgeschobener Lohn, kein Bonus – und wird voll besteuert.

Wie kündige ich richtig?+

Schriftlich, fristgerecht und mit Nachweis. Bei Onlineformularen die Bestätigung abspeichern – sie ist im Streitfall der einzige Beleg.

Finde die Posten, die du vergessen hast

Der teuerste Fixkostenblock ist meist nicht der grösste, sondern der, an den niemand mehr denkt. Eine vollständige Liste bringt bei den meisten Haushalten dreistellige Beträge pro Jahr zum Vorschein.