Flexibel zwischen 63 und 70
Kurz: Das Referenzalter liegt für Frauen und Männer bei 65. Seit der Reform AHV 21 kann die Rente monatsgenau zwischen 63 und 70 bezogen werden, ganz oder teilweise. Ein Teilvorbezug oder Teilaufschub ist zwischen 20 und 80 % der Rente möglich. So lässt sich etwa ein schrittweiser Übergang in die Pensionierung finanzieren.
Für Frauen der Übergangsjahrgänge 1961 bis 1969 gelten beim Vorbezug tiefere Kürzungssätze, sofern sie ein tiefes oder mittleres Einkommen hatten. Die Ausgleichskasse berechnet den genauen Satz.
Kürzung und Zuschlag im Überblick
| Bezug | Veränderung | Beispiel bei CHF 2’300 |
|---|---|---|
| 2 Jahre Vorbezug (63) | −13,6 % | CHF 1’987 |
| 1 Jahr Vorbezug (64) | −6,8 % | CHF 2’144 |
| Referenzalter (65) | – | CHF 2’300 |
| 1 Jahr Aufschub (66) | +5,2 % | CHF 2’420 |
| 2 Jahre Aufschub (67) | +10,8 % | CHF 2’548 |
| 3 Jahre Aufschub (68) | +17,1 % | CHF 2’693 |
| 4 Jahre Aufschub (69) | +24,0 % | CHF 2’852 |
| 5 Jahre Aufschub (70) | +31,5 % | CHF 3’025 |
Kürzung und Zuschlag gelten lebenslang und wirken auch auf die 13. AHV-Rente. Wer vorbezieht, zahlt zudem bis zum Referenzalter weiterhin AHV-Beiträge als Nichterwerbstätige, wenn kein Erwerbseinkommen mehr anfällt.
Der Break-even: ab wann sich Warten lohnt
Beim Vorbezug erhältst du zwei Jahre länger eine Rente, aber jeden Monat weniger. Bei CHF 2’300 und zwei Jahren Vorbezug summieren sich die zusätzlichen Renten (13 pro Jahr) auf rund CHF 51’662. Die monatliche Kürzung von CHF 313 frisst diesen Vorsprung nach rund 13 Jahren auf – also etwa mit 78. Wer deutlich älter wird, fährt mit dem regulären Bezug besser.
Beim Aufschub ist es umgekehrt: Der Zuschlag lohnt sich erst nach vielen Jahren Rentenbezug. Entscheidend sind Gesundheit, Lebenserwartung, andere Einkommen und die Steuerprogression – nicht nur die Rente selbst. Wer bis 70 gut verdient, spart mit dem Aufschub zudem Steuern, weil Lohn und Rente nicht zusammenfallen.
Vorbezug und Pensionskasse richtig kombinieren
Viele Frühpensionierte beziehen zuerst die Pensionskasse und schieben die AHV bis 65 auf, weil die Kürzung der AHV vergleichsweise hoch ist. Andere nutzen die Säule 3a als Brücke. Wichtig: Die PK-Reglemente haben eigene Kürzungssätze, und eine Überbrückungsrente der Pensionskasse kann den AHV-Vorbezug ersetzen.
Wer vorzeitig aufhört, sollte auch an die AHV-Beitragspflicht als Nichterwerbstätige denken. Sie hängt vom Vermögen und vom Renteneinkommen ab und kann mehrere tausend Franken pro Jahr betragen.
Weiterarbeiten nach 65
Wer nach dem Referenzalter weiterarbeitet, zahlt auf das Erwerbseinkommen weiter AHV-Beiträge, allerdings erst über einem Freibetrag von CHF 1'400 pro Monat. Seit AHV 21 können diese Beiträge die eigene Rente noch verbessern, wenn sie Lücken füllen oder das Durchschnittseinkommen anheben – bis zur Maximalrente. Die Neuberechnung muss beantragt werden.
Kombiniert mit einem Aufschub kann das die Rente spürbar erhöhen. Für Selbständige, die ihr Geschäft schrittweise übergeben, ist der Teilaufschub besonders interessant: Ein Teil der Rente fliesst, der Rest wächst mit Zuschlag weiter.
Den Antrag rechtzeitig stellen
Den Vorbezug musst du spätestens am letzten Tag des Monats vor dem gewünschten Rentenbeginn beantragen, besser drei bis vier Monate vorher. Für den Aufschub reicht eine Erklärung innerhalb eines Jahres nach Erreichen des Referenzalters. Eine Rentenvorausberechnung der Ausgleichskasse hilft, die Varianten durchzurechnen.
In BudgetHub legst du 3a-Dauerauftrag, PK-Einkauf und Sparziele als Planposten an und siehst im Vermögensverlauf, wie deine Vorsorge Jahr für Jahr wächst.
Wo die Lücke entsteht
Zwischen den rund 60 Prozent des letzten Lohns aus AHV und Pensionskasse und dem gewohnten Lebensstandard. Verschärft wird sie bei Teilzeit, nach Erwerbspausen und bei Selbstständigen ohne Pensionskasse.
Prüfen lässt sie sich in zwanzig Minuten: Vorsorgeausweis der Pensionskasse und AHV-Kontoauszug, beide kostenlos erhältlich. Zusammen ergeben sie ein realistisches Bild.
Die Säule 3a im Jahresablauf
Die Einzahlung muss bis zum 31. Dezember gutgeschrieben sein – nicht überwiesen, gutgeschrieben. Eine Zahlung am 30. Dezember kann am 2. Januar ankommen, und der Abzug für das alte Jahr ist verloren.
Rechnerisch besser ist ohnehin der Januar: Das Geld ist elf Monate länger investiert, und bei einer Wertschriftenlösung kauft ein monatlicher Dauerauftrag über das Jahr verteilt ein.
Der Pensionskassen-Einkauf und seine Frist
Freiwillige Einkäufe sind vollständig vom steuerbaren Einkommen abziehbar. Das Potenzial steht auf dem Vorsorgeausweis und entsteht nach Lohnsprüngen, Erwerbspausen oder einem Zuzug aus dem Ausland.
Die Falle: Ein Kapitalbezug innert drei Jahren nach einem Einkauf macht dessen Steuerabzug rückwirkend zunichte.
