Schweiz

Steuern budgetieren: Rückstellungen richtig planen

Kurz beantwortet: Ein Zwölftel der erwarteten Jahressteuer monatlich auf ein separates Konto – bei CHF 9'600 Steuern also CHF 800. Anders als in Ländern mit Quellenabzug kommt die Schweizer Steuerrechnung als separate Forderung, und genau daran scheitern die meisten Budgets.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert Januar 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Das Problem mit der Steuerrechnung

In den meisten Kantonen zahlst du Steuern nachgelagert – oft als grosse Jahres- oder Ratenrechnung. Ohne Rückstellung fehlt das Geld dann plötzlich.

So viel zurücklegen

Eine grobe Faustregel sind 10–20% des Einkommens, je nach Kanton und Situation. Lege den Betrag monatlich auf ein separates Konto.

Mit Sparziel automatisieren

Richte ein Sparziel «Steuern» ein und behandle die monatliche Rate wie eine Fixkostenposition. Mehr im Ratgeber Steuern zurücklegen.

In BudgetHub führst du die Steuerrückstellung als eigene Position – so liegt der Betrag bereit, wenn die Rechnung kommt, statt den Monat zu sprengen.

Warum Akontorechnungen nicht genügen

Sie beruhen auf der letzten Veranlagung. Nach einer Lohnerhöhung, einem Bonus oder dem Wegfall eines Abzugs sind sie systematisch zu tief – die Differenz kommt mit der Schlussrechnung, oft mehr als ein Jahr später.

Wer die Akontobeträge bezahlt und zusätzlich einen Puffer zurücklegt, deckt genau diese Lücke. Der Puffer kann klein sein, aber er sollte existieren.

Wann die Rechnung besonders hoch ausfällt

Im zweiten Berufsjahr, nach einer Lohnerhöhung, nach einem Bonusjahr und im Jahr nach dem Wegfall eines Abzugs – etwa wenn die Kinderbetreuungskosten enden.

In all diesen Fällen beruhen die Akontorechnungen auf einem tieferen Vorjahreseinkommen. Die Differenz kommt mit der Schlussrechnung, oft über CHF 2'000.

Vorauszahlen kann sich lohnen

Mehrere Kantone verzinsen freiwillige Vorauszahlungen. Liegt dieser Vergütungszins über dem Sparzins, ist das Steueramt der bessere Ort für die Rückstellung als das eigene Konto.

Die Grenze: Vorauszahlen nur, wenn Notgroschen und laufende Verpflichtungen gedeckt sind. Geld beim Steueramt ist gebundenes Geld.

Warum ein Rechner nur ein Ausgangspunkt ist

Jede Berechnung arbeitet mit Annahmen: konstante Beträge, konstante Sätze, ein durchschnittlicher Monat. Die Realität liefert schwankende Einkommen, Sonderausgaben und Jahre, die aus der Reihe fallen.

Das Ergebnis ist deshalb eine Grössenordnung, keine Prognose. Brauchbar wird es, wenn du es mit deinen tatsächlichen Zahlen der letzten zwölf Monate vergleichst – erst dieser Abgleich zeigt, ob die Annahmen zu dir passen.

Quellenbesteuerte und der Unterschied

Bei Quellensteuer wird die Steuer direkt vom Lohn abgezogen – eine separate Rückstellung erübrigt sich. Das gilt aber nur, solange keine nachträgliche ordentliche Veranlagung beantragt wurde.

Wer sie beantragt, wechselt ins ordentliche Verfahren mit separater Rechnung. Dann gilt dieselbe Rückstellungslogik wie für alle anderen – und der Wechsel ist unwiderruflich.

Warum Akonto und Rückstellung zwei Dinge sind

Die Akontorechnung basiert auf der letzten Veranlagung, also auf einem Einkommen, das ein bis zwei Jahre zurückliegt. Wer seither mehr verdient, zahlt zu wenig akonto – und bekommt die Differenz mit der definitiven Veranlagung nachgefordert, oft in einem Betrag.

