Wohnen

Nebenkosten-Rechner: Akonto für die Wohnung

Kurz beantwortet: Für eine 3,5-Zimmer-Wohnung mit Gasheizung und zwei Personen fallen rund CHF 199 Nebenkosten pro Monat an – etwa 12,4 % der Nettomiete von CHF 1’600. Den grössten Teil machen Heizung und Warmwasser aus; mit Wärmepumpe sind die Nebenkosten deutlich tiefer als mit Öl oder Gas.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert Oktober 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen
Nebenkosten-Rechner
Heizung und WarmwasserCHF 105
Wasser und AbwasserCHF 24
Hauswartung und ReinigungCHF 28
Allgemeinstrom (Treppenhaus, Keller)CHF 11
Kehricht und GrüngutCHF 10
Lift (Service, Strom)CHF 15
Verwaltungshonorar (3 %)CHF 6
Nebenkosten pro MonatCHF 199
BruttomieteCHF 1’799
Anteil an der Nettomiete12.4 %

Richtwerte für eine Mietwohnung; massgebend sind Mietvertrag und Nebenkostenabrechnung. Nur Posten, die im Vertrag ausdrücklich genannt sind, dürfen separat verrechnet werden.

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Was zu den Nebenkosten gehört

Kurz: Nebenkosten sind die Kosten für den Betrieb des Hauses, die zusätzlich zur Nettomiete verrechnet werden – aber nur, wenn sie im Mietvertrag ausdrücklich aufgeführt sind (Art. 257a OR). Was nicht genannt ist, gilt als in der Nettomiete enthalten.

Typisch sind Heizung und Warmwasser, Wasser und Abwasser, Hauswartung, Treppenhausreinigung, Allgemeinstrom, Kehricht und bei grösseren Häusern Lift und Gartenpflege. Nicht dazu gehören Unterhalt und Reparaturen am Gebäude – die sind Sache der Vermieterschaft.

  • Akonto: monatliche Anzahlung, jährliche Abrechnung
  • Pauschale: fester Betrag, keine Abrechnung
  • Nur vertraglich genannte Posten sind verrechenbar

Richtwerte nach Wohnungsgrösse

WohnungNettomieteNebenkosten mit Ölmit Wärmepumpe
2.5 Zimmer, 1 Pers.CHF 1’250CHF 129CHF 93
3.5 Zimmer, 2 Pers.CHF 1’600CHF 191CHF 140
4.5 Zimmer, 4 Pers.CHF 2’100CHF 270CHF 205
5.5 Zimmer, 5 Pers.CHF 2’600CHF 332CHF 252

Gerechnet mit Heizung und Warmwasser je Zimmer und Monat (Öl CHF 32, Gas CHF 30, Fernwärme CHF 28, Wärmepumpe CHF 18), Wasser pro Person, Hauswartung und Allgemeinstrom je Zimmer sowie 3 % Verwaltungshonorar. Neubauten mit guter Dämmung liegen eher tiefer, unsanierte Altbauten deutlich höher.

Bruttomiete und Tragbarkeit

Für die Faustregel «höchstens ein Drittel des Nettoeinkommens fürs Wohnen» zählt die Bruttomiete, also Nettomiete plus Nebenkosten. Bei CHF 1’799 Bruttomiete brauchst du nach dieser Regel ein Nettoeinkommen von rund CHF 5’452.

Wer eine Wohnung vergleicht, sollte deshalb immer brutto vergleichen: Eine tiefere Nettomiete mit hohem Akonto ist nicht automatisch günstiger.

So liest du die Nebenkostenabrechnung

Die Abrechnung muss die Gesamtkosten des Hauses, den Verteilschlüssel und deinen Anteil ausweisen. Häufige Schlüssel sind Wohnfläche, Rauminhalt oder Zimmerzahl; Heiz- und Warmwasserkosten werden in neueren Gebäuden verbrauchsabhängig mit Zählern verteilt. Prüfe zuerst, ob der Schlüssel gegenüber dem Vorjahr gleich geblieben ist.

Danach lohnt sich der Blick auf drei Posten: den Heizölpreis bzw. die Gasrechnung, das Hauswartungshonorar und das Verwaltungshonorar. Ein Verwaltungshonorar von 3 bis 5 % der Nebenkosten ist üblich, höhere Beträge müssen im Vertrag vereinbart sein. Eine Erhöhung des Akontos ist zulässig, wenn die Abrechnungen dauerhaft höher ausfallen – sie muss aber mit dem amtlichen Formular mitgeteilt werden, wenn sie während der Mietdauer erfolgt.

Akonto zu tief? Die Nachzahlung einplanen

Ein zu tief angesetztes Akonto ist der häufigste Grund für hohe Nachzahlungen. Liegt das Akonto deutlich unter dem Rechnerwert, lohnt es sich, bei der Vermieterschaft die letzte Abrechnung zu verlangen – du hast Anspruch auf Einsicht in die Belege.

Plane die Differenz als Rückstellung im Budget ein, statt im Frühling von einer Nachzahlung überrascht zu werden.

Trag deine Zahlen einmal in BudgetHub ein – dann siehst du jeden Monat, was nach Fixkosten wirklich bleibt, und wo sich eine Änderung lohnt. Kostenlos, ohne Bankverbindung, Daten in der Schweiz.

Richtwert und eigene Lage

Ein Richtwert beschreibt den Durchschnitt, nicht deine Situation. Er ist brauchbar als Ausgangspunkt und wird erst durch den Abgleich mit deinen tatsächlichen Zahlen der letzten zwölf Monate aussagekräftig.

Wo dein Wert um mehr als zwanzig Prozent abweicht, gibt es dafür meist einen konkreten Grund – Wohnregion, Haushaltsgrösse oder eine Besonderheit deiner Lebenssituation. Diesen Grund zu kennen ist wertvoller als der Durchschnitt selbst.

Häufige Fragen

Wie hoch sind Nebenkosten in der Schweiz?+

Meist zwischen 10 und 25 % der Nettomiete, bei einer 3,5-Zimmer-Wohnung oft CHF 150 bis 300 pro Monat – je nach Heizsystem und Gebäude.

Was ist der Unterschied zwischen Akonto und Pauschale?+

Beim Akonto zahlst du eine Anzahlung und erhältst jährlich eine Abrechnung mit Nachzahlung oder Rückerstattung. Bei der Pauschale ist der Betrag fix, es gibt keine Abrechnung.

Darf die Vermieterin Unterhalt als Nebenkosten verrechnen?+

Nein. Reparaturen und Unterhalt am Gebäude sind mit der Nettomiete abgegolten. Verrechenbar sind nur Betriebskosten, die im Vertrag ausdrücklich genannt sind.

Wie viel Heizkosten pro Jahr sind normal?+

Für eine 3,5-Zimmer-Wohnung mit Öl oder Gas rund CHF 1'200 bis 1'500 pro Jahr inklusive Warmwasser, mit Wärmepumpe deutlich weniger.

Kann ich die Nebenkostenabrechnung anfechten?+

Du kannst die Belege einsehen und unberechtigte Posten bestreiten. Kommt keine Einigung zustande, ist die Schlichtungsbehörde für Mietsachen zuständig – kostenlos.

Zählen Nebenkosten zur Mietquote?+

Ja. Für die Ein-Drittel-Regel zählt die Bruttomiete inklusive Nebenkosten.

Wie verlässlich sind Richtwerte?+

Als Ausgangspunkt brauchbar, als Massstab nicht. Erst der Abgleich mit deinen tatsächlichen Zahlen der letzten zwölf Monate macht sie aussagekräftig.

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