Budget

Budget 2027 planen: die neuen Zahlen einrechnen

Kurz beantwortet: Für eine Familie mit zwei Kindern steigt die Krankenkasse 2027 im Mittel um rund CHF 57 pro Monat, die Serafe sinkt um CHF 1.92, und der 3a-Dauerauftrag darf um CHF 9 steigen. Wer das Budget im November anpasst, statt im März überrascht zu werden, behält die Kontrolle. Die Reihenfolge: Fixkosten aktualisieren, Sparquote prüfen, Rückstellungen neu rechnen.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert Oktober 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Warum das Budget im Herbst neu gemacht wird

Kurz: Die meisten Änderungen fürs neue Jahr stehen Ende September und Anfang Oktober fest – Prämien, Renten, Vorsorgebeträge. Wer das Budget jetzt aktualisiert, hat im Januar die richtigen Daueraufträge und vermeidet, dass die Prämienerhöhung still das Sparen verdrängt.

Ein Jahresbudget-Update dauert eine Stunde. Es lohnt sich, dafür einen festen Termin im November zu setzen, nachdem der Prämienbrief da ist.

Beispiel: Familie mit zwei Kindern

Posten pro Monat20262027Differenz
Krankenkasse (2 Erw. + 2 Kinder, Mittelwerte)CHF 1’174CHF 1’231+CHF 57
SerafeCHF 27.92CHF 26.00CHF -1.92
Säule 3a (1 Person, Maximum)CHF 605CHF 614+CHF 9
Total Veränderung+CHF 64

Die Krankenkassenwerte sind Mittelwerte über alle Franchisen und Modelle. Deine tatsächliche Prämie kann deutlich darüber oder darunter liegen – trag die Zahl aus deinem Brief ein. Die 3a-Erhöhung ist freiwillig, aber steuerlich sinnvoll, wenn das Budget es erlaubt.

Schritt 1: Fixkosten aktualisieren

Gehe alle Fixkosten durch: Miete und Nebenkosten (Referenzzinssatz 1.25 %, Akonto), Krankenkasse, Versicherungen, Abos, Mobilität, Serafe, Steuern. Prüfe dabei auch, was du kündigen kannst. Viele Versicherungen und Abos verlängern sich automatisch im Januar – jetzt ist der Moment für die Kündigung.

Faustregeln helfen bei der Einordnung: Wohnen höchstens 33 % des Nettoeinkommens, Fixkosten insgesamt höchstens 50 bis 60 %, Notgroschen 3 bis 6 Monatsausgaben.

  • Prämienbrief eintragen
  • Abos und Versicherungen vor der Verlängerung prüfen
  • Steuerrückstellung an das neue Einkommen anpassen

Schritt 2: die Sparquote schützen

Die Prämienerhöhung muss irgendwo herkommen. Wer nichts entscheidet, spart automatisch weniger, weil das Sparen der einzige Posten ohne Rechnung ist. Besser: die Mehrkosten bewusst einem variablen Posten zuordnen – etwa Ausgang oder Shopping – und den Spardauerauftrag unverändert lassen.

Wer eine Lohnerhöhung erhält, kann die Hälfte davon in die Sparquote lenken. So steigt der Lebensstandard, und die Vorsorge wächst trotzdem mit.

Rentnerhaushalt: was 2027 anders ist

Für Rentnerinnen und Rentner steigt die AHV um 1,6 %. Bei einer Rente von CHF 2'300 sind das rund CHF 37 mehr pro Monat – die mittlere Prämienerhöhung für Erwachsene von CHF 22.80 frisst diesen Zuwachs also zu einem guten Teil wieder auf. Dazu kommt im Dezember die 13. AHV-Rente, die als zusätzliche Monatsrente ausbezahlt wird.

Die 13. Rente ist steuerbar. Wer sie einfach ausgibt, steht bei der nächsten Steuerrechnung vor einer Lücke. Sinnvoll ist, einen Teil davon direkt als Steuerrückstellung zu reservieren und den Rest bewusst zu planen – etwa für Zahnarzt, Brille oder Geschenke. Wer Ergänzungsleistungen bezieht, sollte prüfen, wie die 13. Rente angerechnet wird.

Schritt 3: Rückstellungen neu rechnen

Rückstellungen sind Beträge für Ausgaben, die nicht monatlich anfallen: Franchise und Selbstbehalt, Zahnarzt, Ferien, Geschenke, Autoservice, Nebenkostenabrechnung, Steuern. Teile die Jahresbeträge durch zwölf und richte einen monatlichen Dauerauftrag auf ein Rückstellungskonto ein.

Hast du die Franchise erhöht, um Prämien zu sparen, gehört die Differenz zur höheren Franchise in die Rückstellung. Nur dann ist die Ersparnis echt.

Trag deine Zahlen einmal in BudgetHub ein – dann siehst du jeden Monat, was nach Fixkosten wirklich bleibt, und wo sich eine Änderung lohnt. Kostenlos, ohne Bankverbindung, Daten in der Schweiz.

Häufige Fragen

Wann sollte ich das Budget für 2027 machen?+

Im November, wenn der Prämienbrief da ist und die Renten- und Vorsorgewerte feststehen. Dann sind die Daueraufträge im Januar richtig.

Wie viel mehr kostet die Krankenkasse 2027?+

Im Mittel CHF 22.80 pro Erwachsenen und CHF 5.70 pro Kind und Monat; deine Prämie kann abweichen.

Muss ich den 3a-Dauerauftrag anpassen?+

Nur wenn du das Maximum einzahlen willst: ab Januar CHF 614.42 pro Monat statt bisher rund CHF 605.

Was sind Rückstellungen?+

Monatliche Beträge für Ausgaben, die nur ein- oder zweimal im Jahr anfallen, etwa Steuern, Franchise, Ferien oder Autoservice.

Wie verhindere ich, dass die Prämienerhöhung das Sparen frisst?+

Indem du die Mehrkosten bewusst einem variablen Posten zuordnest und den Spardauerauftrag unverändert lässt.

Welche Faustregel gilt für die Miete?+

Höchstens 33 % des Nettoeinkommens für die Bruttomiete inklusive Nebenkosten.

Wie plane ich die 13. AHV-Rente ein?+

Als zusätzliche Einnahme im Dezember. Weil sie steuerbar ist, sollte ein Teil davon direkt in die Steuerrückstellung fliessen.

Wie viel Notgroschen brauche ich 2027?+

Unverändert drei bis sechs Monatsausgaben. Mit höheren Prämien steigen die Monatsausgaben – der Notgroschen sollte mitwachsen.

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