Was passiert, wenn du nichts tust
Die Steuerbehörde schätzt dich nach Ermessen ein. Diese Schätzung liegt fast immer über der Realität, und sie ist verbindlich, sobald die Einsprachefrist abgelaufen ist. Dazu kommen Mahngebühren und Verzugszinsen.
Das ist der teuerste Anfängerfehler überhaupt – und der häufigste, weil das erste Formular unauffällig im Briefkasten liegt und ohne Vorwarnung kommt.
Was du brauchst
Die Liste ist kurz, wenn man sie kennt:
- Lohnausweis vom Arbeitgeber oder Lehrbetrieb – kommt automatisch im Januar.
- Bankauszüge per 31. Dezember, auch vom Jugendsparkonto.
- Belege für Berufsauslagen: ÖV-Abo, Arbeitsweg, auswärtige Verpflegung.
- Nachweise über Ausbildungskosten und Stipendien.
- Krankenkassenprämien und die Bescheinigung über die Prämienverbilligung.
Die Abzüge, die auch bei kleinem Einkommen zählen
Berufsauslagen sind der wichtigste Posten: Arbeitsweg und auswärtige Verpflegung summieren sich bei einer Lehrstelle schnell auf mehrere tausend Franken. Auch Versicherungsprämien und ein allfälliger Kinderabzug bei den Eltern spielen hinein.
Die Säule 3a ist ab dem ersten AHV-pflichtigen Lohn möglich – und ihr Nutzen liegt in diesem Alter weniger im Steuereffekt als im Zinseszins. Wer mit 20 anfängt, hat vierzig Jahre Anlagehorizont. Der volle Betrag von CHF 7’258 ist dabei völlig unnötig; ein kleiner Dauerauftrag genügt, um die Gewohnheit zu etablieren.
Und die eigentliche Weichenstellung
Ab jetzt kommt jedes Jahr eine Steuerrechnung, aber der Lohn kommt monatlich. Wer das nicht auseinanderhält, hat im Frühling ein Problem. Ein Zwölftel der erwarteten Steuer monatlich zurücklegen – das ist die eine Gewohnheit, die den Unterschied zwischen entspannt und knapp macht.
In BudgetHub entsteht dein Steuerdossier übers Jahr statt im Januar: Belege ablegen, Abzüge sammeln, Fristen im Blick. Sieh dir den Bereich «Steuern» an.
Was mit 18 finanziell beginnt
Eigene Steuerpflicht mit eigener Steuererklärung, freie Wahl von Krankenkasse, Modell und Franchise, und die Möglichkeit, ab dem ersten AHV-pflichtigen Lohn in die Säule 3a einzuzahlen.
Nichts davon passiert automatisch. Wer die Steuererklärung nicht einreicht, wird nach Ermessen eingeschätzt – regelmässig zu hoch und mit Mahngebühren obendrauf.
Das erste eigene Konto
Mit 18 endet bei den meisten Banken das kostenlose Jugendkonto – oft schleichend, mit Gebühren von CHF 3 bis 10 monatlich. Für Studierende und Lernende bleibt es vielerorts vergünstigt, aber nur mit eingereichter Ausbildungsbestätigung.
Beim Vergleich zählt nicht der Zins, sondern Kontoführungsgebühr, Kartengebühren, Bargeldbezug an Fremdautomaten und Fremdwährungszuschläge.
AHV-Beiträge in erwerbsfreien Zeiten
Ab dem Jahr nach dem 20. Geburtstag besteht Beitragspflicht – auch ohne Erwerbstätigkeit. Nichterwerbstätige zahlen einen einkommens- und vermögensabhängigen Mindestbeitrag.
Wer das versäumt, hat eine Beitragslücke. Sie kürzt die spätere Rente um rund 2,3 Prozent pro Jahr und lässt sich nur fünf Jahre rückwirkend schliessen.
