Warum ein Jahresbudget, wenn es ein Monatsbudget gibt
Kurz: Ein Monatsbudget zeigt, ob der laufende Monat aufgeht. Ein Jahresbudget zeigt, ob das Jahr aufgeht – und das ist in der Schweiz nicht dasselbe. Die Steuerrechnung, die Franchise, die Autoversicherung, die Serafe-Rechnung und die Ferien kommen nicht monatlich, sondern ein- oder zweimal im Jahr. Wer nur monatlich plant, erlebt sie als Überraschung.
Die Jahresvorlage dreht die Perspektive um: Zuerst werden alle Jahreskosten erfasst, danach durch zwölf geteilt. Das Ergebnis ist der Betrag, der jeden Monat zurückgelegt werden muss, damit die grossen Rechnungen nie aus dem laufenden Konto bezahlt werden.
- Unregelmässige Kosten werden sichtbar, bevor sie fällig sind
- Jahreskosten ÷ 12 = monatliche Rückstellung
- 13. Monatslohn als Planungsgrösse statt als Bonus
Was in die Vorlage gehört
Die Vorlage enthält dreizehn Kategorien mit Richtwerten für einen Einpersonenhaushalt in einer mittleren Schweizer Stadt: Wohnen, Krankenkasse inklusive Franchise-Reserve, Steuern, Versicherungen und Serafe, Lebensmittel, Mobilität, Ferien, Geschenke und Feiertage, Zahnarzt und Selbstbehalt, Kleidung, Säule 3a, freies Sparen und eine Reserve für Unvorhergesehenes.
Zusammen ergeben die Richtwerte rund CHF 68’200 im Jahr, im Schnitt CHF 5’683 pro Monat. Die Richtwerte sind Orientierung, keine Vorgabe. Die gelben Felder sind für deine eigenen Zahlen gedacht, die grauen rechnen automatisch – Total, Differenz zwischen Plan und Ist, die monatliche Rückstellung (Total ÷ 12) und was nach dem Jahresnettolohn übrig bleibt.
So füllst du sie in einer Stunde aus
Erstens: Kontoauszüge der letzten zwölf Monate und die letzte Steuerrechnung bereitlegen. Zweitens: alle Rechnungen erfassen, die nicht monatlich kommen – Steuern, Versicherungen, Serafe, Zahnarzt, Abos mit Jahreszahlung. Drittens: die monatlichen Posten mal zwölf eintragen. Viertens: Ferien und Geschenke bewusst als Betrag festlegen, nicht als Rest.
Am Ende steht eine Zahl: das Total der Jahreskosten. Liegt es über dem Jahresnettolohn, muss eine Kategorie kleiner werden – und zwar jetzt, nicht im Dezember.
- Unterlagen: Kontoauszüge 12 Monate, letzte Steuerrechnung
- Zuerst die unregelmässigen Rechnungen erfassen
- Ferien und Geschenke als festen Betrag planen
- Total mit dem Jahresnettolohn vergleichen
Die monatliche Rückstellung: das eigentliche Ergebnis
Die wichtigste Zahl der Vorlage steht unter dem Total: die monatliche Rückstellung. Sie zeigt, welcher Betrag jeden Monat beiseitegelegt werden muss, damit alle Jahreskosten gedeckt sind. Praktisch bewährt sich ein zweites Konto, auf das dieser Betrag am Zahltag per Dauerauftrag fliesst – von dort werden Steuern, Versicherungen und Ferien bezahlt.
Der Effekt ist psychologisch grösser als rechnerisch: Die Steuerrechnung ist dann keine Belastung mehr, sondern eine Überweisung von einem Konto, auf dem das Geld schon liegt. Und was im Dezember übrig bleibt, ist echter Spielraum statt Zufall.
- Rückstellung = Jahreskosten ÷ 12
- Zweites Konto nur für unregelmässige Rechnungen
- Dauerauftrag am Zahltag
Der 13. Monatslohn im Jahresbudget
Rund drei Viertel der Arbeitnehmenden in der Schweiz erhalten einen 13. Monatslohn. Im Jahresbudget ist er keine Extra-Einnahme, sondern Teil des Jahreseinkommens. Wer ihn im Voraus einer Aufgabe zuweist – zum Beispiel der Steuerrückstellung oder der Säule 3a –, verhindert, dass er im Dezember in den Weihnachtsausgaben aufgeht.
Faustregel für die Wohnkosten: Auch im Jahresbudget sollten Miete und Nebenkosten höchstens 33 % des Nettoeinkommens ausmachen.
Übernimm die Struktur direkt in BudgetHub – die Kategorien sind schon angelegt, und statt einer Tabelle, die man vergisst, siehst du jeden Monat, wie Plan und Ist auseinanderlaufen. Kostenlos, ohne Bankverbindung.
