Wohneigentum

Lohnt sich eine Solaranlage? Rechnung mit Zahlen

Kurz beantwortet: Eine Photovoltaikanlage mit 10 kWp kostet rund CHF 22'000, nach Einmalvergütung etwa CHF 17’500. Sie produziert im Mittelland rund 10’000 kWh im Jahr und spart bei 30 % Eigenverbrauch rund CHF 1’660, bei 50 % rund CHF 2’100 pro Jahr. Damit amortisiert sie sich in etwa 8 bis 11 Jahren – entscheidend ist der Eigenverbrauch.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert Oktober 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Warum der Eigenverbrauch alles entscheidet

Kurz: Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart den vollen Strompreis von rund 32 Rappen. Jede ins Netz gelieferte Kilowattstunde bringt nur die Rückliefervergütung, typischerweise 6 bis 15 Rappen je nach Netzbetreiber. Eine Anlage rechnet sich deshalb umso besser, je mehr Strom du tagsüber selbst brauchst.

Ohne Massnahmen liegt der Eigenverbrauch eines Einfamilienhauses bei 20 bis 35 %. Mit Wärmepumpe, Elektroauto, Boiler und Geräten, die tagsüber laufen, sind 40 bis 60 % möglich. Ein Batteriespeicher erhöht den Eigenverbrauch weiter, rechnet sich aber bei heutigen Preisen nur selten.

Die Rechnung für ein Einfamilienhaus

Annahme30 % Eigenverbrauch50 % Eigenverbrauch
Produktion pro Jahr10’000 kWh10’000 kWh
Ersparnis + RückliefervergütungCHF 1’660CHF 2’100
Kosten nach FörderungCHF 17’500CHF 17’500
Amortisation (ohne Steuereffekt)11 Jahre8 Jahre

Gerechnet mit 32 Rp./kWh Bezugspreis und 10 Rp. Rückliefervergütung. Moderne Module halten 25 bis 30 Jahre, der Wechselrichter muss meist einmal ersetzt werden. Die Anlage arbeitet also deutlich länger, als sie zur Amortisation braucht.

Förderung und Steuern

Der Bund zahlt über Pronovo eine Einmalvergütung, die einen Teil der Investition deckt; manche Kantone und Gemeinden fördern zusätzlich. Bei bestehenden Gebäuden sind die Investitionskosten in den meisten Kantonen als Unterhalt vom Einkommen abziehbar. Mit der Abschaffung des Eigenmietwerts ab 2029 fällt dieser Abzug für selbstgenutztes Wohneigentum weg – wer plant, sollte das Zeitfenster bis Ende 2028 kennen.

Der Ertrag aus der Rücklieferung kann steuerbar sein; die Praxis ist kantonal verschieden. Ein Steuerberater oder das kantonale Steueramt gibt Auskunft.

  • Einmalvergütung des Bundes (Pronovo)
  • Unterhaltsabzug bei bestehenden Bauten, bis 2028
  • Rückliefervergütung kantonal unterschiedlich besteuert

Wann es sich nicht lohnt

Ein schattiges Dach, eine Nordausrichtung oder ein Dach, das in wenigen Jahren saniert werden muss, verschlechtern die Rechnung deutlich. Dach und Solaranlage gemeinsam zu planen spart Gerüstkosten. Für Mieter gibt es Modelle wie den Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) oder Beteiligungen an Gemeinschaftsanlagen.

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Was beim Auszug anfällt

Endreinigung mit Abnahmegarantie kostet je nach Wohnungsgrösse CHF 500 bis 1'200, dazu Umzug und allfällige Reparaturen. Der eigentliche Engpass ist aber die Überschneidung: Die neue Kaution ist fällig, bevor die alte frei wird.

Bei zwei Monatsmieten Kaution bedeutet das kurzfristig einen vierstelligen Betrag doppelt, dazu häufig eine Mietzinsüberschneidung von einem halben bis ganzen Monat.

Die Drittel-Regel und ihre Grenze

Höchstens ein Drittel des Nettoeinkommens für die Bruttomiete – so sortieren auch Verwaltungen die Dossiers. Über 35 bis 40 Prozent wird das Budget anfällig für jede unerwartete Ausgabe.

Die Regel bezieht sich auf die Bruttomiete inklusive Nebenkosten. Wer nur den Nettomietzins rechnet, unterschätzt die Belastung je nach Wohnung um CHF 150 bis 300 im Monat.

Was bei einem Umzug zu melden ist

Gemeinde innert 14 Tagen, dazu Krankenkasse, Arbeitgeber, Versicherungen, Bank und Steueramt. Die Krankenkasse ist dabei die wichtigste: Ohne Meldung wird weiter nach der alten Prämienregion abgerechnet.

Bei einem Kantonswechsel kommt die Prämienverbilligung dazu – sie ist kantonal geregelt und muss neu beantragt werden.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Amortisation einer Solaranlage?+

Bei 10 kWp und typischen Annahmen rund 8 bis 11 Jahre, je nach Eigenverbrauch und Rückliefervergütung.

Wie viel Strom produziert eine 10-kWp-Anlage?+

Im Mittelland rund 10’000 kWh pro Jahr, in den Bergen mehr, bei ungünstiger Ausrichtung weniger.

Lohnt sich ein Batteriespeicher?+

Finanziell meist noch nicht. Er erhöht den Eigenverbrauch, kostet aber oft CHF 8'000 bis 15'000 zusätzlich.

Kann ich eine Solaranlage von den Steuern abziehen?+

Bei bestehenden Gebäuden in den meisten Kantonen als Unterhalt, bis zur Abschaffung des Eigenmietwerts ab 2029.

Was ist ein ZEV?+

Ein Zusammenschluss zum Eigenverbrauch: Mehrere Parteien in einem Gebäude nutzen den Solarstrom gemeinsam und rechnen intern ab.

Wie hoch ist die Rückliefervergütung?+

Je nach Netzbetreiber typischerweise 6 bis 15 Rappen pro kWh.

Warum wird ein Umzug zum Liquiditätsproblem?+

Weil die neue Kaution fällig ist, bevor die alte freigegeben wird – kurzfristig ein vierstelliger Betrag doppelt, plus Mietzinsüberschneidung.

Gilt die Drittel-Regel für Netto- oder Bruttomiete?+

Für die Bruttomiete inklusive Nebenkosten. Nur den Nettomietzins zu rechnen unterschätzt die Belastung um CHF 150 bis 300 monatlich.

Was muss ich bei einem Umzug melden?+

Gemeinde innert 14 Tagen, dazu Krankenkasse, Arbeitgeber, Versicherungen, Bank und Steueramt. Bei Kantonswechsel zusätzlich die Prämienverbilligung.

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