Wohnen

Mietkaution zurückbekommen: warum das Geld nach einem Jahr automatisch dir gehört

Kurz beantwortet: Die Mietkaution beträgt höchstens drei Monatsmieten – bei CHF 1'800 also maximal CHF 5'400 – und liegt auf einem Sperrkonto auf deinen Namen. Meldet die Vermieterschaft innert eines Jahres nach Mietende keinen Anspruch und leitet kein Verfahren ein, kannst du die Freigabe allein bei der Bank verlangen.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert August 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Das Geld gehört dir – es ist nur gesperrt

Die Kaution läuft auf ein Konto, das auf deinen Namen lautet und nur mit Zustimmung beider Seiten aufgelöst werden kann. Zinsen fallen dir zu. Das ist ein wichtiger Unterschied zur Vorstellung, das Geld sei «bei der Verwaltung» – es ist dein Vermögen, vorübergehend blockiert.

Höchstens drei Monatsmieten dürfen verlangt werden, und zwar bezogen auf den Nettomietzins ohne Nebenkosten. Wird mehr gefordert, ist der Überschuss unzulässig.

Die Ein-Jahres-Regel

Nach Ende des Mietverhältnisses hat die Vermieterschaft ein Jahr Zeit, Ansprüche geltend zu machen. Geschieht das nicht – kein rechtliches Verfahren, keine Betreibung – kannst du die Bank direkt zur Auszahlung auffordern, ohne Unterschrift der Gegenseite.

Diese Regel ist erstaunlich unbekannt, und genau deshalb bleiben Kautionen manchmal jahrelang liegen. Ein kurzer Brief an die Bank genügt.

Streit vermeiden: das Übergabeprotokoll

Fast jeder Kautionsstreit entscheidet sich am Protokoll der Wohnungsübergabe. Was dort nicht als Mangel festgehalten ist, kann später kaum mehr geltend gemacht werden. Nimm dir Zeit, fotografiere jeden beanstandeten Punkt und unterschreibe nichts, dem du nicht zustimmst – ein Vermerk «mit Vorbehalt» ist zulässig.

Mit BudgetHub siehst du sofort, was die neue Miete in deinem Monatsbudget verändert – und wohin der freigewordene Betrag am besten fliesst.

Die Nebenkosten, die im Inserat fehlen

Zur Nettomiete kommen Nebenkosten von CHF 150 bis 300, dazu Strom, Serafe, Internet und Hausratversicherung – zusammen nochmals CHF 120 bis 220 im Monat.

Wer mit der Inseratsangabe plant, unterschätzt die Wohnkosten deshalb regelmässig um CHF 300 bis 500. Für die Drittel-Regel zählt die Bruttomiete, nicht der Nettomietzins.

Die Drittel-Regel und ihre Grenze

Höchstens ein Drittel des Nettoeinkommens für die Bruttomiete – so sortieren auch Verwaltungen die Dossiers. Über 35 bis 40 Prozent wird das Budget anfällig für jede unerwartete Ausgabe.

Die Regel bezieht sich auf die Bruttomiete inklusive Nebenkosten. Wer nur den Nettomietzins rechnet, unterschätzt die Belastung je nach Wohnung um CHF 150 bis 300 im Monat.

Wohneigentum und die Tragbarkeitsrechnung

Banken rechnen mit einem kalkulatorischen Zins von rund fünf Prozent, einem Prozent Unterhalt und der Amortisation. Zusammen dürfen diese Kosten ein Drittel des Bruttoeinkommens nicht übersteigen.

Dass der tatsächliche Zins tiefer liegt, ändert daran nichts – der kalkulatorische Satz ist ein Stresstest, keine Prognose.

Häufige Fragen

Wie hoch darf die Mietkaution in der Schweiz sein?+

Höchstens drei Nettomonatsmieten. Bei einer Nettomiete von CHF 1'800 sind das maximal CHF 5'400. Nebenkosten zählen für die Berechnung nicht mit.

Wann bekomme ich die Kaution zurück?+

Sobald beide Seiten die Freigabe unterschreiben. Bleibt die Vermieterschaft ein Jahr nach Mietende untätig und leitet kein Verfahren ein, kannst du die Auszahlung allein bei der Bank verlangen.

Wem gehören die Zinsen auf dem Kautionskonto?+

Dir. Das Konto lautet auf deinen Namen, die Erträge fallen dir zu – auch wenn die Beträge bei den aktuellen Zinsen bescheiden ausfallen.

Darf die Vermieterschaft die Kaution einfach behalten?+

Nein. Sie braucht entweder deine Zustimmung oder einen Rechtstitel. Einseitiges Zurückbehalten ohne Verfahren ist unzulässig und wird nach Ablauf der Jahresfrist wirkungslos.

Was kommt zur Nettomiete dazu?+

Nebenkosten von CHF 150 bis 300 sowie Strom, Serafe, Internet und Hausratversicherung – zusammen CHF 120 bis 220 im Monat.

Gilt die Drittel-Regel für Netto- oder Bruttomiete?+

Für die Bruttomiete inklusive Nebenkosten. Nur den Nettomietzins zu rechnen unterschätzt die Belastung um CHF 150 bis 300 monatlich.

Warum rechnet die Bank mit fünf Prozent Zins?+

Als Stresstest, damit die Finanzierung auch bei deutlich höheren Zinsen tragbar bleibt. Es ist keine Prognose.

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