Wohnen

Hypothek verlängern: Saron oder Festhypothek – die Entscheidung aus Budgetsicht

Kurz beantwortet: Die Frage ist nicht, welche Variante über die Laufzeit billiger ist – das weiss niemand im Voraus. Die Frage ist, wie viel Zinsschwankung dein Haushaltsbudget aushält. Wer eine Verdoppelung des Zinssatzes nicht ohne Einschnitte verkraftet, kauft mit der Festhypothek Planbarkeit, und die ist ihren Aufpreis wert.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert August 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Die falsche und die richtige Frage

Die verbreitete Frage lautet: «Was ist günstiger?» Sie ist unbeantwortbar, weil sie eine Zinsprognose über zehn Jahre verlangt. Die beantwortbare Frage lautet: «Welche Monatsbelastung kann ich im schlechtesten realistischen Fall tragen, ohne mein Budget zu zerreissen?»

Rechne beide Varianten mit einem Stresstest durch: Was passiert bei einem Zinssatz von 3 %? Bei 4 %? Wenn die Antwort «wir müssten die Ferien und die 3a-Einzahlung streichen» lautet, hast du deine Antwort – unabhängig von jeder Prognose.

Was für welche Variante spricht

Beide Modelle haben ein klares Profil – es geht um Passung, nicht um Überlegenheit:

  • Saron: partizipiert an sinkenden Zinsen, historisch oft günstiger, aber die Monatsbelastung schwankt.
  • Festhypothek: fixe Belastung über die ganze Laufzeit, dafür ein Aufpreis für die Planungssicherheit.
  • Gestaffelte Tranchen: verteilt das Zinsänderungsrisiko über mehrere Ablaufdaten – der Kompromiss für mittlere Risikofähigkeit.
  • Wichtig bei Staffelung: Bindet die Tranchenstruktur dich faktisch an eine Bank, verlierst du Verhandlungsmacht bei der Verlängerung.

Der teuerste Fehler: zu spät verhandeln

Viele Banken unterbreiten das Verlängerungsangebot wenige Wochen vor Ablauf – zu einem Zeitpunkt, an dem ein Anbieterwechsel praktisch nicht mehr möglich ist. Wer stattdessen zwölf bis achtzehn Monate vorher zwei bis drei Konkurrenzofferten einholt, verhandelt aus einer völlig anderen Position.

Der Unterschied ist selten spektakulär pro Prozentpunkt, aber er wirkt auf eine grosse Summe über viele Jahre. Ein Viertelprozentpunkt auf CHF 600'000 sind CHF 1'500 pro Jahr – für ein paar Telefonate.

Mit BudgetHub siehst du sofort, was die neue Miete in deinem Monatsbudget verändert – und wohin der freigewordene Betrag am besten fliesst.

Der Referenzzinssatz als Sparhebel

Beruht dein Mietzins auf einem höheren Referenzzinssatz als dem aktuellen, besteht Anspruch auf eine Herabsetzung – rund 2,91 Prozent je Viertelprozentpunkt. Bei CHF 1'800 Nettomiete sind das etwa CHF 52 im Monat je Stufe.

Der Anspruch verjährt nicht, wirkt aber nie rückwirkend. Jeder Monat Zuwarten ist damit endgültig verloren – und verlangt werden muss die Senkung von der Mieterschaft, sie kommt nicht von selbst.

Nebenkosten prüfen lohnt sich

Verrechnet werden dürfen nur Positionen, die im Mietvertrag ausdrücklich und einzeln aufgeführt sind. Reparaturen, Verwaltungshonorare für die Abrechnung selbst und Amortisationen gehören nicht dazu.

Du darfst die Originalbelege einsehen, nicht nur die Zusammenfassung. Bei CHF 200 monatlichen Nebenkosten geht es um CHF 2'400 im Jahr – zwanzig Minuten Prüfung lohnen sich.

Was bei einem Umzug zu melden ist

Gemeinde innert 14 Tagen, dazu Krankenkasse, Arbeitgeber, Versicherungen, Bank und Steueramt. Die Krankenkasse ist dabei die wichtigste: Ohne Meldung wird weiter nach der alten Prämienregion abgerechnet.

Bei einem Kantonswechsel kommt die Prämienverbilligung dazu – sie ist kantonal geregelt und muss neu beantragt werden.

Häufige Fragen

Saron oder Festhypothek – was ist besser?+

Das hängt nicht von einer Zinsprognose ab, sondern von deiner Budgetreserve. Wer eine deutlich höhere Monatsrate ohne Einschnitte tragen kann, fährt mit Saron langfristig oft günstiger; wer das nicht kann, kauft mit der Festhypothek Planbarkeit.

Wann sollte ich mich um die Verlängerung kümmern?+

Zwölf bis achtzehn Monate vor Ablauf. Wer erst auf das Angebot der eigenen Bank wartet, hat faktisch keine Alternative mehr und verhandelt ohne Druckmittel.

Lohnt sich ein Bankwechsel für die Hypothek?+

Rechnerisch oft ja, praktisch muss man Handänderungs- und Schätzungskosten sowie den Aufwand gegenrechnen. Häufig genügt schon eine ernsthafte Konkurrenzofferte, damit die bisherige Bank nachbessert.

Wie stresstestet man eine Hypothek richtig?+

Die Monatsbelastung mit einem deutlich höheren Zinssatz durchrechnen und prüfen, welche Budgetposten dann wegfallen müssten. Fällt dabei die Altersvorsorge oder der Notgroschen weg, ist das Risiko zu gross.

Habe ich Anspruch auf eine Mietzinssenkung?+

Wenn dein Mietzins auf einem höheren Referenzzinssatz beruht als dem aktuellen, ja – rund 2,91 Prozent je Viertelprozentpunkt. Verlangt werden muss sie von dir.

Welche Nebenkosten sind unzulässig?+

Reparaturen, Verwaltungshonorare für die Abrechnung und Amortisationen von Anlagen. Sie sind mit dem Nettomietzins abgegolten.

Was muss ich bei einem Umzug melden?+

Gemeinde innert 14 Tagen, dazu Krankenkasse, Arbeitgeber, Versicherungen, Bank und Steueramt. Bei Kantonswechsel zusätzlich die Prämienverbilligung.

Prüf die Tragbarkeit, bevor du weiterplanst

Banken rechnen mit einem kalkulatorischen Zins von 5 Prozent. Der Rechner zeigt dir sofort, ob dein Vorhaben diese Hürde nimmt.