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Einstieg

Die erste Steuererklärung: Was mit 18 auf dich zukommt – und warum du sie auch bei null Einkommen einreichst

Kurz beantwortet: Ab der Volljährigkeit wirst du eigenständig steuerpflichtig und bekommst eine eigene Steuererklärung – auch als Lernende oder Studentin ohne nennenswertes Einkommen. Sie einzureichen ist Pflicht, und sie lohnt sich: Ohne eingereichte Erklärung wirst du nach Ermessen eingeschätzt, meist zu hoch.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert August 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Was passiert, wenn du nichts tust

Die Steuerbehörde schätzt dich nach Ermessen ein. Diese Schätzung liegt fast immer über der Realität, und sie ist verbindlich, sobald die Einsprachefrist abgelaufen ist. Dazu kommen Mahngebühren und Verzugszinsen.

Das ist der teuerste Anfängerfehler überhaupt – und der häufigste, weil das erste Formular unauffällig im Briefkasten liegt und ohne Vorwarnung kommt.

Was du brauchst

Die Liste ist kurz, wenn man sie kennt:

  • Lohnausweis vom Arbeitgeber oder Lehrbetrieb – kommt automatisch im Januar.
  • Bankauszüge per 31. Dezember, auch vom Jugendsparkonto.
  • Belege für Berufsauslagen: ÖV-Abo, Arbeitsweg, auswärtige Verpflegung.
  • Nachweise über Ausbildungskosten und Stipendien.
  • Krankenkassenprämien und die Bescheinigung über die Prämienverbilligung.

Die Abzüge, die auch bei kleinem Einkommen zählen

Berufsauslagen sind der wichtigste Posten: Arbeitsweg und auswärtige Verpflegung summieren sich bei einer Lehrstelle schnell auf mehrere tausend Franken. Auch Versicherungsprämien und ein allfälliger Kinderabzug bei den Eltern spielen hinein.

Die Säule 3a ist ab dem ersten AHV-pflichtigen Lohn möglich – und ihr Nutzen liegt in diesem Alter weniger im Steuereffekt als im Zinseszins. Wer mit 20 anfängt, hat vierzig Jahre Anlagehorizont. Der volle Betrag von CHF 7’258 ist dabei völlig unnötig; ein kleiner Dauerauftrag genügt, um die Gewohnheit zu etablieren.

Und die eigentliche Weichenstellung

Ab jetzt kommt jedes Jahr eine Steuerrechnung, aber der Lohn kommt monatlich. Wer das nicht auseinanderhält, hat im Frühling ein Problem. Ein Zwölftel der erwarteten Steuer monatlich zurücklegen – das ist die eine Gewohnheit, die den Unterschied zwischen entspannt und knapp macht.

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Was mit 18 finanziell beginnt

Eigene Steuerpflicht mit eigener Steuererklärung, freie Wahl von Krankenkasse, Modell und Franchise, und die Möglichkeit, ab dem ersten AHV-pflichtigen Lohn in die Säule 3a einzuzahlen.

Nichts davon passiert automatisch. Wer die Steuererklärung nicht einreicht, wird nach Ermessen eingeschätzt – regelmässig zu hoch und mit Mahngebühren obendrauf.

Das erste eigene Konto

Mit 18 endet bei den meisten Banken das kostenlose Jugendkonto – oft schleichend, mit Gebühren von CHF 3 bis 10 monatlich. Für Studierende und Lernende bleibt es vielerorts vergünstigt, aber nur mit eingereichter Ausbildungsbestätigung.

Beim Vergleich zählt nicht der Zins, sondern Kontoführungsgebühr, Kartengebühren, Bargeldbezug an Fremdautomaten und Fremdwährungszuschläge.

AHV-Beiträge in erwerbsfreien Zeiten

Ab dem Jahr nach dem 20. Geburtstag besteht Beitragspflicht – auch ohne Erwerbstätigkeit. Nichterwerbstätige zahlen einen einkommens- und vermögensabhängigen Mindestbeitrag.

Wer das versäumt, hat eine Beitragslücke. Sie kürzt die spätere Rente um rund 2,3 Prozent pro Jahr und lässt sich nur fünf Jahre rückwirkend schliessen.

Häufige Fragen

Muss ich mit 18 eine Steuererklärung einreichen?+

Ja, ab der Volljährigkeit bist du eigenständig steuerpflichtig – unabhängig von der Höhe des Einkommens. Auch bei sehr geringem Einkommen ist die Erklärung einzureichen.

Was passiert, wenn ich die Steuererklärung nicht einreiche?+

Du wirst nach Ermessen eingeschätzt, meist deutlich zu hoch, und es kommen Mahngebühren dazu. Die Einschätzung wird nach Ablauf der Einsprachefrist verbindlich.

Kann ich als Lernende Abzüge geltend machen?+

Ja. Berufsauslagen wie Arbeitsweg und auswärtige Verpflegung, Versicherungsprämien und Ausbildungskosten sind die relevanten Posten – und bei kleinem Einkommen wirken sie prozentual besonders stark.

Lohnt sich die Säule 3a schon mit 18?+

Der Steuereffekt ist bei tiefem Einkommen klein, der Zinseszinseffekt über vierzig Jahre gross. Wichtiger als der Betrag ist, dass Notgroschen und laufende Kosten gedeckt bleiben – 3a-Geld ist bis zur Pensionierung gebunden.

Was ändert sich finanziell mit 18?+

Eigene Steuerpflicht, freie Wahl der Krankenkasse und die Möglichkeit zur Säule 3a. Nichts davon passiert automatisch.

Wird mein Jugendkonto mit 18 kostenpflichtig?+

Bei den meisten Banken ja. Für Studierende und Lernende bleibt es oft vergünstigt – dafür braucht es eine eingereichte Ausbildungsbestätigung.

Muss ich ohne Job AHV zahlen?+

Ja, ab dem Jahr nach dem 20. Geburtstag als Nichterwerbstätige. Lücken kürzen die spätere Rente dauerhaft.

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