Die Rückstellung sollte deshalb am aktuellen Einkommen bemessen werden, nicht an der Akontorechnung. Als Faustregel: Steigt der Lohn, steigt die Rückstellung überproportional, weil der Grenzsteuersatz höher liegt als der Durchschnittssatz. Eine Lohnerhöhung von zehn Prozent verlangt eher fünfzehn Prozent mehr Rückstellung.

Die Grössenordnung, mit der zu rechnen ist

Bei CHF 80'000 steuerbarem Einkommen liegt die Gesamtbelastung aus Bund, Kanton und Gemeinde je nach Wohnort zwischen rund CHF 8'000 und 14'000 – monatlich also CHF 670 bis 1'170. Die Spanne von über CHF 6'000 pro Jahr allein durch den Wohnort ist grösser als die meisten Sparbemühungen im Alltag.

Wer im ersten Berufsjahr steht, hat einen zusätzlichen Effekt: Die Sozialabgaben von rund 13 Prozent stehen auf der Lohnabrechnung, die Steuern nicht. Der Nettolohn wirkt dadurch grosszügiger, als er nach Steuern ist – und die erste Rechnung trifft ein Budget, das sich bereits daran gewöhnt hat.

Häufige Fragen

Wie viel Prozent für Steuern zurücklegen?+

Je nach Kanton und Einkommen grob 10–20%. Orientiere dich an deiner letzten Steuerrechnung.

Wie viel sollte ich monatlich für Steuern zurücklegen?+

Ein Zwölftel der letzten definitiven Steuerrechnung, mit Zuschlag nach einer Lohnerhöhung. Bei CHF 9'600 Jahressteuer also mindestens CHF 800.

Reichen die Akontorechnungen?+

Meist nicht ganz, weil sie auf der letzten Veranlagung beruhen und nach einer Einkommenssteigerung zu tief angesetzt sind.

Auf welches Konto gehört die Steuerrückstellung?+

Auf ein separates Konto, nicht auf das Lohnkonto. Mehrere Kantone verzinsen ausserdem freiwillige Vorauszahlungen – dann ist das Steueramt der bessere Ort als das Sparkonto.

Was passiert, wenn ich die Steuerrechnung nicht zahlen kann?+

Vor Fristablauf beim Steueramt melden – Ratenzahlungen sind üblich und werden meist gewährt. Wer wartet, zahlt Mahngebühren und Verzugszinsen obendrauf.

Wann ist die Steuerrechnung besonders hoch?+

Im zweiten Berufsjahr, nach einer Lohnerhöhung oder einem Bonus – dann beruhen die Akontobeträge auf einem tieferen Vorjahreseinkommen.

Wie genau ist das Ergebnis?+

Es ist eine Grössenordnung auf Basis konstanter Annahmen. Brauchbar wird es im Abgleich mit deinen tatsächlichen Zahlen der letzten zwölf Monate.

Was mache ich mit dem Ergebnis?+

Den errechneten Betrag als Dauerauftrag am Tag des Lohneingangs einrichten. Ein Ergebnis, das nicht in eine Handlung mündet, verändert nichts.

Wie viel Prozent soll ich für Steuern zurücklegen?+

10 bis 20 Prozent des Nettolohns, abhängig von Kanton, Gemeinde und Zivilstand. Verlässlicher als jede Faustregel ist die letzte definitive Veranlagung geteilt durch zwölf – und bei einer Lohnerhöhung überproportional anheben, weil der Grenzsteuersatz über dem Durchschnittssatz liegt.

Leg die Steuerrechnung monatlich zurück

Die Steuerrechnung ist selten eine Überraschung – sie kommt nur selten zum passenden Zeitpunkt. Mit einer monatlichen Rückstellung im Budget verliert sie ihren Schrecken.