Die falsche und die richtige Frage
Die verbreitete Frage lautet: «Was ist günstiger?» Sie ist unbeantwortbar, weil sie eine Zinsprognose über zehn Jahre verlangt. Die beantwortbare Frage lautet: «Welche Monatsbelastung kann ich im schlechtesten realistischen Fall tragen, ohne mein Budget zu zerreissen?»
Rechne beide Varianten mit einem Stresstest durch: Was passiert bei einem Zinssatz von 3 %? Bei 4 %? Wenn die Antwort «wir müssten die Ferien und die 3a-Einzahlung streichen» lautet, hast du deine Antwort – unabhängig von jeder Prognose.
Was für welche Variante spricht
Beide Modelle haben ein klares Profil – es geht um Passung, nicht um Überlegenheit:
- Saron: partizipiert an sinkenden Zinsen, historisch oft günstiger, aber die Monatsbelastung schwankt.
- Festhypothek: fixe Belastung über die ganze Laufzeit, dafür ein Aufpreis für die Planungssicherheit.
- Gestaffelte Tranchen: verteilt das Zinsänderungsrisiko über mehrere Ablaufdaten – der Kompromiss für mittlere Risikofähigkeit.
- Wichtig bei Staffelung: Bindet die Tranchenstruktur dich faktisch an eine Bank, verlierst du Verhandlungsmacht bei der Verlängerung.
Der teuerste Fehler: zu spät verhandeln
Viele Banken unterbreiten das Verlängerungsangebot wenige Wochen vor Ablauf – zu einem Zeitpunkt, an dem ein Anbieterwechsel praktisch nicht mehr möglich ist. Wer stattdessen zwölf bis achtzehn Monate vorher zwei bis drei Konkurrenzofferten einholt, verhandelt aus einer völlig anderen Position.
Der Unterschied ist selten spektakulär pro Prozentpunkt, aber er wirkt auf eine grosse Summe über viele Jahre. Ein Viertelprozentpunkt auf CHF 600'000 sind CHF 1'500 pro Jahr – für ein paar Telefonate.
Mit BudgetHub siehst du sofort, was die neue Miete in deinem Monatsbudget verändert – und wohin der freigewordene Betrag am besten fliesst.
Die Nebenkosten, die im Inserat fehlen
Zur Nettomiete kommen Nebenkosten von CHF 150 bis 300, dazu Strom, Serafe, Internet und Hausratversicherung – zusammen nochmals CHF 120 bis 220 im Monat.
Wer mit der Inseratsangabe plant, unterschätzt die Wohnkosten deshalb regelmässig um CHF 300 bis 500. Für die Drittel-Regel zählt die Bruttomiete, nicht der Nettomietzins.
Nebenkosten prüfen lohnt sich
Verrechnet werden dürfen nur Positionen, die im Mietvertrag ausdrücklich und einzeln aufgeführt sind. Reparaturen, Verwaltungshonorare für die Abrechnung selbst und Amortisationen gehören nicht dazu.
Du darfst die Originalbelege einsehen, nicht nur die Zusammenfassung. Bei CHF 200 monatlichen Nebenkosten geht es um CHF 2'400 im Jahr – zwanzig Minuten Prüfung lohnen sich.
Mietzinserhöhung prüfen statt hinnehmen
Eine Erhöhung ist nur gültig mit amtlichem kantonalem Formular, Begründung und Einhaltung der Ankündigungsfrist. Fehlt eines davon, ist sie nichtig.
Anfechten musst du innert 30 Tagen ab Erhalt bei der Schlichtungsbehörde – kostenlos und ohne Anwalt. Die bisherige Miete zahlst du weiter, bis entschieden ist.
