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Wohnen

Wohnungsübergabe: normale Abnutzung oder Schaden? Die Lebensdauertabelle entscheidet

Kurz beantwortet: Für normale Abnutzung haftest du nicht – dafür bezahlst du bereits Miete. Entscheidend ist die Lebensdauer des betroffenen Bauteils: Ein Teppich mit einer Lebensdauer von zehn Jahren, der nach acht Jahren beschädigt wird, ist nur noch zu einem Fünftel zu entschädigen. Dieser Zeitwertgedanke reduziert Forderungen bei der Übergabe oft um mehr als die Hälfte.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert August 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Der Zeitwert ist dein stärkstes Argument

Wird ein Bauteil beschädigt, schuldest du nicht den Neupreis, sondern den Restwert. Massgebend sind die anerkannten Lebensdauertabellen: Teppiche und Anstriche haben kurze, Küchen und Bäder deutlich längere Lebensdauern. Ist die Lebensdauer abgelaufen, schuldest du gar nichts mehr – auch bei einem echten Schaden.

Genau hier entstehen die grössten Differenzen zwischen der ersten Forderung der Verwaltung und dem, was am Ende geschuldet ist.

Was als normale Abnutzung gilt

Diese Punkte gehen zulasten der Vermieterschaft und dürfen nicht verrechnet werden:

  • Vergilbte oder leicht abgenutzte Wandfarbe nach mehreren Jahren.
  • Dübellöcher in üblicher Zahl – Bilder aufhängen gehört zum vertragsgemässen Gebrauch.
  • Abnutzungsspuren auf Parkett und Teppich durch normales Begehen.
  • Kalkspuren und Gebrauchsspuren an Armaturen.

Die Kosten, mit denen du realistisch rechnen musst

Unabhängig von Schäden fallen beim Auszug regelmässig Beträge an, die ins Umzugsbudget gehören: die Endreinigung mit Abnahmegarantie kostet je nach Wohnungsgrösse typischerweise CHF 500–1'200, kleinere Reparaturen kommen dazu, und die neue Kaution ist meist fällig, bevor die alte frei wird.

Diese Überschneidung ist der eigentliche Liquiditätsengpass beim Umzug – nicht der Umzugswagen. Wer sie nicht einplant, finanziert sie über die Kreditkarte.

Mit BudgetHub siehst du sofort, was die neue Miete in deinem Monatsbudget verändert – und wohin der freigewordene Betrag am besten fliesst.

Was beim Auszug anfällt

Endreinigung mit Abnahmegarantie kostet je nach Wohnungsgrösse CHF 500 bis 1'200, dazu Umzug und allfällige Reparaturen. Der eigentliche Engpass ist aber die Überschneidung: Die neue Kaution ist fällig, bevor die alte frei wird.

Bei zwei Monatsmieten Kaution bedeutet das kurzfristig einen vierstelligen Betrag doppelt, dazu häufig eine Mietzinsüberschneidung von einem halben bis ganzen Monat.

Nebenkosten prüfen lohnt sich

Verrechnet werden dürfen nur Positionen, die im Mietvertrag ausdrücklich und einzeln aufgeführt sind. Reparaturen, Verwaltungshonorare für die Abrechnung selbst und Amortisationen gehören nicht dazu.

Du darfst die Originalbelege einsehen, nicht nur die Zusammenfassung. Bei CHF 200 monatlichen Nebenkosten geht es um CHF 2'400 im Jahr – zwanzig Minuten Prüfung lohnen sich.

Die Kaution und ihre Regeln

Höchstens drei Nettomonatsmieten, auf einem Sperrkonto auf deinen Namen – die Zinsen fallen dir zu. Es ist dein Vermögen, nur vorübergehend blockiert.

Meldet die Vermieterschaft innert eines Jahres nach Mietende keinen Anspruch und leitet kein Verfahren ein, kannst du die Freigabe allein bei der Bank verlangen.

Häufige Fragen

Muss ich Dübellöcher beim Auszug schliessen?+

Eine übliche Anzahl Dübellöcher gilt als vertragsgemässer Gebrauch und muss nicht entschädigt werden. Erst eine aussergewöhnlich hohe Zahl oder Löcher in empfindlichen Materialien wie Plättli können anders beurteilt werden.

Was kostet eine professionelle Endreinigung?+

Je nach Wohnungsgrösse und Region meist CHF 500–1'200 mit Abnahmegarantie. Die Garantie ist das eigentliche Produkt: Beanstandet die Verwaltung, kommt die Firma nochmals – ohne Zusatzkosten für dich.

Wie funktioniert die Lebensdauertabelle?+

Sie legt für jedes Bauteil eine übliche Nutzungsdauer fest. Der geschuldete Betrag entspricht dem verbleibenden Anteil dieser Dauer. Ist sie abgelaufen, entfällt die Entschädigungspflicht auch bei einem Schaden.

Was gehört ins Übergabeprotokoll?+

Jeder festgestellte Mangel mit Foto und Datum. Was nicht im Protokoll steht, kann später kaum noch geltend gemacht werden – das schützt beide Seiten, in der Praxis vor allem die Mieterschaft.

Warum wird ein Umzug zum Liquiditätsproblem?+

Weil die neue Kaution fällig ist, bevor die alte freigegeben wird – kurzfristig ein vierstelliger Betrag doppelt, plus Mietzinsüberschneidung.

Welche Nebenkosten sind unzulässig?+

Reparaturen, Verwaltungshonorare für die Abrechnung und Amortisationen von Anlagen. Sie sind mit dem Nettomietzins abgegolten.

Wann bekomme ich die Mietkaution zurück?+

Nach Freigabe durch beide Seiten. Bleibt die Vermieterschaft ein Jahr untätig, kannst du die Auszahlung allein bei der Bank verlangen.

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