Die Zahlen der ElCom für 2027
Kurz: Die Eidgenössische Elektrizitätskommission hat am 8. September 2026 die Tarife 2027 publiziert. Für einen typischen Haushalt mit 4’500 kWh (Profil H4: Wohnung mit Elektroherd und Tumbler, ohne Elektroboiler) sinkt der Medianpreis um rund 4 %.
| Tarifbestandteil (Median) | 2026 | 2027 |
|---|---|---|
| Energie | 12,1 Rp. | 11,4 Rp. |
| Netznutzung | 10,7 Rp. | 10,9 Rp. |
| Messtarif pro Jahr | CHF 74.40 | CHF 78.48 |
| Stromreserve | 0,41 Rp. | 0,17 Rp. |
| Gesamtpreis pro kWh | 27,7 Rp. | 26,5 Rp. |
Warum der Strom günstiger wird
Haupttreiber ist die Energie selbst: Viele Versorger hatten in den Krisenjahren teuer eingekauft, diese Verträge laufen aus. Der Energietarif sinkt deshalb deutlich. Gleichzeitig steigen die Netzkosten leicht, weil Leitungen ausgebaut und erneuert werden.
Auch der Zuschlag für die Winterstromreserve des Bundes sinkt markant. Der erstmals separat ausgewiesene Messtarif steigt dagegen um rund vier Franken pro Jahr – vor allem wegen der Kosten für intelligente Zähler.
Was das für deinen Haushalt bedeutet
Der Median ist ein Durchschnitt über rund 580 Netzbetreiber. Dein Preis hängt allein von der Gemeinde ab, in der du wohnst – du kannst den Anbieter in der Grundversorgung nicht wählen. Ein kleiner Haushalt mit 2’500 kWh zahlt zum Medianpreis rund CHF 663 im Jahr, ein H4-Haushalt CHF 1’194.
In der ElCom-Strompreisübersicht findest du den Tarif deiner Gemeinde und den Vergleich mit dem Vorjahr. In einzelnen Gemeinden steigt der Preis trotz sinkendem Durchschnitt – prüfe deshalb deinen eigenen Wert, bevor du das Akonto anpasst.
Akonto und Nebenkosten anpassen
Wer den Strom direkt beim Werk bezahlt, erhält oft Akontorechnungen auf Basis des Vorjahres. Sinkt der Preis, kannst du das Akonto senken lassen – oder du lässt es stehen und erhältst eine Gutschrift mit der Jahresabrechnung. Für ein stabiles Budget ist das zweite oft angenehmer.
In Mietwohnungen ist der Allgemeinstrom Teil der Nebenkosten, der Wohnungsstrom meist separat. Was Nebenkosten typischerweise umfassen, steht unter Nebenkosten verstehen.
Das Verbrauchsprofil verstehen
Die ElCom vergleicht Tarife anhand typischer Haushalte. H4 steht für eine 5-Zimmer-Wohnung mit Elektroherd und Tumbler, aber ohne Elektroboiler, mit 4’500 kWh im Jahr. Kleinere Wohnungen verbrauchen deutlich weniger, ein Einfamilienhaus mit Wärmepumpe deutlich mehr. Weil Grundgebühren und Messtarif fix sind, zahlen Haushalte mit kleinem Verbrauch pro Kilowattstunde oft mehr als der Median.
Wer wissen will, wo er steht, teilt die Stromrechnung des letzten Jahres durch die verbrauchten Kilowattstunden. Liegt der eigene Verbrauch weit über dem Profil der Wohnungsgrösse, lohnt sich die Suche nach den grossen Verbrauchern.
Solarstrom und Rückliefertarif
Wer eine Photovoltaikanlage hat, profitiert doppelt vom Eigenverbrauch: Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde ersetzt Strom zum Haushaltstarif. Der Rückliefertarif für eingespeisten Strom liegt dagegen meist deutlich tiefer und ist je nach Netzbetreiber verschieden. Der sinkende Strompreis verlängert die Amortisation einer Anlage leicht, ändert aber wenig an der Grundrechnung.
Wo du trotzdem sparen kannst
Der Preis ist gegeben, der Verbrauch nicht. Die grössten Verbraucher im Haushalt sind alte Kühl- und Gefriergeräte, Tumbler, Elektroboiler und Geräte im Standby. Ein Tumbler mit Wärmepumpe braucht rund halb so viel Strom wie ein älteres Kondensationsgerät.
Was dein Verbrauch kostet, rechnest du mit dem Stromkostenrechner nach. In BudgetHub erfasst du die Stromrechnung als Fixkosten und siehst über das Jahr, ob die Akontozahlungen passen.
