Warum der Vorsorgeauftrag fürs Budget wichtig ist
Kurz: Wer urteilsunfähig wird – nach einem Unfall, einem Schlaganfall oder bei Demenz –, kann keine Rechnungen mehr bezahlen, keine Verträge kündigen und keine Bankgeschäfte erledigen. Auch Ehepartner dürfen ohne Vorsorgeauftrag nur die ordentliche Verwaltung übernehmen (Art. 374 ZGB), nicht aber zum Beispiel ein Haus verkaufen.
Fehlt ein Vorsorgeauftrag, prüft die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) eine Beistandschaft. Das ist kein Drama, aber es kostet Zeit, Gebühren und Kontrolle – und die Behörde wählt die Person, nicht du.
Die zwei zulässigen Formen
| Form | Anforderungen | Kosten |
|---|---|---|
| Eigenhändig | vollständig von Hand geschrieben, datiert, unterschrieben | keine |
| Öffentlich beurkundet | beim Notariat, mit Beratung | kantonal ca. CHF 200–1'000 |
Ein am Computer geschriebener und nur unterschriebener Vorsorgeauftrag ist ungültig. Den Hinterlegungsort kannst du beim Zivilstandsamt eintragen lassen; die KESB fragt dort nach, wenn jemand urteilsunfähig wird. Die Eintragung kostet eine kleine Gebühr.
- Ganz von Hand oder notariell
- Hinterlegungsort beim Zivilstandsamt melden
- Ersatzperson bestimmen
Was drinstehen sollte
Ein guter Vorsorgeauftrag deckt drei Bereiche ab: die Personensorge (Wohnen, Betreuung, Pflege), die Vermögenssorge (Konten, Rechnungen, Steuern, Liegenschaften) und die Vertretung im Rechtsverkehr. Du kannst für jeden Bereich eine andere Person einsetzen und für den Fall der Verhinderung eine Ersatzperson nennen.
Sinnvoll sind Hinweise zu Entschädigung und Spesen, zum Umgang mit Schenkungen und Erbvorbezügen sowie zur Frage, ob Liegenschaften verkauft werden dürfen. Medizinische Wünsche gehören in eine separate Patientenverfügung (Art. 370 ZGB).
Ein Muster für den Aufbau
Ein eigenhändiger Vorsorgeauftrag kann kurz sein. Bewährt hat sich ein Aufbau in fünf Teilen: erstens die Überschrift «Vorsorgeauftrag» mit Name, Geburtsdatum und Adresse; zweitens die beauftragte Person mit Ersatzperson; drittens die Bereiche Personensorge, Vermögenssorge und Rechtsverkehr, für die sie zuständig ist; viertens Wünsche zu Entschädigung, Liegenschaften und Schenkungen; fünftens Ort, Datum und Unterschrift.
Wichtig ist, mit der beauftragten Person vorher zu sprechen. Sie kann den Auftrag ablehnen, und sie sollte wissen, wo Unterlagen, Passwörter und Bankbeziehungen zu finden sind. Ein aktueller Überblick über Konten, Versicherungen und laufende Zahlungen spart ihr später Wochen.
Den Vorsorgeauftrag solltest du alle paar Jahre lesen und bei grossen Änderungen – Scheidung, Tod der beauftragten Person, Hauskauf – neu schreiben.
Häufige Fehler
Der häufigste Fehler ist der Zeitpunkt: Ein Vorsorgeauftrag muss erstellt werden, solange man urteilsfähig ist. Bei fortgeschrittener Demenz ist es zu spät. Weitere Fehler sind fehlende Ersatzpersonen, unklare Formulierungen und ein Dokument, das niemand findet.
Banken verlangen nach Eintritt der Urteilsunfähigkeit eine Validierung durch die KESB. Bis diese vorliegt, vergehen oft Wochen. Eine zusätzliche Bankvollmacht über den Tod und die Urteilsunfähigkeit hinaus überbrückt diese Zeit – sie sollte mit der Bank vorab abgesprochen werden.
Wer die Finanzen eines Elternteils mitverwaltet, behält in BudgetHub Renten, Heimrechnung und Ergänzungsleistungen in einem eigenen Hub im Blick – getrennt vom eigenen Budget und für Geschwister teilbar.
