Bald: Budget + Steuern in einer AppDein Steuerdossier – automatisch aus deinen BuchungenAlle Schweizer Fristen im Blick – ohne BankverknüpfungJetzt Vorschau ansehen und vormerken →
Prozess

Steuern monatlich zurücklegen: die eine Gewohnheit, die die Steuerrechnung entschärft

Kurz beantwortet: Die Steuerrechnung kommt jährlich, das Einkommen monatlich – diese Asymmetrie ist der häufigste Grund für Zahlungsprobleme bei ansonsten gesunden Haushalten. Die Lösung ist mechanisch: ein Zwölftel der erwarteten Jahressteuer per Dauerauftrag auf ein separates Konto, ab dem Monat, in dem der Lohn kommt.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert August 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Warum es die Rückstellung braucht und nicht Disziplin

Geld, das auf dem Lohnkonto liegt, ist psychologisch verfügbar – unabhängig davon, wofür es gedacht war. Das ist keine Charakterfrage, sondern eine Eigenschaft mentaler Buchführung: Ein Kontostand wird als ein Betrag wahrgenommen, nicht als Summe von Zwecken.

Ein separates Konto löst das Problem, ohne Willenskraft zu verbrauchen. Der Betrag ist dann schlicht nicht mehr im Blickfeld – und die Steuerrechnung trifft auf ein bereits vorhandenes Guthaben statt auf eine Lücke.

Die Grössenordnung: Bei einer Jahressteuer von CHF 9'600 sind das CHF 800 im Monat. Diese Zahl schockiert beim ersten Ausrechnen – aber sie ist bereits Realität, nur bisher unsichtbar.

So bestimmst du den Betrag

Drei Wege, je nach Situation:

  • Bestehende Veranlagung vorhanden: letzte definitive Steuerrechnung durch zwölf teilen, plus Reserve bei Lohnerhöhung.
  • Erstes Jahr im Beruf oder nach einem Wechsel: die kantonalen Steuerrechner nutzen und den Wert grosszügig aufrunden.
  • Schwankendes Einkommen: einen Prozentsatz jedes Zahlungseingangs zurücklegen statt eines Fixbetrags – so skaliert die Rückstellung automatisch mit.

Akontorechnungen sind nicht dasselbe

Viele Kantone stellen unterjährig Akontorechnungen. Wer diese bezahlt, hat einen Teil der Aufgabe erledigt – aber die Akontobeträge beruhen auf der letzten Veranlagung und liegen nach einer Lohnerhöhung oder einem Bonusjahr systematisch zu tief.

Die Differenz kommt mit der Schlussrechnung. Deshalb ist die eigene Rückstellung auch dann sinnvoll, wenn Akontorechnungen laufen – sie deckt genau die Lücke, die dort strukturell entsteht.

Der Zusatznutzen: Vergütungszinsen

Mehrere Kantone verzinsen Vorauszahlungen. Wer die Rückstellung ohnehin bildet, kann sie statt auf ein eigenes Konto direkt als Vorauszahlung leisten und den Vergütungszins mitnehmen – die Sätze liegen teilweise über dem, was ein Sparkonto abwirft.

In BudgetHub entsteht dein Steuerdossier übers Jahr statt im Januar: Belege ablegen, Abzüge sammeln, Fristen im Blick. Sieh dir den Bereich «Steuern» an.

Die Zahl, die den Unterschied macht

Nicht der Kontostand, sondern der frei verfügbare Betrag nach Fixkosten und Rückstellungen. Er ist die einzige Grösse, über die du im Monat tatsächlich entscheidest – alles andere ist bereits vergeben.

Bei CHF 6'000 netto, CHF 2'400 Fixkosten und CHF 600 Rückstellungen sind das CHF 3'000. Wer stattdessen mit CHF 6'000 plant, plant mit Geld, das schon weg ist.

Die drei Zahlen für den Jahrescheck

Einmal jährlich lohnt der Blick auf drei Werte: Fixkostenquote, Sparquote und Notgroschen in Monatsausgaben. Sie sind in zwanzig Minuten berechnet und zeigen die Entwicklung, die im Monatsalltag unsichtbar bleibt.

Notiert mit Datum ergeben sie nach drei Jahren eine Reihe. Erst dieser Vergleich sagt etwas – ein einzelner Wert ohne Vorjahr ist eine Momentaufnahme ohne Richtung.

Was bei schwankendem Einkommen anders läuft

Das Basisbudget wird auf dem tiefsten Einkommensmonat der letzten zwölf aufgebaut, nicht auf dem Durchschnitt. Alles darüber wird als Überschuss zugeteilt, nicht als Normalzustand eingeplant.

Rückstellungen werden dabei als Prozentsatz jedes Eingangs abgezogen statt als Fixbetrag. So skalieren sie automatisch mit und belasten schwache Monate nicht überproportional.

Häufige Fragen

Wie viel sollte ich monatlich für Steuern zurücklegen?+

Ein Zwölftel der erwarteten Jahressteuer. Als Ausgangspunkt dient die letzte definitive Steuerrechnung; bei Lohnerhöhung oder Bonus ist ein Zuschlag nötig, weil die Progression überproportional zuschlägt.

Reicht es, die Akontorechnungen zu bezahlen?+

Meist nicht ganz. Akontobeträge beruhen auf der letzten Veranlagung und sind nach einer Einkommenssteigerung zu tief angesetzt – die Differenz kommt mit der Schlussrechnung.

Auf welches Konto gehört die Steuerrückstellung?+

Auf ein separates Konto, nicht auf das Lohnkonto. Entscheidend ist die Trennung: Was sichtbar auf dem Alltagskonto liegt, wird als verfügbar wahrgenommen und mitverbraucht.

Was mache ich bei stark schwankendem Einkommen?+

Einen festen Prozentsatz jedes Eingangs zurücklegen statt eines Fixbetrags. So wächst die Rückstellung in guten Monaten mit und belastet schwache Monate nicht überproportional.

Welche Zahl ist im Budget entscheidend?+

Der frei verfügbare Betrag nach Fixkosten und Rückstellungen – nicht der Kontostand. Nur über ihn entscheidest du im Monat tatsächlich.

Welche Kennzahlen soll ich jährlich prüfen?+

Fixkostenquote, Sparquote und Notgroschen in Monatsausgaben. Mit Datum notiert zeigen sie nach drei Jahren eine Entwicklung.

Wie budgetiere ich bei schwankendem Einkommen?+

Basisbudget auf dem tiefsten Monat der letzten zwölf, alles darüber als Überschuss zuteilen. Rückstellungen als Prozentsatz statt Fixbetrag.

Setz es direkt um

Erstelle dein Budget in BudgetHub – kostenlos, ohne Kreditkarte.