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Wohnen & Energie

Heizkosten sparen: 1 Grad weniger, 6 % günstiger

Kurz beantwortet: Eine 3- bis 4-Zimmer-Wohnung kostet je nach System und Isolation rund CHF 80 bis 250 Heizkosten pro Monat. Ein Grad weniger Raumtemperatur spart etwa 6 % Energie – bei CHF 1’800 Heizkosten im Jahr rund CHF 108. Empfohlen sind 20 bis 21 Grad im Wohnraum und 17 bis 18 Grad im Schlafzimmer.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert Oktober 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Was Heizen kostet

Kurz: Die Heizkosten hängen vom System – Heizöl, Gas, Wärmepumpe, Fernwärme, Holz –, von der Isolation des Gebäudes und vom eigenen Verhalten ab. In Mietwohnungen werden sie als Teil der Nebenkosten über ein Akonto bezahlt und einmal im Jahr abgerechnet.

WohnungHeizkosten pro Monat (Richtwert)
2 bis 3 Zimmer, gut isoliertCHF 50 bis 120
3 bis 4 Zimmer, DurchschnittCHF 80 bis 250
Einfamilienhaus, älterCHF 200 bis 400

Die Werte sind Richtwerte. Die Abrechnung des letzten Jahres zeigt dir, wo du stehst – und ob das Akonto reicht.

Die wirksamsten Hebel

Diese Massnahmen kosten nichts oder wenig und wirken sofort:

  • Raumtemperatur um ein Grad senken – spart rund 6 % Heizenergie
  • Stosslüften statt Kippfenster: drei- bis viermal täglich fünf Minuten
  • Thermostatventile nutzen und nachts sowie bei Abwesenheit reduzieren
  • Heizkörper frei halten – keine Möbel oder Vorhänge davor
  • Rollläden und Vorhänge nachts schliessen
  • Heizkörper entlüften, wenn sie gluckern oder oben kalt bleiben

Die richtige Temperatur pro Raum

EnergieSchweiz empfiehlt 20 bis 21 Grad in Wohnräumen, 17 bis 18 Grad im Schlafzimmer und rund 22 Grad im Badezimmer während der Nutzung. Viele Wohnungen werden wärmer geheizt, oft aus Gewohnheit. Wer schrittweise ein halbes Grad reduziert, gewöhnt sich meist schnell daran.

Zu kalt sollte es aber nicht werden: Unter 16 Grad steigt in schlecht gelüfteten Räumen das Schimmelrisiko. Gleichmässiges, moderates Heizen ist besser als stark auskühlen und wieder aufheizen.

Nebenkostenabrechnung: die Nachzahlung einplanen

Steigen die Energiepreise oder ist der Winter kalt, kommt mit der Nebenkostenabrechnung eine Nachzahlung. Lege dafür eine Rückstellung an oder erhöhe das Akonto freiwillig. Bei CHF 1’800 Heizkosten im Jahr sind 10 % Nachzahlung CHF 180.

Prüfe die Abrechnung: Verteilschlüssel, Abrechnungsperiode, Heizöl-Anfangs- und Endbestand. Wie du sie prüfst, steht unter Nebenkostenabrechnung prüfen.

Für Eigentümer: die grossen Hebel

Im Eigenheim lohnen sich Investitionen in Isolation, Fenster und Heizsystem langfristig am meisten. Kantone und Gemeinden fördern den Ersatz fossiler Heizungen und energetische Sanierungen mit Beiträgen. Was eine Wärmepumpe kostet, zeigt Kosten Wärmepumpe, den Fensterersatz Kosten Fensterersatz.

Heizung, Warmwasser und Strom unterscheiden

In der Nebenkostenabrechnung stehen Heizung und Warmwasser oft zusammen. Warmwasser macht je nach Haushalt einen erheblichen Teil aus. Kürzer duschen, Sparbrausen und das Waschen bei tieferen Temperaturen senken diesen Anteil spürbar – unabhängig davon, wie warm die Wohnung ist.

Wer eine Wärmepumpe oder Elektroheizung hat, sieht die Heizkosten zusätzlich auf der Stromrechnung. Dort wirkt jedes Grad weniger doppelt: über den geringeren Verbrauch und über die Netzkosten pro Kilowattstunde.

Mieterinnen und Mieter: was du beeinflussen kannst

In der Mietwohnung bestimmst du das Heizsystem nicht, aber den Verbrauch. Wird nach individuellem Verbrauch abgerechnet, wirken Temperatur und Lüften direkt auf deine Abrechnung. Bei Abrechnung nach Fläche wirkt dein Verhalten nur indirekt über das ganze Haus – sinnvoll bleibt es trotzdem, weil die Nachzahlung alle trifft.

Heizkosten im Budget

In BudgetHub erfasst du Akonto und Nachzahlung in derselben Kategorie und siehst über mehrere Jahre, wie sich die Heizkosten entwickeln. Eine Rückstellung für die Nebenkostenabrechnung legst du als Sparziel mit dem Monat der Abrechnung an – so trifft dich die Nachzahlung nicht unvorbereitet.

Häufige Fragen

Wie viel spart ein Grad weniger?+

Rund 6 % der Heizenergie. Bei CHF 1’800 Heizkosten im Jahr sind das etwa CHF 108.

Welche Raumtemperatur ist empfohlen?+

20 bis 21 Grad im Wohnraum, 17 bis 18 Grad im Schlafzimmer und rund 22 Grad im Bad während der Nutzung.

Was kosten Heizkosten in einer Mietwohnung?+

Für 3 bis 4 Zimmer je nach System und Isolation rund CHF 80 bis 250 pro Monat, über das Nebenkosten-Akonto bezahlt.

Ist Kippfenster-Lüften schlecht?+

Ja, im Winter verliert man damit viel Wärme. Besser drei- bis viermal täglich fünf Minuten Stosslüften.

Wie plane ich die Nachzahlung?+

Mit einer monatlichen Rückstellung oder einem freiwillig höheren Akonto. Dann ist die Nebenkostenabrechnung kein Schock.

Lohnt sich eine Wärmepumpe?+

Langfristig oft, besonders mit Förderbeiträgen. Die Rechnung hängt vom Gebäude, vom alten System und den Strompreisen ab.

Spart Warmwasser auch Heizkosten?+

Ja, wenn Heizung und Warmwasser über dieselbe Anlage laufen. Kürzer duschen und Sparbrausen senken den Energieverbrauch spürbar.

Mach aus dem Ziel einen Betrag pro Monat

Ein Sparziel ohne Monatsbetrag bleibt ein Vorsatz. Mit Zieldatum und automatischer Verfolgung wird daraus eine Zahl, die du entweder triffst oder nicht.