Warum das Budget im Herbst neu gemacht wird
Kurz: Die meisten Änderungen fürs neue Jahr stehen Ende September und Anfang Oktober fest – Prämien, Renten, Vorsorgebeträge. Wer das Budget jetzt aktualisiert, hat im Januar die richtigen Daueraufträge und vermeidet, dass die Prämienerhöhung still das Sparen verdrängt.
Ein Jahresbudget-Update dauert eine Stunde. Es lohnt sich, dafür einen festen Termin im November zu setzen, nachdem der Prämienbrief da ist.
Beispiel: Familie mit zwei Kindern
| Posten pro Monat | 2026 | 2027 | Differenz |
|---|---|---|---|
| Krankenkasse (2 Erw. + 2 Kinder, Mittelwerte) | CHF 1’174 | CHF 1’231 | +CHF 57 |
| Serafe | CHF 27.92 | CHF 26.00 | CHF -1.92 |
| Säule 3a (1 Person, Maximum) | CHF 605 | CHF 614 | +CHF 9 |
| Total Veränderung | +CHF 64 |
Die Krankenkassenwerte sind Mittelwerte über alle Franchisen und Modelle. Deine tatsächliche Prämie kann deutlich darüber oder darunter liegen – trag die Zahl aus deinem Brief ein. Die 3a-Erhöhung ist freiwillig, aber steuerlich sinnvoll, wenn das Budget es erlaubt.
Schritt 1: Fixkosten aktualisieren
Gehe alle Fixkosten durch: Miete und Nebenkosten (Referenzzinssatz 1.25 %, Akonto), Krankenkasse, Versicherungen, Abos, Mobilität, Serafe, Steuern. Prüfe dabei auch, was du kündigen kannst. Viele Versicherungen und Abos verlängern sich automatisch im Januar – jetzt ist der Moment für die Kündigung.
Faustregeln helfen bei der Einordnung: Wohnen höchstens 33 % des Nettoeinkommens, Fixkosten insgesamt höchstens 50 bis 60 %, Notgroschen 3 bis 6 Monatsausgaben.
- Prämienbrief eintragen
- Abos und Versicherungen vor der Verlängerung prüfen
- Steuerrückstellung an das neue Einkommen anpassen
Schritt 2: die Sparquote schützen
Die Prämienerhöhung muss irgendwo herkommen. Wer nichts entscheidet, spart automatisch weniger, weil das Sparen der einzige Posten ohne Rechnung ist. Besser: die Mehrkosten bewusst einem variablen Posten zuordnen – etwa Ausgang oder Shopping – und den Spardauerauftrag unverändert lassen.
Wer eine Lohnerhöhung erhält, kann die Hälfte davon in die Sparquote lenken. So steigt der Lebensstandard, und die Vorsorge wächst trotzdem mit.
Rentnerhaushalt: was 2027 anders ist
Für Rentnerinnen und Rentner steigt die AHV um 1,6 %. Bei einer Rente von CHF 2'300 sind das rund CHF 37 mehr pro Monat – die mittlere Prämienerhöhung für Erwachsene von CHF 22.80 frisst diesen Zuwachs also zu einem guten Teil wieder auf. Dazu kommt im Dezember die 13. AHV-Rente, die als zusätzliche Monatsrente ausbezahlt wird.
Die 13. Rente ist steuerbar. Wer sie einfach ausgibt, steht bei der nächsten Steuerrechnung vor einer Lücke. Sinnvoll ist, einen Teil davon direkt als Steuerrückstellung zu reservieren und den Rest bewusst zu planen – etwa für Zahnarzt, Brille oder Geschenke. Wer Ergänzungsleistungen bezieht, sollte prüfen, wie die 13. Rente angerechnet wird.
Schritt 3: Rückstellungen neu rechnen
Rückstellungen sind Beträge für Ausgaben, die nicht monatlich anfallen: Franchise und Selbstbehalt, Zahnarzt, Ferien, Geschenke, Autoservice, Nebenkostenabrechnung, Steuern. Teile die Jahresbeträge durch zwölf und richte einen monatlichen Dauerauftrag auf ein Rückstellungskonto ein.
Hast du die Franchise erhöht, um Prämien zu sparen, gehört die Differenz zur höheren Franchise in die Rückstellung. Nur dann ist die Ersparnis echt.
Trag deine Zahlen einmal in BudgetHub ein – dann siehst du jeden Monat, was nach Fixkosten wirklich bleibt, und wo sich eine Änderung lohnt. Kostenlos, ohne Bankverbindung, Daten in der Schweiz.
