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Wohneigentum

Liegenschaftsunterhalt: Pauschalabzug oder effektive Kosten? Die Wahl ist jährlich neu

Kurz beantwortet: Du darfst jedes Jahr neu wählen – Pauschale ohne Belege oder effektive Kosten mit Belegen. Die einzige richtige Strategie ist deshalb das Bündeln: kleine Unterhaltsjahre pauschal abrechnen, grössere Arbeiten in einem Jahr zusammenziehen und dort effektiv abrechnen. Bis 2028, danach entfällt die Wahl bei selbstbewohntem Eigentum.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert August 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Hauptseite zum Thema: Eigenmietwert: was sich 2029 ändert – dort findest du den vollständigen Überblick.

Das Wahlrecht ist der Hebel

Die Pauschale ist ein Prozentsatz des Eigenmietwerts oder der Mieteinnahmen und hängt oft vom Alter der Liegenschaft ab. Sie verlangt keine Belege. Die effektive Abrechnung verlangt Belege, kennt aber keine Obergrenze.

Weil du jedes Jahr neu wählst – und zwar pro Liegenschaft – ist die Frage nie «was ist besser», sondern «wie verteile ich meine Arbeiten». Diese Umkehrung ist der ganze Trick.

Bündeln statt verteilen

Wer drei Jahre lang je CHF 5'000 aufwendet und pauschal abrechnet, verschenkt möglicherweise nichts – die Pauschale liegt bei kleinen Beträgen oft darüber. Wer aber CHF 45'000 auf drei Jahre verteilt, verschenkt in jedem Jahr die Differenz zwischen effektiven Kosten und der ohnehin höheren Pauschale.

Umgekehrt gilt: Zwei kleine Arbeiten von je CHF 3'000 in zwei Jahren sind schlechter als CHF 6'000 in einem Jahr plus ein Pauschaljahr. Planbare Arbeiten – Malerarbeiten, Fassade, Bäder – lassen sich meist um ein Jahr verschieben.

Was jetzt zusätzlich hineinspielt

Mit dem Systemwechsel per 2029 entfällt bei selbstbewohntem Eigentum sowohl die Pauschale als auch die effektive Abrechnung. Das Bündeln bekommt damit eine Deadline: Wer noch grössere Arbeiten vor sich hat, hat jetzt einen zusätzlichen Grund, sie nicht zu zerstückeln.

Bei vermieteten Liegenschaften bleibt das Wahlrecht bestehen. Die Kantone regeln Höhe und Bedingungen eigenständig — massgebend ist immer die Wegleitung deines Kantons.

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Was beim Auszug anfällt

Endreinigung mit Abnahmegarantie kostet je nach Wohnungsgrösse CHF 500 bis 1'200, dazu Umzug und allfällige Reparaturen. Der eigentliche Engpass ist aber die Überschneidung: Die neue Kaution ist fällig, bevor die alte frei wird.

Bei zwei Monatsmieten Kaution bedeutet das kurzfristig einen vierstelligen Betrag doppelt, dazu häufig eine Mietzinsüberschneidung von einem halben bis ganzen Monat.

Was bei der Wohnungsübergabe zählt

Für normale Abnutzung haftest du nicht – dafür bezahlst du Miete. Entscheidend ist die Lebensdauer des Bauteils: Ist sie abgelaufen, entfällt die Entschädigungspflicht auch bei einem echten Schaden.

Das Übergabeprotokoll entscheidet fast jeden späteren Streit. Was dort nicht als Mangel steht, kann kaum noch geltend gemacht werden – Zeit nehmen und alles fotografieren.

Wohneigentum und die Tragbarkeitsrechnung

Banken rechnen mit einem kalkulatorischen Zins von rund fünf Prozent, einem Prozent Unterhalt und der Amortisation. Zusammen dürfen diese Kosten ein Drittel des Bruttoeinkommens nicht übersteigen.

Dass der tatsächliche Zins tiefer liegt, ändert daran nichts – der kalkulatorische Satz ist ein Stresstest, keine Prognose.

Häufige Fragen

Kann ich jedes Jahr zwischen Pauschale und effektiven Kosten wechseln?+

Ja, die Wahl ist jährlich neu und wird pro Liegenschaft getroffen. Genau das ermöglicht die Bündelungsstrategie.

Wie hoch ist der Pauschalabzug?+

Ein Prozentsatz des Eigenmietwerts oder der Mieteinnahmen, häufig abgestuft nach dem Alter der Liegenschaft. Die konkreten Sätze legen Bund und Kantone fest. Die Kantone regeln Höhe und Bedingungen eigenständig — massgebend ist immer die Wegleitung deines Kantons.

Lohnt sich das Bündeln von Renovationsarbeiten?+

In der Regel ja. Grössere Arbeiten in einem Jahr zusammenzuziehen und dort effektiv abzurechnen bringt mehr, als denselben Aufwand über mehrere Jahre zu verteilen und jeweils knapp über der Pauschale zu liegen.

Gilt das Wahlrecht auch nach dem Systemwechsel?+

Bei selbstbewohntem Wohneigentum nicht mehr – dort entfällt der Unterhaltsabzug ab 2029 ganz. Bei vermieteten Liegenschaften bleibt er bestehen.

Warum wird ein Umzug zum Liquiditätsproblem?+

Weil die neue Kaution fällig ist, bevor die alte freigegeben wird – kurzfristig ein vierstelliger Betrag doppelt, plus Mietzinsüberschneidung.

Muss ich für Abnutzung bezahlen?+

Für normale Abnutzung nicht. Bei Schäden zählt der Zeitwert nach Lebensdauertabelle – ist die Lebensdauer abgelaufen, entfällt die Entschädigung.

Warum rechnet die Bank mit fünf Prozent Zins?+

Als Stresstest, damit die Finanzierung auch bei deutlich höheren Zinsen tragbar bleibt. Es ist keine Prognose.

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