Wohnen

SARON oder Festhypothek: was passt zu dir?

Kurz beantwortet: Die Festhypothek bietet einen fixen Zins für 2 bis 15 Jahre – planbar, aber teurer, wenn die Zinsen sinken. Die SARON-Hypothek folgt dem Geldmarktzins plus einer Marge – meist günstiger, aber die Rate kann jederzeit steigen. Entscheidend ist, wie viel Zinsanstieg dein Budget verkraftet: Die Banken rechnen die Tragbarkeit mit einem kalkulatorischen Zins von 5 %.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert Oktober 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Die beiden Modelle im Überblick

Kurz: Bei der Festhypothek vereinbarst du für eine feste Laufzeit einen fixen Zinssatz. Die Rate bleibt gleich, egal was an den Märkten passiert. Bei der SARON-Hypothek setzt sich der Zins aus dem Referenzzins SARON und einer festen Bankmarge zusammen und wird regelmässig angepasst – meist vierteljährlich, rückwirkend für die vergangene Periode.

Der SARON (Swiss Average Rate Overnight) bildet ab, zu welchem Zins sich Banken über Nacht Geld leihen. Er folgt eng dem Leitzins der Schweizerischen Nationalbank.

FesthypothekSARON-Hypothek
Zinsfix für die LaufzeitSARON + Marge, variabel
Planbarkeithochgering
Kosten bei sinkenden Zinsenhöhertiefer
Kosten bei steigenden Zinsengeschütztsteigen sofort
Vorzeitiger Ausstiegteuer (Vorfälligkeit)meist flexibler

Die entscheidende Frage: Verträgt dein Budget einen Zinsanstieg?

Ein Beispiel mit einer Hypothek von CHF 600’000: Jeder Prozentpunkt Zins kostet CHF 6’000 pro Jahr oder CHF 500 pro Monat. Die Banken prüfen die Tragbarkeit deshalb mit einem kalkulatorischen Zins von 5 % – im Beispiel CHF 30’000 pro Jahr, plus Unterhalt und Amortisation, zusammen höchstens ein Drittel des Bruttoeinkommens.

Wer diese Rechnung knapp besteht, sollte keinen grossen Teil der Hypothek variabel finanzieren. Wer viel Reserve hat, kann die Schwankungen der SARON-Hypothek tragen und profitiert über die Jahre oft von tieferen Kosten.

  • 1 Prozentpunkt Zins = CHF 500 pro Monat (bei CHF 600’000)
  • Tragbarkeit mit 5 % kalkulatorischem Zins
  • Wenig Reserve → mehr Festhypothek
  • Viel Reserve → SARON-Anteil möglich

Kombinieren und staffeln

Die Wahl muss nicht entweder–oder sein. Viele teilen die Hypothek in mehrere Tranchen: zum Beispiel einen Teil fest für fünf, einen für zehn Jahre und einen Teil als SARON. Das verteilt das Risiko und verhindert, dass die ganze Hypothek im selben Jahr zu einem ungünstigen Zins verlängert werden muss.

Achte bei der Staffelung darauf, dass die Tranchen bei derselben Bank liegen und ein Wechsel später möglich bleibt. Unterschiedliche Fälligkeiten bei verschiedenen Banken erschweren einen Anbieterwechsel.

Worauf du bei Offerten achten solltest

Bei der SARON-Hypothek zählt vor allem die Marge – sie bleibt über die Laufzeit gleich und unterscheidet sich zwischen Anbietern deutlich. Bei der Festhypothek der Zinssatz und die Bedingungen für einen vorzeitigen Ausstieg, etwa beim Verkauf der Liegenschaft. Mehrere Offerten einholen lohnt sich fast immer, auch bei der bisherigen Bank.

Unabhängig vom Modell gilt: Mindestens 20 % Eigenkapital, die zweite Hypothek innert 15 Jahren oder bis zur Pensionierung amortisieren, und einen Puffer für Unterhalt und Zinsanstiege im Budget einplanen.

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Die Nebenkosten, die im Inserat fehlen

Zur Nettomiete kommen Nebenkosten von CHF 150 bis 300, dazu Strom, Serafe, Internet und Hausratversicherung – zusammen nochmals CHF 120 bis 220 im Monat.

Wer mit der Inseratsangabe plant, unterschätzt die Wohnkosten deshalb regelmässig um CHF 300 bis 500. Für die Drittel-Regel zählt die Bruttomiete, nicht der Nettomietzins.

Nebenkosten prüfen lohnt sich

Verrechnet werden dürfen nur Positionen, die im Mietvertrag ausdrücklich und einzeln aufgeführt sind. Reparaturen, Verwaltungshonorare für die Abrechnung selbst und Amortisationen gehören nicht dazu.

Du darfst die Originalbelege einsehen, nicht nur die Zusammenfassung. Bei CHF 200 monatlichen Nebenkosten geht es um CHF 2'400 im Jahr – zwanzig Minuten Prüfung lohnen sich.

Mietzinserhöhung prüfen statt hinnehmen

Eine Erhöhung ist nur gültig mit amtlichem kantonalem Formular, Begründung und Einhaltung der Ankündigungsfrist. Fehlt eines davon, ist sie nichtig.

Anfechten musst du innert 30 Tagen ab Erhalt bei der Schlichtungsbehörde – kostenlos und ohne Anwalt. Die bisherige Miete zahlst du weiter, bis entschieden ist.

Häufige Fragen

Was ist günstiger: SARON oder Festhypothek?+

Über lange Zeiträume war die variable Finanzierung oft günstiger, weil sie keine Absicherungsprämie enthält. Im Einzelfall entscheidet die Zinsentwicklung während der Laufzeit.

Wie oft ändert sich der Zins einer SARON-Hypothek?+

Meist vierteljährlich, berechnet aus dem SARON der vergangenen Periode plus der vereinbarten Marge.

Kann ich von SARON in eine Festhypothek wechseln?+

Bei vielen Banken ja, oft jederzeit oder zu bestimmten Terminen. Die Bedingungen stehen im Rahmenvertrag.

Was kostet ein vorzeitiger Ausstieg aus der Festhypothek?+

Eine Vorfälligkeitsentschädigung, die vom Zinsunterschied und der Restlaufzeit abhängt. Sie kann fünfstellig werden.

Wie rechnet die Bank die Tragbarkeit?+

Mit einem kalkulatorischen Zins von 5 % plus Unterhalt und Amortisation; zusammen sollten diese Kosten höchstens ein Drittel des Bruttoeinkommens betragen.

Soll ich meine Hypothek aufteilen?+

Eine Staffelung in mehrere Tranchen mit unterschiedlichen Laufzeiten verteilt das Risiko und ist für viele Haushalte sinnvoll.

Was kommt zur Nettomiete dazu?+

Nebenkosten von CHF 150 bis 300 sowie Strom, Serafe, Internet und Hausratversicherung – zusammen CHF 120 bis 220 im Monat.

Welche Nebenkosten sind unzulässig?+

Reparaturen, Verwaltungshonorare für die Abrechnung und Amortisationen von Anlagen. Sie sind mit dem Nettomietzins abgegolten.

Wie lange kann ich eine Mietzinserhöhung anfechten?+

30 Tage ab Erhalt, bei der kantonalen Schlichtungsbehörde. Das Verfahren ist im Mietrecht kostenlos.

Prüf die Tragbarkeit, bevor du weiterplanst

Banken rechnen mit einem kalkulatorischen Zins von 5 Prozent. Der Rechner zeigt dir sofort, ob dein Vorhaben diese Hürde nimmt.