Franchise bewusst wählen
Die Grundversicherung erlaubt Franchisen von CHF 300.– bis 2'500.–. Wer selten zum Arzt geht, fährt mit der höchsten Franchise meist günstiger – die Prämienersparnis übersteigt das Mehrrisiko. Wer regelmässig Leistungen bezieht, wählt eine tiefere Franchise.
Alternative Versicherungsmodelle
Hausarzt-, HMO- oder Telmed-Modelle senken die Prämie um bis zu 20%. Du verpflichtest dich, im Krankheitsfall zuerst eine bestimmte Stelle zu kontaktieren.
Jährlich vergleichen
Prämien steigen jedes Jahr unterschiedlich. Ein Wechsel ist bis Ende November auf den 1. Januar möglich. Vergleiche über das BAG-Portal priminfo.admin.ch.
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Die Hebel nach Wirkung
Sie lassen sich kombinieren und wirken unabhängig voneinander:
- Kassenwechsel – bei identischen Leistungen der grösste Betrag.
- Versicherungsmodell: Hausarzt, HMO oder Telemedizin statt freier Arztwahl.
- Franchise passend zum tatsächlichen Gesundheitsprofil der letzten drei Jahre.
- Prämienverbilligung prüfen – der Anspruch besteht häufiger als angenommen.
- Unfalldeckung ausschliessen, wenn du mindestens acht Stunden pro Woche angestellt bist.
Wo sich Deckungen überschneiden
Rechtsschutz ist teilweise über Verbandsmitgliedschaften oder die Hausratversicherung gedeckt, Reiseversicherungen häufig über die Kreditkarte. Ein Vergleich aller Policen nebeneinander zeigt die Doppelspurigkeiten in zwanzig Minuten.
Der brauchbarste Massstab ist nicht die Prämie, sondern der Schaden: Versichere, was du finanziell nicht selbst tragen könntest. Kleine, tragbare Risiken selbst zu behalten ist über die Jahre günstiger.
Kündigungsfristen im Blick behalten
Zusatz- und Sachversicherungen laufen meist auf Ende Versicherungsjahr mit drei Monaten Frist. Wer im Dezember prüft, ist für das Folgejahr zu spät – der Termin gehört in den September.
Nach einem Schadenfall besteht bei vielen Policen ein ausserordentliches Kündigungsrecht, das in beide Richtungen gilt. Auch der Versicherer kann davon Gebrauch machen.
Unterversicherung beim Hausrat
Die Versicherungssumme sollte dem Neuwert des gesamten Hausrats entsprechen. Ist sie zu tief angesetzt, kürzt der Versicherer im Schadenfall anteilig – auch bei einem Teilschaden.
Nach grösseren Anschaffungen lohnt eine Überprüfung. Die Prämiendifferenz für eine höhere Summe ist gering, die Kürzung im Schadenfall nicht.
Der Zeitplan im Herbst
Ende September publiziert das BAG die Prämien, im Oktober kommt der Brief der Kasse. Wer erst dann zu vergleichen beginnt, hat rund sechs Wochen – und entscheidet unter Zeitdruck.
Praktischer Ablauf: Anfang Oktober vergleichen, Mitte November die Kündigung eingeschrieben versenden, bis Mitte Dezember bei der neuen Kasse anmelden. Massgebend ist der Eingang der Kündigung, nicht der Poststempel.
Die Reihenfolge nach Wirkung
Erstens die Kasse: Zwischen der günstigsten und der teuersten Kasse derselben Region und desselben Modells liegen oft mehr als CHF 1'000 pro Jahr. Zweitens das Modell: HMO, Hausarzt oder Telmed bringen 13 bis 19 Prozent, bei einer Referenzprämie von CHF 520 also bis rund CHF 1'180 im Jahr.
Drittens die Franchise, und hier ist Vorsicht geboten: Der Prämienrabatt von bis zu CHF 1'310 steht einem um CHF 2'200 höheren Eigenrisiko gegenüber. Diese Reihenfolge wird häufig umgedreht – dabei ist der Modellwechsel der einzige Schritt ohne Gegenrisiko, und er läuft bei der bestehenden Kasse ohne Aufnahmeverfahren.
Der übersehene vierte Hebel
Rund 30 Prozent der Versicherten haben Anspruch auf Prämienverbilligung, und ein erheblicher Teil davon beantragt sie nicht. In Kantonen ohne automatische Prüfung passiert ohne Antrag nichts – auch dann nicht, wenn der Anspruch offensichtlich besteht.
Der Antrag ist kostenlos, eine Ablehnung hat keinerlei Nachteile, und die Grenzen für Familien liegen deutlich höher, als die meisten annehmen. Wer nahe an der Grenze liegt, sollte einreichen statt schätzen – die Entlastung liegt je nach Kanton und Haushalt zwischen CHF 1'000 und 8'000 pro Jahr.
