Budgetieren

Steuern zurücklegen: Nie wieder von der Rechnung überrascht

Kurz beantwortet: Ein Zwölftel der erwarteten Jahressteuer monatlich auf ein separates Konto – bei CHF 9'600 Steuern also CHF 800. Die Schweizer Steuerrechnung kommt als separate Forderung und nicht per Lohnabzug, und genau daran scheitern die meisten Haushaltsbudgets.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert Dezember 2025Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Monatlich statt jährlich denken

Schätze deine jährliche Steuerlast und teile sie durch zwölf. Lege den Betrag auf ein separates Steuerkonto – so ist die Rechnung gedeckt.

Provisorische Rechnung als Orientierung

Die provisorische Steuerrechnung gibt einen guten Anhaltspunkt für die Höhe der Rückstellung.

In BudgetHub führst du die Steuerrückstellung als eigene Position – so liegt der Betrag bereit, wenn die Rechnung kommt, statt den Monat zu sprengen.

Wie viel solltest du zurücklegen?

Teile deine letzte Steuerrechnung durch zwölf – diesen Betrag legst du monatlich auf ein separates Steuerkonto. Bei Quellenbesteuerten entfällt das meist; bei Selbstständigen und nach Lohnerhöhungen ist die Rückstellung besonders wichtig.

Warum Akontorechnungen nicht genügen

Sie beruhen auf der letzten Veranlagung. Nach einer Lohnerhöhung, einem Bonus oder dem Wegfall eines Abzugs sind sie systematisch zu tief, und die Differenz kommt mit der Schlussrechnung – oft mehr als ein Jahr später.

Mehrere Kantone verzinsen freiwillige Vorauszahlungen zudem. Liegt dieser Vergütungszins über dem Sparzins, ist das Steueramt der bessere Ort für die Rückstellung als das eigene Konto.

Wenn das Budget dauerhaft nicht aufgeht

Dann ist es kein Disziplinproblem, sondern ein strukturelles. Liegen die Fixkosten über 65 Prozent des Nettoeinkommens, hilft keine Sparsamkeit mehr – nur eine Veränderung bei Wohnen, Versicherungen oder Einkommen.

Die Budget- und Schuldenberatungsstellen beraten dazu kostenlos und vertraulich. Eine Übersicht findest du unter Fachstellen; früh hinzugehen hält die Sache klein.

Die drei Zahlen für den Jahrescheck

Einmal jährlich lohnt der Blick auf drei Werte: Fixkostenquote, Sparquote und Notgroschen in Monatsausgaben. Sie sind in zwanzig Minuten berechnet und zeigen die Entwicklung, die im Monatsalltag unsichtbar bleibt.

Notiert mit Datum ergeben sie nach drei Jahren eine Reihe. Erst dieser Vergleich sagt etwas – ein einzelner Wert ohne Vorjahr ist eine Momentaufnahme ohne Richtung.

Wenn zwei Personen dasselbe Budget führen

Dann braucht es dieselben Zahlen für beide und getrennte persönliche Bereiche. Fehlt das Zweite, wird jede individuelle Ausgabe erklärungsbedürftig – daran scheitern die meisten gemeinsamen Budgets.

Bei ungleichen Einkommen ist die anteilige Aufteilung fairer als die hälftige: Bei CHF 6'000 und CHF 4'000 trägt Person A 60 Prozent der gemeinsamen Kosten.

Wenn du in einen anderen Kanton ziehst

Massgebend für das ganze Steuerjahr ist der Wohnsitz am 31. Dezember. Ein Umzug im Dezember verlagert also die Besteuerung des gesamten Jahres in den neuen Kanton – in beide Richtungen.

Weil die Steuerbelastung zwischen Kantonen erheblich abweicht, gehört die Rückstellung nach einem Umzug neu berechnet. Die alten Akontobeträge passen dann nicht mehr.

Häufige Fragen

Wie viel Prozent fürs Steuersparen?+

Je nach Einkommen und Gemeinde grob 8–18 % des Einkommens – am besten anhand der letzten Rechnung berechnen.

Wohin mit dem Geld?+

Auf ein separates Steuerkonto, damit es zum Rechnungstermin bereitsteht.

Wie viel Steuern soll ich monatlich zurücklegen?+

Ein Zwölftel der letzten definitiven Steuerrechnung, mit Zuschlag nach einer Lohnerhöhung. Bei CHF 9'600 Jahressteuer also mindestens CHF 800.

Reichen die Akontorechnungen?+

Meist nicht ganz. Sie beruhen auf der letzten Veranlagung und sind nach einer Einkommenssteigerung zu tief angesetzt.

Was tun, wenn die Steuerrechnung nicht bezahlbar ist?+

Vor Fristablauf beim Steueramt melden. Ratenzahlungen sind üblich; wer wartet, zahlt zusätzlich Mahngebühren und Verzugszinsen.

Was tun, wenn das Budget nie aufgeht?+

Über 65 Prozent Fixkostenanteil hilft keine Sparsamkeit mehr, sondern nur eine strukturelle Veränderung. Die Beratungsstellen unterstützen kostenlos dabei.

Welche Kennzahlen soll ich jährlich prüfen?+

Fixkostenquote, Sparquote und Notgroschen in Monatsausgaben. Mit Datum notiert zeigen sie nach drei Jahren eine Entwicklung.

Wie führen zwei Personen ein Budget gemeinsam?+

Dieselben Zahlen für beide, getrennte persönliche Bereiche und anteilige Beiträge zu den gemeinsamen Kosten.

Welcher Kanton besteuert mich nach einem Umzug?+

Der Wohnsitzkanton am 31. Dezember – und zwar für das gesamte Steuerjahr. Die Rückstellung gehört danach neu berechnet.

Leg die Steuerrechnung monatlich zurück

Die Steuerrechnung ist selten eine Überraschung – sie kommt nur selten zum passenden Zeitpunkt. Mit einer monatlichen Rückstellung im Budget verliert sie ihren Schrecken.