Die Fristen auf einen Blick
Kurz: Die meisten Fristen enden zwischen Mitte November und dem 31. Dezember. Wer sie im Oktober in den Kalender einträgt, entscheidet in Ruhe statt unter Zeitdruck.
| Frist | Was | Hinweis |
|---|---|---|
| 30. November | Grundversicherung kündigen | Eingang zählt, Versand bis Mitte November |
| 30. November | Franchise senken | für das neue Jahr |
| 31. Dezember | Franchise erhöhen | bei den meisten Kassen |
| Mitte–Ende Dezember | Säule 3a einzahlen | Bankfrist beachten, Gutschrift im Jahr |
| Anfang–Mitte Dezember | PK-Einkauf | Kassenfrist, Sperrfrist 3 Jahre |
| 31. Dezember | Spenden | für den Abzug im laufenden Jahr |
| 31. Dezember | Arzt- und Zahnarzttermine | Franchise ist bereits ausgeschöpft? |
Krankenkasse: drei Entscheidungen
Der Oktoberbrief zeigt deine neue Prämie. Prüfe drei Dinge: Gibt es eine günstigere Kasse mit identischen Leistungen? Passt das Modell (Hausarzt, HMO, Telmed)? Passt die Franchise zu deinen erwarteten Gesundheitskosten? Wechsel der Grundversicherung, des Modells und der Franchise lassen sich kombinieren.
Wichtig: Die Zusatzversicherung hat eigene Fristen und eine Gesundheitsprüfung. Sie nie kündigen, bevor eine neue schriftlich bestätigt ist.
Säule 3a und Pensionskasse
Wer die 3a noch nicht voll einbezahlt hat, kann das bis Ende Dezember nachholen. Für 2026 gilt der Höchstbetrag von CHF 7’258. Viele Banken verlangen den Auftrag einige Tage vor dem Jahreswechsel. Ab 2027 steigt der Betrag auf CHF 7’373.
Ein PK-Einkauf muss im Steuerjahr bei der Kasse eingehen, viele Kassen setzen dafür eine eigene Frist im Dezember. Wer in den nächsten drei Jahren Kapital beziehen will, sollte auf den Einkauf verzichten.
- 3a: Betrag prüfen, Bankfrist beachten
- PK: Einkaufspotenzial auf dem Ausweis
- Sperrfrist bei geplantem Kapitalbezug
Steuern und Abzüge
Spenden an gemeinnützige Organisationen sind abziehbar, wenn sie im Steuerjahr erfolgen. Weiterbildungskosten, die dieses Jahr anfallen, gehören in die Steuererklärung dieses Jahres. Wer eine Liegenschaft besitzt, kann Unterhaltsarbeiten bewusst in ein Jahr legen, um den effektiven Abzug zu nutzen – bis zum Systemwechsel beim Eigenmietwert.
Prüfe ausserdem, ob die Steuerrate fürs laufende Jahr bezahlt ist. Vorauszahlungen werden in vielen Kantonen verzinst, Nachzahlungen kosten Verzugszins.
Der Ablauf in vier Wochen
Woche 1 im Oktober: Prämienbrief lesen, Prämien auf priminfo.ch vergleichen, Modell und Franchise überlegen. Woche 2 Anfang November: Entscheid treffen, Kündigung und Anmeldung bei der neuen Kasse eingeschrieben senden. Woche 3 Ende November: Säule 3a und allfälligen PK-Einkauf auslösen, Spenden überweisen, Abos und Versicherungen kündigen, die sich auf Januar verlängern würden.
Woche 4 im Dezember: das Budget fürs neue Jahr aufsetzen, Daueraufträge anpassen (3a-Betrag, Krankenkasse, Serafe), Rückstellungen neu berechnen und die Belege des Jahres für die Steuererklärung sammeln. Wer diesen Ablauf einmal macht, braucht im nächsten Jahr nur noch die Hälfte der Zeit.
Abos, Verträge und Budget
Viele Abos und Versicherungen verlängern sich auf Anfang Jahr. Prüfe Streaming, Fitness, Zeitschriften, Handy, Hausrat und Rechtsschutz und kündige rechtzeitig, was du nicht mehr brauchst. Zum Schluss: das Budget fürs neue Jahr aufsetzen, mit den neuen Prämien und Vorsorgebeträgen.
Wer Franchise und Selbstbehalt dieses Jahr bereits ausgeschöpft hat, kann geplante Arzt- oder Zahnarzttermine noch ins alte Jahr legen – Zahnarzt ist allerdings meist nicht über die Grundversicherung gedeckt.
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