Grundversicherung & Prämie
Die Grundversicherung (KVG) ist obligatorisch und überall gleich in den Leistungen – nur die Prämie unterscheidet sich je Kasse und Region. Ein jährlicher Vergleich lohnt sich fast immer.
Franchise & Selbstbehalt
Die Franchise (CHF 300–2'500) ist der Betrag, den du jährlich selbst trägst, bevor die Kasse zahlt. Welche sich lohnt, zeigt der Franchise-Rechner.
Im Budget einplanen
Plane die Prämie als monatliche Fixkosten und lege für Franchise/Selbstbehalt eine kleine Reserve an. Spartipps im Ratgeber Krankenkasse sparen.
Trag deine effektive Prämie in BudgetHub ein und du siehst, wie viel ein Wechsel im Monatsbudget tatsächlich freimacht.
Die vier Stellschrauben
Sie wirken unabhängig voneinander und lassen sich kombinieren:
- Die Kasse selbst – bei identischen Leistungen der grösste Hebel.
- Das Modell: Hausarzt, HMO oder Telemedizin statt freier Arztwahl.
- Die Franchise, passend zum tatsächlichen Gesundheitsprofil.
- Die Prämienverbilligung, deren Anspruch häufiger besteht als angenommen.
Die Modelle im Vergleich
Beim Hausarztmodell gehst du zuerst zum festgelegten Arzt, bei HMO in eine Gruppenpraxis, bei Telmed rufst du zuerst eine medizinische Beratung an. Alle drei senken die Prämie spürbar gegen eine Einschränkung der freien Arztwahl.
Die Einschränkung ist geringer, als sie klingt: Notfälle, Augenarzt und Gynäkologie sind meist ausgenommen. Wer ohnehin immer zum selben Hausarzt geht, verliert praktisch nichts.
Was die Zusatzversicherung ist und was nicht
Sie folgt anderem Recht als die Grundversicherung: eigene Kündigungsfristen, kein Aufnahmezwang, Gesundheitsprüfung beim Abschluss. Das macht eine Kündigung zur Einbahnstrasse – zurück geht es nur mit erneuter Prüfung.
Die Grundversicherung wechselst du unabhängig davon. Deine Kasse darf nicht verlangen, dass du die Zusatzversicherung mitkündigst, und sie darf sie auch nicht selbst kündigen.
Der Abgleich mit der Realität
Prüfe das Ergebnis an einem realen Fall aus den letzten zwölf Monaten. Eine Berechnung, die sich nicht an mindestens einer tatsächlichen Rechnung nachvollziehen lässt, beruht auf einer Annahme, die nicht zu dir passt.
Achte besonders auf die Posten, die nicht monatlich anfallen. Sie fehlen in der Monatsbetrachtung, aus der die meisten ihre Eingaben ableiten – und genau dort entstehen die grössten Abweichungen.
Was die Grundversicherung deckt
Ambulante und stationäre Behandlung, Medikamente aus der Spezialitätenliste, Mutterschaft, bestimmte Präventionsleistungen und Notfälle im Ausland in begrenztem Umfang.
Nicht gedeckt sind Zahnbehandlungen ausser bei bestimmten Erkrankungen, Brillen bei Erwachsenen und Komplementärmedizin ausserhalb des Katalogs. Genau diese Posten gehören als eigene Budgetzeile geführt.
Die vier Stellschrauben und ihre Wirkung
Erstens die Kasse selbst: Zwischen der günstigsten und der teuersten Kasse derselben Region liegen oft mehr als CHF 1'000 pro Jahr – die grösste Einzelwirkung. Zweitens das Modell: HMO, Hausarzt oder Telmed bringen 13 bis 19 Prozent Rabatt, bei einer Referenzprämie von CHF 520 also bis rund CHF 1'180 im Jahr.
Drittens die Franchise: zwischen CHF 300 und 2500 wählbar, mit einem Prämienrabatt von bis zu rund CHF 1'310 – aber eben auch CHF 2'200 höherem Eigenrisiko. Viertens die Prämienverbilligung, auf die rund 30 Prozent der Versicherten Anspruch haben.
Wie Franchise und Selbstbehalt zusammenspielen
Bis zur Franchise zahlst du alles selbst. Darüber übernimmt die Kasse 90 Prozent, du trägst 10 Prozent Selbstbehalt – höchstens CHF 700 pro Jahr für Erwachsene, CHF 350 für Kinder.
Das maximale Eigenrisiko ist damit rechenbar: Franchise plus Selbstbehalt-Höchstbetrag. Bei der Mindestfranchise sind es CHF 1’000, bei der höchsten CHF 3’200. Wer diese beiden Zahlen kennt, kann die Franchisefrage ohne Bauchgefühl entscheiden – es geht um eine Differenz von genau CHF 2'200 im schlimmsten Fall gegen rund CHF 1'310 sicheren Prämienrabatt.
